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Heute Abend geht es für die Steelers um Alles

Die maximale Länge der Playoff-Finalserie ist erreicht. Wird Bietigheim oder Hannover Meister der Eishockey-Oberliga?

  • Tyler McNeely (oben) trifft hier zum 3:1 im sechsten Spiel der Best-of-seven-Serie der Steelers gegen die Scorpions. Foto: Baumann

    Tyler McNeely (oben) trifft hier zum 3:1 im sechsten Spiel der Best-of-seven-Serie der Steelers gegen die Scorpions. Foto: Baumann

Eishockey. Das Playoff-Finale der Eishockey-Oberliga geht über die volle Distanz. Nach der dritten Overtime-Niederlage am Freitag bestanden die Bietigheim Steelers im Do-Or-Die-Spiel sechs gegen die Hannover Scorpions und erzwangen so das alles entscheidende Endspiel am Dienstagabend in fremder Halle. Beginn ist um 20 Uhr.

Bislang war es wie verhext für Alexander Preibisch. Der Steelers-Kapitän hatte in der Final-Serie noch Ladehemmungen, vor dem Tor klappte es für den Publikumsliebling nicht. Doch sein erstes Tor in dieser Serie war vielleicht gleich das wichtigste der gesamten Saison. Denn beim 4:3-Sieg am Sonntagabend in der Ege-Trans-Arena schweißte er in der Verlängerung den Siegtreffer ein, der Jubel kannte keine Grenzen. Mit seinem Treffer beendet Preibisch nicht nur die eigene Torflaute sondern auch das „Overtime-Dilemma“, wie er es selbst beschrieb. Zuvor hatten die Steelers drei Mal in der Verlängerung gegen Hannover verloren, nun gab es den ersten Erfolg. Doch seine Erlösung hat der Kapitän nicht einmal wirklich gesehen, wie er nach dem Spiel beschrieb: „Ich habe es gar nicht gesehen, dass mein Schuss reingegangen ist. Ich habe nur gehört wie die Decke abgehoben ist und dann habe ich mir gedacht, so schlecht kann das nicht gewesen sein.“

Siegtorschütze Alexander Preibisch feiert den 32. Sieg im 34. Heimspiel der Saison.

Gemeinsam mit dem gesamten Team feierte Preibisch anschließend den Sieg – den 32. Heimsieg im 34. Heimspiel dieser Spielzeit. Dabei hätten es die Ellentäler schon früh deutlich gestalten könne, doch wie schon in den vorherigen Partien betreiben sie Chancenwucher. Erik Nemec verpasste eine Hereingabe von Marek Racuk nur um ein paar Zentimeter am zweiten Pfosten (4. Minute), wenig später waren die beiden Tschechen dann zu verspielt. Direkt vor Kristian Hufsky schauten beide, wie viele Querpässe sie im Slot spielen können, ehe der Goalie eingreift. Nach dem dritten Pass der beiden auf engstem Raum warf sich der Schlussmann der Niedersachsen dazwischen. Stattdessen gingen die Gäste mit der ersten Chance in Front. Ein Querpass von Tyler McNeely wurde abgefangen, im Express ging es in Richtung Olafr Schmidt. Vor dem Goalie bekam Hannovers Jordan Knackstedt den Querpass. Mit dem ersten Versuch scheiterte er noch am Deutsch-Kanadier, den Abpraller drückte er dann über die Linie (13.).

Von Knackstedts Führungstor wirkten die Hausherren geschockt, gleich mehrfach musste Schmidt im Kasten eingreifen. Erst nach einer Strafe gegen die Gäste gab es Entlastung und auch prompt den Ausgleich. Ohne Schmidt auf dem Eis und dafür mit einem zusätzlichen Feldspieler haute Sören Sturm von der blauen Linie drauf, McNeely hielt die Kelle dazwischen und fälschte 51 Sekunden vor der Pause zum Ausgleich ab.

Gastgeber holen sich mit frischem Wind die Führung und drängen auf mehr.

Mit diesem frischen Wind kamen die Gastgeber auch aus der Kabine. Nach einem gefährlichen Vorstoß von McNeely, Tim Schüle und Christoph Kiefersauer bekam letzterer die Scheibe im rechten Halbfeld und zog einfach mal ab. Markus Eberhardt fälschte das Spielgerät mit seinem hohen Schläger noch ab, es flog in hohem Bogen über Hufsky hinweg an den langen Pfosten und rein ins Netz (26.).

Auch nach der Führung blieben die Steelers auf dem Gaspedal und nutzten gleich den nächsten Umschaltmoment. Wieder sah es aus, als würde der Angriff versanden, weil man ihn zu schön ausspielen will, aber dann bediente Jesse Roach McNeely am zweiten Pfosten, der komplett ungedeckt locker zum 3:1 einschob (32.). Bei den Scorpions brannte es lichterloh. Racuk hatte im Alleingang in Unterzahl sogar das vierte Tor auf dem Schläger, scheiterte aber an Hufsky.

So blieb die Spannung hoch – auch weil es der SCB im Schlussdrittel zum wiederholten Male verpasste, den Deckel draufzumachen. Marcus Götz bekam im Rückraum zu viel Zeit und Platz – 2:3 (49.). Als zwei Minuten später Patrick Klöpper mit einem herrlichen Solo die gesamte Steelers-Hintermannschaft stehen ließ, eskalierte nach seinem Treffer zum 3:3 nur noch die die Fankurve der Gäste.

In Hannover muss am Freitag schon zum dritten Mal Verlängerung entscheiden.

Bereits bei den ersten beiden Gastspielen der Steelers bei den Scorpions war das Spiel nicht nach 60 Minuten entschieden. Auch in Spiel fünf ging es in die Verlängerung, und zum dritten Mal gewannen die Gastgeber aus Niedersachsen. Damit standen die Steelers für Sonntag mit dem Rücken zu Wand, denn bei 3:2-Führung hätte das Team von Kevin Gaudet die Serie beenden können.

Doch zuerst einmal erarbeiteten sich die Scorpions diese Führung. Ungewöhnlich für die bisherigen Spiele der Serie in der Wedemark war, dass der Heimverein dieses Mal nicht gleich binnen der ersten drei Minuten in Führung ging. Beiden Teams fehlte am Freitag vor dem Kasten die letzte Genauigkeit. Gefährlich wurde es vor Schmidt und seinem Gegenüber Kristian Hufsky dennoch. So kamen Allan McPherson und Brett Cameron in eigener Unterzahl für die Hannoveraner früh in die Zone der Gäste, doch auch Racuk und Vesel verpassten die Führung nur knapp. Auch Kapitän Preibisch hatte bei einem Breakaway die Großchance auf den ersten Treffer des Abends, scheiterte aber völlig frei an Hufsky (17.). Doch auch für die Gastgeber wirkte der Kasten wie vernagelt. Cameron traf allein vor Schmidt nur den Pfosten (19.), Dylan Wrucke zielt wenig später zu zentral auf den Schlussmann.

56 Sekunden nach Wiederanpfiff knallte erst ein Schuss von Kiefersauer von der blauen Linie an den Pfosten, von da aus staubte McNeely den Abpraller ohne Mühe zum 1:0 ab (21.). Die ungewohnte Auswärtsführung beflügelte die Schwaben, sie agierten nun offensiv mutiger, defensiv aber niemals nachlässig. Auch jeder Stürmer arbeitete selbstlos nach hinten, blockte Pässe und Schüsse und war auf Scheibenklau aus.

Erstmals ist der SCB auswärts mit 2:0 in Führung gegangen.

Von den Hausherren war wenig zu sehen, sie taten sich gegen die emsige Abwehr enorm schwer und tauchten kaum vor Schmidt auf. Die Nachlässigkeit der Niedersachsen bestrafte Kiefersauer direkt. In Überzahl – die bisher in der Finalserie nur selten gefährlich war – war er Schlusspunkt eines schönen Spielzugs, im Zentrum nagelte er die Scheibe über Hufskys Stockhand zum 2:0 (34.). Doch Hannover wachte auf, kam vor der zweiten Pause zum Anschluss – Knackstedt fälschte einen Distanzschuss von Markus Eberhardt ab (38.).

. Eberhardt legte unbedrängt für Arturs Krumisch auf, der an Schmidt vorbei den Ausgleich erzielte (47.). Nach dem 2:2 wirkten die Ellentäler geschockt. Erneut blieb ein Powerplay ungenutzt und erneut klingelte es wenig später. Nach zwei Assists war Eberhardt dieses Mal selbst der Torschütze (52.). Schmidt ging für die Schlussminuten vom Eis, in den letzten 120 Minuten gab es sogar ein Sechs-gegen-Vier, in dem Racuk die Steelers erlöste. 30 Sekunden vor Schluss knallte der Tscheche die Scheibe an der Fanghand von Hufsky vorbei zum 3:3, mit dem es zum dritten Mal in die Verlängerung ging.

Dort hatten beide Seiten gute Chancen, doch Pascal Aquin wurde von Knackstedt bedient und schob unter Schmidts Schoner hindurch zum 4:3 in die Maschen. nb

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