Eishockey. Der eine oder andere Zuschauer fühlte sich wohl an das Hinspiel erinnert. Auch damals hatten die Bietigheim Steelers in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 eine deftige Klatsche gegen die Eisbären Regensburg kassiert. Am Freitagabend setzte es erneut eine Abreibung. Unverrichteter Dinge und mit einer 1:5-Packung im Gepäck mussten die Steelers die Heimreise antreten.
In Regensburg legt sich Bietigheim die Gegentore selbst ins Netz
Tabellarisch hätte man eigentlich von einer Begegnung auf Augenhöhe ausgehen können. Auf dem Eis herrschten jedoch völlig andere Kräfteverhältnisse. Das Match benötigte einige Minuten Anlaufzeit, ehe der Bietigheimer Brett Kemp mit einem ersten Versuch am Regensburger Keeper Jonas Neffin scheiterte. Eine weitere Chance sowie eine Powerplay-Situation blieben ungenutzt. Dann wachten auch die Hausherren auf. Obwohl die Steelers eine Vielzahl von Möglichkeiten hatten, flog ihnen der erste Fehler direkt um die Ohren. Pawel Dronia traf in Tornähe die Scheibe nicht. David Morley bedankte sich und traf zur Regensburger Führung.
Auch das zweite Drittel begann mit einer Chance für die Gäste. Diese blieb jedoch erneut ungenutzt und wieder wurden die Steelers dafür bestraft. Constantin Ontl stellte mit einem Distanzschuss auf 0:2. In der Folgezeit agierten beide Kontrahenten auf Augenhöhe, Regensburg hatte aber mehr vom Spiel. Wieder handelten sich die Ellentäler durch eine unglückliche Situation ein Gegentor ein. Im Anschluss an eine Rudelbildung wurde ein Gästeakteur zum Ausdampfen geschickt. Die Überzahl nutzten die Eisbären, die in Person von Jeremy Bracco das 0:3 nachlegten. Auch das vierte Gegentor ereignete sich in Slapstick-Manier. Im denkbar ungünstigsten Moment wechselten die Steelers. Regensburg nutzte das aus und fuhr mit drei Spielern alleine auf den bemitleidenswerten Steelers-Keeper Olafr Schmidt zu, der den Einschlag nicht mehr verhindern konnte.
Im Schlussviertel raffte sich Bietigheim nochmal auf und kam durch Bastian Eckl, der aus spitzem Winkel traf, zum Anschluss - nur noch 1:4. Die Hoffnung hielt jedoch nur kurz, denn wenig später traf Kevin Slezak zum 1:5.
Die Verlängerung bringt den Steelers gegen Bad Nauheim den Heimerfolg
Nach zwei klaren Niederlagen gegen Kassel (1:7) und Regensburg fanden die Bietigheim Steelers gegen den zuletzt so formstarken EC Bad Nauheim zurück in die Erfolgsspur. Nach schwachem Start kämpften sich die Ellentäler in die Partie und siegten in der Verlängerung vor 3972 Zuschauern in der Ege-Trans-Arena mit 2:1.
Neben Keeper Olafr Schmidt standen bei den Bietigheimern Tim Schüle, Arne Uplegger, Mike Fischer, Brett Kemp und Marek Racuk in der ersten Reihe. Filip Reisnecker (verletzt) und der seit Freitag für die Steelers spielberechtigte Förderlizenzspieler Kevin Bicker (in Mannheim im Einsatz) standen den Bietigheimern nicht zur Verfügung.
Die Anfangsminuten gehörten den Gästen aus der Wetterau. Die Steelers, bei denen Alex Dostie nach viermonatiger Verletzungspause sein Heim-Comeback feierte, taten sich im Aufbauspiel schwer. Generell haperte es in der Vorwärtsbewegung. Aus dem Plus beim Scheibenbesitz konnten die Roten Teufel aber zu wenige hochkarätige Chancen herausspielen. Ausgerechnet in Unterzahl hatte Brett Kemp für die Ellentäler die erste große Chance. Bei einem Konter führte der Kanadier die Scheibe eng ums Nauheimer Tor herum und zielte in die kurze Ecke. Doch ECN-Keeper Jerry Kuhn machte die Lücke zu und parierte (5. Minute). Bad Nauheims Goldhelm Justin MacPherson hatte in Unterzahl gleich zwei Mal die Chance, die Gäste in Führung zu bringen. Doch Olafr Schmidt parierte beide Male stark (13.). Fast doppelt so viele Torschüsse sollten die Wetterauer nach zwanzig Minuten vorweisen können (13:7). Es ging jedoch ohne Tore in die erste Drittelpause.
Nach einem Stockschlag von Kemp gerieten die Ellentäler im Mitteldrittel direkt in Unterzahl, überstanden diese aber gut. Doch nachdem es mit Fünf-gegen-Fünf weiterging, waren die Gäste einmal mehr reaktionsschneller und wacher. Einen Schuss von Andrej Bires konnte SCB-Keeper Schmidt noch klären. Den Abpraller sicherte sich aber Nauheims Lukas Ribarik. Sein Schuss rutschte Schmidt über den Schoner und die freiliegende Scheibe netzte Julian Lautenschlager zur verdienten 1:0-Führung ein (24.).
Bad Nauheims Keeper verhindert mehrfach den Rückstand
Anschließend fanden die Steelers endlich besser ins Spiel. Die Zuspiele wurden genauer und die Vorwärtsbewegung energischer. Erneut war es Brett Kemp, der die größte Gelegenheit zum Ausgleich ausließ. Alleine vor Nauheims Keeper Jerry Kuhn wollte er das Hartgummi um den herausstürmenden Torwart schlenzen. Doch der starke Rückhalt des ECN kam noch mit dem Schläger an die Scheibe und parierte spektakulär. In einem anschließenden Powerplay setzten sich die Bietigheimer gut fest und Alex Dostie hatte mehrere gute Gelegenheiten. Immer wieder sicherte Jerry Kuhn mit mehreren starken Paraden die Führung der Gäste.
Ins Schlussdrittel starteten die Ellentäler mit angepassten Reihen. „Wir hatten das Gefühl, dass es in den Reihen etwas hakt und haben umgestellt“, erklärte SCB-Trainer Dück nach dem Spiel. Vor allem die reine Import-Reihe mit Racuk, Dugan und Kemp machte nun enormen Druck. Praktisch im Minutentakt erspielten sich die Gastgeber gute Möglichkeiten. Phasenweise wirkte das Spiel trotz Fünf-gegen-Fünf wie ein dauerhaftes Power-Play der Steelers. Die Roten Teufel lauerten auf Konter, waren aber überwiegend im eigenen Drittel eingeschnürt. Erst als die Ellentäler dann aber tatsächlich in Überzahl kamen, nachdem Parker Bowles wegen Beinstellens und unsportlichen Verhaltens eine Zwei-plus-zwei-Minutenstrafe erhalten hatte, platzte der Knoten. Nach einem Schuss von Arne Uplegger sicherte sich Jack Dugan den Abpraller und netzte zum 1:1-Ausgleich ein (54.). Beinahe wäre dem Bietigheimer Goldhelm sogar der Siegtreffer gelungen. Ein Schuss Dugans knallte an den Außenpfosten (58.).
Dann ging es in die Verlängerung. Nach einer erneuten Strafzeit gegen Bowles schob Brett Kemp nach Zuspiel von Jack Dugan zum umjubelten 2:1-Sieg ein. „Es war ein sehr, sehr zähes Spiel“, betonte Alexander Dück nach dem Spiel. „Wir hatten vorne Ladehemmung und sind froh, die zwei Punkte mitzunehmen.“ dd/ust

