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Kemps Verletzung überschattet den Doppelsieg

Die Bietigheim Steelers gewinnen sowohl in Crimmitschau als auch vor heimischem Publikum gegen Weiden. Allerdings wird Brett Kemp gegen Weiden verletzt ausgewechselt und muss ins Krankenhaus. Wie schlimm er sich verletzt hat, ist noch offen.

  • Nachdem sich auch noch Brett Kemp verletzt hat, steht Bietigheims Trainer Alexander Dück vor einem Personalpuzzle. Foto: Baumann

    Nachdem sich auch noch Brett Kemp verletzt hat, steht Bietigheims Trainer Alexander Dück vor einem Personalpuzzle. Foto: Baumann

Eishockey. Die Bietigheim Steelers haben in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 ein optimales Wochenende hingelegt. Einem 6:4-Erfolg bei den Eispiraten Crimmitschau ließen sie einen 3:1-Sieg gegen die Blue Devils Weiden folgen.

In einer turbulente Anfangsphase kassieren die Steelers vier Gegenore

Das Match in Crimmitschau benötigte keinerlei Anlaufzeit. Nach noch nicht einmal 90 Sekunden schepperte es zum ersten Mal im Bietigheimer Gehäuse. Corey Mackin hatte die Hausherren in Führung geschossen (2. Minute). Doch auch die Steelers waren von Beginn an hellwach und kamen durch Mike Fischer postwendend zum Ausgleich (5.). Allerdings befand sich die Abwehr wenig später im Tiefschlaf. Crimmitschau nutzte zwei Unzulänglichkeiten für die beiden Tore von Sebastian Streu (14.) und Felix Thomas (14.). Zwischen den beiden Einschlägen lagen lediglich 32 Sekunden. Immerhin netzte eine Minute später Tyler McNeely zum Anschluss ein (15.). Kurz vor der ersten Drittelpause stellte Streu den alten Abstand wieder her (20.).

Bietigheims Trainer Alexander Dück musste seiner Mannschaft in der Kabine wohl eine klare Ansage gemacht haben, denn fortan agierte sein Team wesentlich konzentrierter. Kemp sorgte zunächst für den Anschluss und glich im dritten Drittel aus (24. und 48.). Bietigheim war nun wesentlich besser und erzeugte großen Druck. Das belohnten Kemp (49.) und Marek Racuk (53.) mit den beiden Treffern zum Sieg.

Freude über den Heimerfolg, Sorge um den verletzten Brett Kemp

Den 3:1-Heimsieg gegen die Blue Devils haben sich die Bietigheim Steelers womöglich teuer erkauft. Brett Kemp musste zwölf Minuten vor Schluss verletzt vom Eis und ins Krankenhaus.

In Sachen Ergebnisse hat das Team aus dem Ellental am Wochenende keinen Grund zu klagen. Nach dem 6:4-Auswärtssieg vom Freitag in Crimmitschau feierte der SCB auch am Sonntagabend einen 3:1-Erfolg beim Heimspiel gegen die Blue Devils Weiden. Mit der Art und Weise des Sechs-Punkte-Wochenendes war SCB-Coach Alexander Dück allerdings nicht unbedingt zufrieden. Nach dem Tor-Spektakel am Freitag kritisierte er den Auftritt in den ersten 20 Minuten, als es alle vier Gegentore zu schlucken gab.

Doch dank des nächsten Dreiers der DEL 2-Saison haben die Steelers nun einen komfortablen Vorsprung auf die Playdown-Plätze. Zwölf Zähler Abstand sind es nun auf Rang elf. Stattdessen sind Playoff-Plätze mit gesichertem Heimrecht in greifbarer Nähe, dort ist man nun auf zwei Zähler herangerückt.

Doch gab es bei all dem Jubel auch einen großen Wermutstropfen: Brett Kemp, der in den vergangenen Wochen immer wieder aufgetrumpft war, musste in der 48. Minute vom Eis. Er war nach einem Schussversuch in die Bande gekracht, schmiss sofort nach dem Einschlag einen Handschuh und fuhr mit schmerzverzerrtem Gesicht zur Bank. Nach wenigen Momenten ging es für den Kanadier frühzeitig in die Kabine. „Er ist ins Krankenhaus gekommen. Wir warten ab, was da rauskommt. Es war für uns ein wichtiger Sieg, aber auch ein teurer Sieg“, schildert Coach Alexander Dück.

Dabei war der Stürmer in den Anfangsminuten offensiv einer der Auffälligsten. Joshua Rust traf nach fünf Minuten nur das Außennetz, Kemp und Tim Schüle zielten wenig später aus zentraler Position zu mittig auf BDW-Goalie Simon Wolf. Und so bestraften das die Gäste nach zehn Minuten. In der ersten Überzahl der Partie kam der SCB nicht in die Formation. Am Ende war Alex Voyer der Vorlagengeber für Manuel Edfelder. Der nachgerückte Verteidiger behielt kurz vor Steelers-Schlussmann Olafr Schmidt die Übersicht und nagelte den Puck kurz oben rein.

Doch nach dem Gegentreffer schüttelten sich die Schwaben kurz und hatten in Form von Marek Racuk die passende Antwort parat. 44 Sekunden nach dem 0:1 bekam der nämlich das Hartgummi zentral vor dem Netz, nachdem Wolf zuvor einen Schuss von Benedikt Jiranek nur hatte prallen lassen. Ein überlegter Pass in die Nahtstelle von Mick Hochreither wurde zur Vorlage für den Tschechen, der prompt egalisierte.

In der Folge waren die Ellentäler besser im Spiel, hatten mehr Scheibenbesitz und kamen häufiger vor das Netz der Gäste. So richtig brenzlig wurde es jedoch nur selten, das zog sich auch in das zweite Drittel. Bietigheim machte mehr Druck, kam aber nicht zwingend zum Zug. Allerdings hielt sich auch der Betrieb vor Schmidt in Grenzen, der Goalie musste nur vereinzelt eingreifen, war dann aber sicher zur Stelle.

So ging es auch pari ins Schlussdrittel. Dort wurden die Steelers wieder mutiger, schossen öfter aufs Tor und zwangen Wolf zu einigen starken Taten. So etwa gegen Mick Hochreither nach nicht einmal zwei Minuten, der Goalie machte gut die kurze Ecke zu. Die Blue Devils kamen kaum mehr zu Entlastung, teilweise minutenlang setzte sich der SCB vor dem gegnerischen Netz fest. Nach Kemps Verletzung brauchten die Hausherren kurz, um sich wieder zu festigen, kamen dann aber durch Mike Fischer zur verdienten Führung. Der Stürmer durfte sich bei Tim Schüle für eine gute Vorarbeit im Konter bedanken und vollendete aus kurzer Distanz ins kurze Eck (52.).

Ein Schuss ins leere Tor entscheidet das Match gegen Weiden

Weiden musste nun mehr investieren, prallte aber immer wieder an der letzten Bietigheimer Linie ab. So auch kurz nach dem Fischer-Tor: Da rauschte ein Weidener Angreifer ohne Druck und ersichtlichen Grund in Schmidt hinein. Der SCB-Goalie echauffierte sich zurecht, eine Strafe blieb jedoch aus. Dafür gab es die sportliche Antwort der Gastgeber. Als Weiden zwei Minuten vor Schluss Wolf vom Eis nahm, um alles auf eine Karte zu setzen, bestrafte Bastian Eckl das umgehend. Keine 20 Sekunden weilte Wolf auf der Bank, da feuerte Eckl das Hartgummi aus der eigenen Zone quer über das Feld und traf zielgenau ins verwaiste Netz (59.). Das 3:1 war letztlich auch der Schlusspunkt der Partie, Jack Dugan verpasste 11,2 Sekunden vor Ende den zweiten Empty-Netter knapp am linken Pfosten. Trotzdem feierten die Steelers den Heimsieg, der zwar eng, jedoch nie wirklich ernsthaft in Gefahr war.

Dück blickt jedoch mit Sorgen bereits auf Dienstag, da geht es für den SCB auswärts gegen Landshut. „Wir müssen schauen, dass die Jungs, die da sind, die Rollen übernehmen und dass wir zusammenhalten. Jeder in der Liga hat schwere Zeiten, im Moment trifft es uns.“ Denn neben Kemp fehlen dem Trainer zwei weitere Kontingentspieler. Alex Dostie, der aus privaten Gründen fehlt, könnte auch gegen den EVL passen, auch Cole Fonstad wird wohl bis mindestens zum Wochenende fehlen. nb/dd

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