Eishockey

Kein Happy End für die Bietigheim Steelers

Gaudet-Team verliert in Rosenheim mit 3:4 nach Penaltyschießen

Durch ein Wechselbad der Gefühle sind die Bietigheim Steelers bei den Starbulls Rosenheim gegangen. Selbst das Endergebnis passte zum Hin und Her auf dem Eis. Denn trotz 3:4-Niederlage nach Penaltyschießen hat das Team von Trainer Kevin Gaudet seinen Vier-Punkte-Vorsprung in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 verteidigt. Schärfster Verfolger ist nun punktgleich mit Rosenheim der SC Riessersee, den die Bietigheimer am Donnerstagabend noch geschlagen hatten.

„Rosenheim hat stark begonnen, wir haben aber auch gut verteidigt“, beschreibt Steelers-Trainer Gaudet die ersten Minuten des Spiels. „Wir haben dann auch unsere Chancen bekommen und zum Glück die Führung erzielt.“ Nur gut fünfeinhalb Minuten waren gespielt, als David Wrigley den Vizemeister der vergangenen Saison in Führung schoss. Was danach folgte, konnte man je nach Blickwinkel wohl sehr unterschiedlich sehen. Der Reporter eines Rosenheimer Lokal-Radiosenders bezeichnete es als „im Fußball würde man das wohl Grottenkick bezeichnen“, während Gaudet der Ansicht war, dass die Partie einfach zugunsten seines Teams kippte und die Steelers souverän und defensiv stabil ihren Stiefel runterspielten.

Drei Strafzeiten in Folge kosten die Steelers viel Kraft

Das ging bis weit ins zweite Drittel hinein so. Dann mussten binnen sieben Minuten gleich drei Bietigheimer hintereinander auf die Strafbank. Die Gäste waren also fast durchgehend in Unterzahl. „Die sechs Strafminuten haben sehr weh getan und sehr viel Kraft gekostet. Da müssen wir schlauer sein“, ärgerte sich Gaudet. Und auch wenn Rosenheim kein Powerplaytor gelang, so war er der Meinung, dass die Oberbayern diese Zeit sehr gut ausgenutzt haben. Denn nur gut eine halbe Minute, nachdem Justin Kelly die Schwaben wieder komplettiert hatte, staubte Mario Valery-Trabucco nach einem Alleingang von Sergio Somma zum Ausgleich ab (37. Minute). Doch damit nicht genug. Nur 52 Sekunden später schoss Robin Hanselko den dreifachen Deutschen Meister sogar in Führung.

Statt einer möglichen Führung ging es für die Bietigheimer mit einem Rückstand ins Schlussdrittel. Der hielt dort aber nur 28 Sekunden, dann zog Markus Gleich von der blauen Linie ab, und Max Prommersberger hämmerte den Abpraller ebenfalls von der blauen Linie ins Netz. Die Steelers zeigten Moral und gingen durch Jason Pinizzotto sogar wieder in Führung (46.). Der Treffer war allerdings umstritten. Denn neben dem Puck landeten auch Torhüter Patrick Ehelechner und mindestens zwei Feldspieler im Netz. Außerdem verletzte sich Ehelechner bei der Aktion, musste durch Ersatzmann Timo Herden ersetzt werden. Das war allerdings alles andere als eine Schwächung für die Gastgeber. Denn Herden war sofort einsatzbereit und hielt die restlichen Minuten überragend. So ermöglichte er auch den erneuten Ausgleich fast exakt sieben Minuten vor dem Ende durch Maximilian Hofbauer.

Ersatz-Goalie der Rosenheimer wird zum Matchwinner

Auch in der Verlängerung hielt er seinen Kasten sauber, wobei sich sein Gegenüber Sinisa Martinovic auch nicht über mangelnde Arbeit beschweren konnte. Letztlich musste das Penaltyschießen entscheiden. Und da hielt Herden gegen Kelly, Marcus Sommerfeld und Robin Just hervorragend. Auch Martinovic machte seine Sache gut, musste aber den letzten Rosenheimer Schützen Andrej Strakhov gewähren lassen.

„Der junge Rosenheimer Torhüter hat hervorragend gehalten. Das war letztlich ausschlaggebend für unsere Niederlage“, bilanzierte Gaudet. „Ob es ein gewonnener oder zwei verlorene Punkte für uns waren, kann ich gar nicht so genau sagen. Auf jeden Fall war es ein Spiel, das für die Zuschauer alles geboten hat.“

Weiter geht es für die Steelers am Wochenende gegen zwei Gegner, die sich im dicht gedrängten Verfolgerfeld einsortiert haben. Am Freitag gastiert um 19.30 Uhr der EC Bad Nauheim in der Ege-Trans-Arena. In der Vorbereitung haben die Bietigheimer gegen die Hessen ganz gut ausgesehen. Doch das gesamte Spiel war nahezu körperlos. So gesehen werden die Karten wohl neu gemischt. Am Sonntag um 17 Uhr gastiert das Gaudet-Team dann in Bremerhaven, das gerade erst zu Hause mit 3:5 gegen Schlusslicht Heilbronn verloren hat. Aus der verlorenen Finalserie in der Vorsaison ist da ja noch eine Rechnung offen.

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