Eishockey. Zaubern und Entzaubern – dass die Bietigheim Steelers beides können, haben sie am Wochenende eindrucksvoll bewiesen. Gegen die Lausitzer Füchse zauberten sie am Freitagabend einen 5:2-Erfolg auf das heimische Eis und entzauberten dann am Sonntag den Tabellenführer der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2, die Krefeld Pinguine, mit einem 2:1-Sieg.
Gegen die Lausitzer Füchse liefern die Steelers nochmal ein Spektakel ab
Auch im 26. und letzten Heimspiel der DEL 2-Hauptrunde lieferten die Bietigheim Steelers vor ihren Fans in der Ege-Trans-Arena nochmal ein Feuerwerk ab. Gegen die Lausitzer Füchse aus Weißwasser fuhren sie an der Ladies-Night einen 5:2-Erfolg ein und gingen damit zum 13. Mal in dieser Spielzeit siegreich vom heimischen Eis. Dabei musste SCB-Coach Alexander Dück zwar auf sechs Spieler verzichten, dafür waren aber mit Jesse Kauhanen, Philipp Nuss und Luis Ludin gleich alle drei Neuzugänge auf dem Spielberichtsbogen und bekamen auch allesamt direkt Eiszeit.
Ludin, der in Reihe drei neben Tamas Kanya und Filip Reisnecker stand, war bereits nach wenigen Minuten das erste Mal mit von der Partie, bei den anderen beiden dauerte es einige Minuten, bis sie mit der vierten Aufstellung auf die Füchse losgelassen wurden. Kurz vor dem Powerplay kamen die Youngster erstmals zum Zug und gleich wurde es brenzlig. Der Schuss der Gäste rauschte jedoch knapp am Kasten von Olafr Schmidt vorbei (9. Minute).
Rund 60 Sekunden später gab es die erste Strafzeit gegen Füchse. Das Powerplay nutzten die Gastgeber nach nur sieben Sekunden aus. Vom Bully weg bekam Brett Kemp die Scheibe. Er behielt die Übersicht und bediente den frei stehenden Cole Fonstad am zweiten Pfosten. Der Kanadier schob locker zum 1:0 ein (10.). Und viereinhalb Minuten später bedankte er sich bei seinem Sturmpartner und revanchierte sich für den Assist vor dem ersten Tor. Erneut in Überzahl bekam Fonstad zu wenig Gegnerdruck auf dem Weg in die Zone der Gäste und konnte einen genialen Pass in die Gasse zwischen zwei Verteidiger bringen. Den Steilpass erlief Kemp und blieb vor Anthony Morrone eiskalt – 2:0 (15.).
In eigener Unterzahl zum Ende des ersten und Beginn des zweiten Drittels brillierte dann Schmidt einige Male und vereitelte gute Gelegenheiten der Sachsen. In der 25. Minute musste er dann aber doch hinter sich greifen, nachdem er einen Schuss von Clarke Breitkreutz nur prallen lassen konnte. Die Scheibe landete beim blanken Eric Hjorth, der aus kurzer Distanz ins lange obere Eck zum Anschluss traf. Mit dem Momentum im Rücken kamen die Gäste nur vier Minuten später sogar zum Ausgleich. Einen Scheibenverlust nutzten die Füchse eiskalt aus und spielten einen blitzsauberen Konter. Den entscheidenden Querpass konnte Arne Uplegger nicht mehr verhindern. Am zweiten Pfosten stand Charlie Jahnke blank und bedankte sich – Schmidt war machtlos (29.). Doch die Steelers fingen sich wieder und gingen durch Goldhelm Jack Dugan wieder in Front – wenngleich etwas glücklich. Einen Distanzschuss von Sören Sturm blockte Bastian Eckl unfreiwillig und sichtlich schmerzhaft mit dem eigenen Bein ab. Der Puck landete so über Umwege bei „Mister“ Jack Dugan, der sicher versenkte (33.). Kurz vor der zweiten Drittelpause stellten die Ellentäler den alten Vorsprung dann auch wieder her – mal wieder Überzahl. Kurz zuvor war Tim Sezemsky mit einer großen Strafe inklusive Spieldauer nach einem Stockcheck vom Eis gestellt worden. 15 Sekunden später zeigte Brett Kemp sein ganzes Können: Der Kanadier skatete um die Füchse wie um die Fahnenstangen, schob einem Verteidiger das Hartgummi durch die Beine, umkurvte ihn und hämmert schließlich vor Morrone das Spielgerät gnadenlos in die Maschen (38.).
Im Schlussdrittel wirkte es dann so, als würden sich die Schwaben auf dem Vorsprung ausruhen. Offensiv war es inzwischen zu ungenau, der vorletzte Pass gelang bereits nicht mehr. Doch auch von den Männern aus der Lausitz kam nach vorne wenig. Noch übler war, dass 15 Minuten vor Spielende auch noch die Enztalkurve verstummte. Grund dafür war ein medizinischer Notfall im Stehblock, bei dem aber nach kurzer Behandlung der Sanitäter Entwarnung gegeben werden konnte und die Kurve wieder die Sprechchöre anstimmte. Kurz vor Schluss durften die auch noch ein Tor bejubeln. Alex Dostie traf ins leere Netz zum 5:2, nachdem die Füchse alles auf eine Karte gesetzt hatten(58.).
In Krefeld überzeugt besonders die starke Abwehr um Goalie Florian Mnich
Rund 6800 Zuschauer sahen in Krefeld eine überwiegend ausgeglichene Partie. Den besseren Start erwischten jedoch die Gäste, die bereits nach knapp fünf Minuten durch Brett Kemp in Führung gingen und diesen Vorsprung auch bis zur ersten Pause verteidigten.
Im Mitteldrittel stand dann immer häufiger der Steelers-Keeper Florian Mnich im Mittelpunkt und zeigte einige starke Paraden. Beim Ausgleich von Mathew Santos war er allerdings machtlos. Davon zeigte sich Bietigheim aber keineswegs geschockt, sondern spielte weiter munter nach vorne. Die Courage wurde nach 38 Minuten durch den erneuten Führungstreffer von Cole Fonstad belohnt.
Wieder war es der starke Mnich, der das Schlussdrittel prägte und mit weiteren starken Reflexen den knappen Auswärtserfolg beim Hauptrundenmeister in Krefeld festhielt. nb/dd

