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Die Steelers haben das Gewinnen verlernt

Bietigheim verliert sowohl gegen den EC Bad Nauheim als auch bei den Eisbären Regensburg. Der Rückstand des Tabellenschlusslichts der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 wird dabei immer größer. Trainer Alexander Dück kritisiert seine Mannschaft scharf.

  • Mick Hochreither (hinten) von den Bietigheim Steelers jagt den Bad Nauheimer Raphael Jakovlev. Foto: Baumann

    Mick Hochreither (hinten) von den Bietigheim Steelers jagt den Bad Nauheimer Raphael Jakovlev. Foto: Baumann

Eishockey. Die Bietigheim Steelers verlieren nach einer 2:4-Niederlage gegen den EC Bad Nauheim und einer 1:5-Pleite bei den Eisbären Regensburg den Anschluss in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2.

Bislang war es bei Spielen der Bietigheim Steelers in der DEL 2 gang und gäbe, dass der Aufsteiger aus dem Ellental früh in Führung gegangen war und letztlich doch das Spiel abgegeben hatte. Doch beim Heimspiel am Freitagabend in der Ege-Trans-Arena gegen den EC Bad Nauheim wendete sich das Blatt. Dieses Mal geriet der SCB früh in Rückstand. Doch am Endergebnis änderte das Nichts: Wieder haben die Steelers knapp verloren, dieses Mal mit 2:4 und behalten die rote Laterne damit weiter fest in der Hand. Dem ECN gelang hingegen ein Befreiungsschlag.

Vom frühen Rückstand erholen sich die Steelers schnell

Schon nach fünf Minuten mussten die Fans mit ansehen, wie die Gäste früh für die kalte Dusche sorgten. In einer frühen doppelten Unterzahl hatte nämlich keiner der Gastgeber mehr den Stock bei ECN-Goldhelm Jordan Hickmott. Der hatte wenig Problem über Goalie Olafr Schmidts Schulter hinweg das 1:0 für die Gäste zu erzielen. Doch von dem Rückschlag erholten sich die Hausherren schnell, überstanden den Rest der Strafzeit unbeschadet und schlugen nach nur vier Minuten zurück. Erst ließ Tim Schüle noch die gute Chance am langen Pfosten liegen, wenige Sekunden danach war Marek Racuk nach einem starken Zuspiel von Brett Kemp frei durch, ließ Gäste-Goalie Gerald Kuhn mit einer Schussfinte aussteigen und schob zum Ausgleich ein (9. Minute).

Die Bietigheimer Führung hält noch nicht einmal bis zur Pause

Auch von einem Alutreffer der Hessen ließ sich der SCB nicht beirren und drückte weiter aufs Gas. Dadurch stand Jack Dugan am Ende einer sauberen Kombination im Zentrum komplett blank und konnte locker die Partie drehen (13.). Doch obwohl die Schwaben weiter besser im Spiel waren, kam der EC kurz vor der Drittelpause aus dem Nichts zum Doppelschlag. Erst nutzte Raphael Jakovlev einen Abstauber. Nach einem Abpraller von der Bande hinter dem Tor reagiert der Stürmer am schnellsten und netzte zum 2:2 ein (17.). Keine zwei Zeigerumdrehungen später war Julian Lautenschlager nach einem Bully im Gewusel der Nutznießer und verwertete sogar zur Pausenführung.

Und davon wirkten die Steelers erst einmal schwer getroffen. Denn auch zum Start des zweiten Drittels fanden sie nicht wirklich aufs Eis und das trotz einer anfänglichen Überzahl. Stattdessen nutzte Hickmott eine defensive Schlafmützigkeit gnadenlos für seinen zweiten Treffer aus. Ohne Zuordnung der Bietigheimer Hintermannschaft wurde der Goldhelm des ECN nämlich komplett frei vor Schmidt stehengelassen und überwand ihn sicher (26.). Ruhe kehrte in der Folge jedoch überhaupt nicht ein. Munter ging es hin und her, keine Mannschaft schaffte es, sich vorne festzusetzen. Alle Angriffe versandeten schnell und scheiterten spätestens am letzten Pass. Alles Anrennen der Gastgeber blieb daher unbelohnt, immerhin ließen sich die Nauheimer ebenfalls von dieser Hektik anstecken. Keinem Team mochte etwas gelingen, es wirkte wahrlich, wie es die Tabellensituation im Vorfeld abgezeichnet hatte: Der Letzte gegen den Vorletzten oder auch Not gegen Elend.

Zwei dicke Chancen zum Ausgleich kann das Dück-Team nicht nutzen

Gleich zwei Mal hatten die Hausherren kurz vor der zweiten Drittelpause die Großchance auf den Anschlusstreffer. Erst scheiterten der Wiedergenesene Mike Fischer eineinhalb Minuten vor der Unterbrechung bei einem Zwei-gegen-Eins mit Tyler McNeely an Kuhn. Acht Sekunden vor der Sirene war es Marek Racuk, der im Alleingang auf den Schlussmann zuging und das 3:4 liegen ließ. So ging es mit dem Zwei-Tore-Rückstand in die letzten 20 Minuten, in der die Gäste nur noch hinten Beton anrührten und die Steelers auf sich zukommen ließen. Da die Ellentäler aber im Abschluss recht harmlos waren hatten die Hessen kaum Probleme. So hatten die Grün-Weiß-Blauen sogar noch Glück, dass die Bad Nauheimer in der Schlussphase zwei Mal nur die Torumrandung trafen.Die Partie plätscherte mit 2:4 ihrem Ende entgegen, ein letztes Aufbäumen blieb aus. Stattdessen verließen die Heimfans schon zwei Minuten vor Spielende in Scharen die Arena während die Gästeanhänger noch Minutenlang nach der Schlusssirene ihre Mannschaft munter feierten. 50 Prozent der Niederlage schob SCB-Trainer Alexander Dück nach der Partie auf das kurze Stürmer-Line-Up. Die Steelers spielten ohne Bastian Eckl, Joshua Rust und Alex Dostie. „Die Tore, die wir kassiert haben waren vermeidbare Tore. Mental spielt das auch eine Rolle, wenn man müde wird passieren mehr Fehler“, resümierte der Coach.

Auch in Regensburg geraten die Ellentäler schon früh in Rückstand

Noch vor Spielbeginn in Regensburg hatten die Bietigheim Steelers die Verpflichtung des Stürmers Cole Fonstad verkündet. „Wir sind überzeugt, dass er unserem Spiel frischen Schwung verleiht und uns in den kommenden Wochen entscheidend weiterhelfen wird“, wird Trainer Alexander Dück in der Pressemitteilung der Steelers zitiert. Zuletzt stand Fonstad beim schwedischen Zweitligisten Södertälje SK unter Vertrag. Der Kanadier kennt Deutschland aus seiner Zeit in Straubing, wo er zu insgesamt 85 DEL-Einsätzen kam. Noch ohne den neuen Angreifer, der erst gestern in Bietigheim erwartet wurde, ging es für die Ellentäler am Sonntag nach Regensburg. Trainer Dück setzte auf Florian Mnich im Tor und musste mit ansehen, wie bereits nach 27 Sekunden gegen Jack Dugan die erste Zwei-Minuten Strafe ausgesprochen wurde. Die Steelers überstanden die frühe Unterzahl schadlos. Doch als kurz darauf eine nicht geklärte Scheibe direkt vor den Schläger von Eisbären-Stürmer Alex Berardinelli fiel, fackelte der nicht lange und schoss die Gastgeber zur glücklichen Führung. Benjamin Zientek hatte die größte Chance der Gäste. Doch Eisbären-Keeper Jonas Neffin zeigte gute Reflexe und parierte zwei Mal stark. Nach einer unübersichtlichen Situation in Folge eines Wechsels schalten die Gastgeber blitzschnell um und Corey Trevino netzte über die rechte Stockhand von Mnich zur 2:0-Führung ein (15.). Kleine Fehler und Nachlässigkeiten unterliefen beiden Teams. Doch während die Steelers daraus kein Kapital schlagen konnten, waren die Donaustädter einfach effizienter.

Zwei Mal trifft Bietigheim lediglich das Aluminium

Ins zweite Drittel starteten die Ellentäler mit einer starken Druckphase und setzten die Regensburger im eigenen Drittel fest. Im ersten Power Play hämmerte Jack Dugan das Hartgummi erst an die Latte (24.), im kurz darauf folgenden Überzahlspiel ging sein Schuss an den Pfosten. Gerade als der Anschlusstreffer in der Luft lag, setzten die Regensburger einen Konter, den Constantin Ontl zum 3:0 verwertet. Die mitgereisten Fans der Steelers skandierten in der Donau-Arena: „Wir wollen euch kämpfen sehen.“ Die Bietigheimer blieben am Drücker, aber nutzten ihre Chancen nicht. Ganz anders die Gastgeber: Nachdem Corey Trevino die Scheibe nach vorne gebracht hatte, legte er quer durch die Schlittschuhe von Arne Uplegger direkt auf Bryce Kindopp, der den vierten Treffer für die Eisbären erzielte (38.).

Die Hoffnung auf eine mögliche Aufholjagd wurde zu Beginn des Schlussdrittels im Keim erstickt. Regensburgs Angaran hatte erkannt, dass die Zuordnung bei den Gästen nicht stimmte und brachte den Puck vor das Tor zu Kevin Slezak, der für das 5:0 sorgte. Immerhin gaben sich die Ellentäler nicht ganz auf. Tamas Kanya gelang der Ehrentreffer. Doch dann war die Luft raus und am Ende stand eine klare 1:5-Niederlage aus Sicht der Bietigheimer.

Alexander Dück fand in der Pressekonferenz deutliche Worte: „Das Spiel haben wir verdient verloren. Unser Spiel ohne Scheibe war katastrophal. Wenn die vierte Reihe die Beste auf dem Eis ist, kann man kein Spiel gewinnen. Das ist kein Juniorenhockey, wo es nur nach vorne geht. Wir verlieren zu leicht die Scheibe, weil wir auf Sachen spekulieren und die Arbeit in der Rückwärtsbewegung nicht konsequent genug ist. Das kostet uns momentan die Spiele“, stellt Dück fest. nb/ust

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