EishockeySportaufmacher 1

Immerhin Rang drei haben die Steelers bereits sicher

Den Bietigheimern gelingt am Freitagabend ein überzeugender 5:1-Erfolg gegen Höchstadt, bevor es
am Sonntag bei den Tölzer Löwen ein böses Erwachen gibt.

  • Wenn mal ein Schuss des Höchstadter EC durchrutsch ist Olafr Schmidt im Gehäuse der Bietigheim Steelers sicher zur Stelle. Foto: Baumann

    Wenn mal ein Schuss des Höchstadter EC durchrutsch ist Olafr Schmidt im Gehäuse der Bietigheim Steelers sicher zur Stelle. Foto: Baumann

Eishockey. Die gute Nachricht ist, dass die Bietigheim Steelers kurz vor dem Ende der Hauptrunde schon mindestens den dritten Platz sicher haben. Die schlechte Nachricht ist, dass das Eishockey-Team in der Oberliga Süd nach dem 5:1-Erfolg gegen den Höchstadter EC mit 1:2 bei den Tölzer Löwen verloren hat.

Erneut verschlafen die Steelers die Anfangsphase, wachen aber zeitig auf.

Bei Fedor Kolupaylo läuft es im Moment wie am Schnürchen. Der Deutsch-Russe war in den vergangenen acht Spielen treffsicher wie kaum ein Zweiter, erzielte 16 Scorerpunkte in dieser Zeit und hat gegen den Höchstadter EC am Freitagabend gleich noch zwei weitere nachgelegt. Damit war der 28-Jährige auch mitverantwortlich für den 5:1-Sieg der Ellentäler. „Wir haben viel mit ihm gesprochen. Er hat seine Qualitäten“, lobt auch Trainer Alexander Dück seinen Stürmer. Kolupaylo selbst hatte noch vor der Partie seine Nebenleute in den Fokus gestellt und gesagt: „Ich habe sehr gute Mitspieler und eine gute Reihe. Ich freue mich, da zu sein und bin da, damit die Fans Freude an schönen Toren haben.“

Doch danach sah es nach wenigen Minuten nicht aus: Eigentlich hatte man in den Reihen der Bietigheim Steelers gehofft, dass die Startschwierigkeiten des Aufstiegsaspiranten endlich abgelegt worden seien, doch nach eineinhalb Minuten gab es schon die kalte Dusche, als ausgerechnet Geburtstagskind Mick Hochreither einen Schuss der Gäste abgeblockt hatte. Die Scheibe landete vor Olafr Schmidt und HEC-Stürmer Patrik Rypar drückte geistesgegenwärtig den Puck zum 1:0 über die Linie (2. Minute).

Allerdings ließ die Antwort auch nur rund drei Minuten auf sich warten. Wo die Ellentäler zuvor noch zu lange mit dem Abschluss gezögert hatten, hielt Jesse Roach aus scheinbar ungefährlicher Position drauf, Nico Zimmermann im Netz des HEC hatte die Scheibe aber nicht sicher und sie rutschte dem Goalie durch die Schoner und trudelte über die Linie zum 1:1 (5.).

Bietigheim schien Blut geleckt zu haben, traf zwei Mal den Pfosten und zwang Zimmermann in Person des wiedergenesenen Kapitäns Alexander Preibisch zu einer Glanztat im kurzen Eck. Zuvor hatte Fedor Kolupaylo mit einem schönen Solo die halbe Höchstadter Defensive aussteigen lassen. Auch in der Abwehr ließen die Hausherren vorerst nichts mehr zu, die Verteidiger blockten, was das Zeug hielt und zur Not war Schmidt hinten sicher zur Stelle. Auch in einer Unterzahl Mitte des ersten Abschnitts brannte nichts an, die Ellentäler gingen gewohnt gallig mit einem Mann weniger drauf.

Beiden Seiten gelang es von da an, sich weitestgehend zu neutralisieren. Auch die Steelers kamen zu selten vorne zum Abschluss und verpassten meist die gute Gelegenheit. So schien es auch bei Kolupaylo eine Minute vor der Pause zu sein, doch der Deutsch-Russe leitete dann mit starker Übersicht das 2:1 ein. Er hatte das Auge für Marek Racuk, der sich im Rücken der Verteidiger weggeschlichen hatte und aus kurzer Distanz die Führung besorgte.

Das Momentum des Tores konnte der SCB aber erst einmal nicht mit in den zweiten Abschnitt nehmen. Die Alligators verteidigten couragiert, die Gastgeber erlaubten sich aber auch zu viele leichte Stopp- und Passfehler. In der 28 Minute sorgte Kolupaylo dieses Mal selbst für Jubel beim Großteil der 2513 Zuschauer in der Ege-Trans-Arena, als er unbedrängt auf 3:1 erhöhte. Auch beim vierten Tor des Favoriten war der 28-Jährige auf dem Eis, nach einem Bully kam das Hartgummi schließlich zu Pawel Dronia. Der Deutsch-Pole – der zuvor noch ein Mal am Pfosten und ein Mal an Zimmermann gescheitert war – traf auch dieses Mal mit seinem Versuch die Fanghand des Goalies, von da aus sprang der Puck allerdings in einer krummen Flugbahn über den 22-Jährigen hinweg ins Netz. Hämische „Du bist Schuld, du ganz allein“-Fangesänge des SCB muss er sich daraufhin anhören (37.). Vom HEC kam auch im Schlussabschnitt nichts mehr, was den 20. Heimsieg in Folge hätte gefährden können. Rückkehrer Preibisch, der am Dienstag in Bayreuth noch schmerzlich vermisst worden war, lenkte einen Roach-Schuss direkt neben dem Pfosten ab und bugsierte damit das Spielgerät in Zimmermann vorbei ins Netz (43.).

Von da an verlor die Partie an Fahrt. Bietigheim musste nicht mehr, Höchstadt konnte nicht mehr. Die Gäste ließen teilweise ihren Frust an den Gegenspielern raus. So geriet Preibisch mit Klavs Pancis aneinander, nachdem der den Kapitän unsauber im offenen Feld angegangen hatte. Beide Seiten mussten für zwei Minuten über ihre bösen Taten auf der Strafbank nachdenken (50.). Auch in der Schlussphase kam von beiden Teams kaum mehr Produktives. Höchstadt gelang es zwar, die Scheibe im Ellentäler Drittel zu halten, doch wirklich brenzlig wurde es vor Olafr Schmidt nur selten und wenn, packte der Schlussmann sicher zu. Die Steelers konzentrierten sich auf Konter, kamen aber auch damit nicht zum Erfolg, da Zimmermann erstarkt war. So plätscherte die Begegnung ihrem Ende entgegen und der SCB siegte souverän.

Damit knackten die Steelers die 100-Punkte-Marke (101) in der Oberliga und haben mindestens Platz drei sicher. Nur der Deggendorfer SC könnte den Männern von der Enz noch gefährlich werden.

Ein uninspirierter Auftritt bringt dem SCB eine Auswärtsniederlage ein.

Gegen Tölz setzte Marek Racuk erste Akzente, doch bereits nach knapp drei Minuten nutzten die Löwen ihre erste Gelegenheit zur frühen 1:0-Führung.

Das zweite Drittel begann mit einer Überzahl für Bietigheim, die jedoch ungenutzt blieb. Stattdessen schlugen die Löwen nach Ablauf ihrer Strafzeit erneut zu und erhöhten auf 2:0. Die Steelers mussten diesen Rückschlag erst verdauen und agierten zunächst vorsichtig aus der neutralen Zone heraus. Nach einigen Minuten übernahmen sie wieder die Spielkontrolle und setzten die Gastgeber unter Druck – doch das Tölzer Tor blieb wie vernagelt. Kurz vor Drittelende parierte Olafr Schmidt noch zwei brandgefährliche Schüsse und hielt sein Team im Spiel.

Mit einem 0:2-Rückstand starteten die Steelers in die letzten 20 Minuten und kamen hochmotiviert aus der Kabine. Der Druck auf das Tölzer Gehäuse nahm zu, und schließlich nutzte Pawel Dronia eine Überzahlsituation zum 1:2-Anschluss. Zu mehr sollte es allerdings, trotz aller Anstrenungen, nicht mehr reichen. nb/red

Datenschutz-Einstellungen