EishockeySportaufmacher 3

Blitzsauberer Doppelspieltag des Spitzenreiters

Die Bietigheim Steelers bleiben in der Eishockey-Oberliga Süd das Maß aller Dinge. Sowohl gegen die Tölzer Löwen als auch im Schlagerspiel gegen die Memmingen Indians
gelingen deutliche Siege, die den Verbleib an der Tabellenspitze sichern.

  • Der Bietigheimer Christoph Kiefersauer (links) lässt sich auch von zwei Tölzer Löwen nicht stoppen. Foto: Baumann

    Der Bietigheimer Christoph Kiefersauer (links) lässt sich auch von zwei Tölzer Löwen nicht stoppen. Foto: Baumann

Eishockey. Mit zwei Siegen haben die Bietigheim Steelers in der Eishockey-Oberliga Süd die Tabellenführung verteidigt. Gegen die Tölzer Löwen feierte der Spitzenreiter einen 6:3-Heimerfolg. Am Sonntag folgte ein 5:1-Sieg beim ECDC Memmingen Indians.

Gegen Tölz zeigen die Steelers beeindruckende Nehmerqualitäten.

Passend zum Tag der Vereine steppte in der Ege-Trans-Arena der Bär. Beim Heimspiel der Bietigheim Steelers gegen die Tölzer Löwen spielten nicht nur vor der Partie die CVB Wobachspatzen – eine Guggenmusik-Gruppe aus Bietigheim-Bissingen –, sondern auch in der ersten Drittelpause heizten die rund 25 Musikerinnen und Musiker den Fans ein und machten nicht nur Stimmung, sondern auch Laune. Wohl beflügelt von diesem kleinen Konzert gewannen auch die Ellentäler mit 6:3 und verteidigten die Tabellenführung in der Oberliga.

Die Partie mit den Löwen war gleich für eine Handvoll Steelers-Spieler eine Besondere, Dennis Dietmann, Christoph Kiefersauer und Niklas Heinziger sind alle gebürtig aus der Kurstadt, durchliefen dort die Jugendteams und waren auch bei den Männern noch auf dem Eis. Die letzteren Beiden standen auch zeitgleich mit Routiniers Tyler McNeely in der Saison 2019/20 in Tölz auf dem Eis, auch Sören Sturm und der verletzte Tim Schüle hatten kurze Gastspiele dort. Von großer Sentimentalität zur alten Heimat war auf dem Eis allerdings nichts zu spüren.

Wenngleich sich die Gastgeber zu Anfang schwer taten. Die Oberbayern kamen besser ins Spiel, David Zabolotny im Tor rettete nach sechs Minuten in höchster Not aus kurzer Distanz die Null. Offensiv kam vom SCB derweil zu wenig, der letzte Pass war oft zu unsauber, die Scheibe versprang ein ums andere Mal. Erst bei einem Solo vom wiedergenesenen Fedor Kolupaylo brannte es lichterloh bei den Löwen, nach seinem Lauf übers halbe Feld knallte er den Schuss aber an den Pfosten (10. Minute).

Mit laufender Spielzeit wurde der SCB immer stärker, kurz vor der Pause verpassten McNeely, Kiefersauer und Bastian Eckl das 1:0. Den Chancenwucher bestraften die Gäste dann in Durchgang zwei, wurden aber auch von Zabolotny eingeladen. Einen vermeintlich harmlosen Schuss aus spitzem Winkel von Christoph Fischhaber fiel dem Goalie aus der Fanghand und rutschte an ihm vorbei. Hinter dem Deutsch-Polen stand Topi Piipponen frei und hatte keine Probleme, das Hartgummi über die Linie zu drücken (26.).

Die schnelle Antwort der Hausherren blieb vorerst aus, da Eckl, Joshua Rust und Alexander Dell eine Drei-auf-Eins-Situation drei Minuten später nicht sauber ausspielten und der Abschluss nicht ordentlich aufs Tor kam. Die Steelers und auch der Goalie schwammen nach dem Gegentor defensiv mächtig. Weitere drei Male hatte Zabolotny die Scheibe nicht sofort unter Kontrolle und konnte jeweils erst im Nachfassen entschärfen.

Erst eine doppelte Überzahl gab den Gastgebern wieder Hoffnung und brachte sie zurück ins Spiel. Nach der zweiten unnötigen Strafen gegen die Bayern kam der Puck nach dem Bully von Pawel Dronia zu Erik Nemec, der Tscheche hielt drauf und versenkte platziert im unteren rechten Eck zum 1:1 (39.). Doch wie schon vor dem 0:1 verpassten es die Ellentäler selbst in Front zu gehen und kassierten zwölf Minuten vor Schluss die Quittung. Nach einem einfachen Pass über die Bande hinter dem Tor stand Fischhaber völlig blank am zweiten Pfosten und schob zum 2:1 ein (48.).

Dieses Mal ließen sich die Schwaben davon aber nicht beeindrucken. 24 Sekunden später wurde der Hallensprecher Andreas Lausch von Jubelstürmen unterbrochen. Denn McNeely hatte sich die Scheibe an der blauen Linie erobert, mit einem schnellen Pass Kiefersauer gefunde, der dieses Mal sicher zum 2:2 versenkt hatte.

Und wer nur kurz in der Ege-Trans-Arena die Augen zu gemacht hatte, der musste sich wohl denken, dass er ein Deja-vu erlebte. Erneut vergingen nur 28 Sekunden, da bekam Kolupaylo den Puck, fand in einer Replik des 2:2 Erik Nemec, der sich erneut als Torschütze feiern lassen durfte und die Partie mit dem 3:2 drehte (49.).

Doch auch dabei sollte es noch lange nicht bleiben. Die Gäste konterten selbst, wieder sah Zabolotny nicht gut aus. Einen Schuss von der blauen Linie sah der Schlussmann eigentlich auf sich zu fliegen, trotzdem fand Niklas Hörmanns Versuch den Weg ins Netz. Die Freude der rund 50 mitgereisten Tölzer währte nicht lange, erneut war es ein Doppelschlag des SCB: Erst stellte der bärenstarke Kolupaylo den alten Abstand wieder her, eine halbe Zeigerumdrehung später markierte Kiefersauer mit seinem zweiten Tor des Abends das 5:3. Den Schlusspunkt setzte dann Alexander Dell eineinhalb Minuten vor Schluss, als er einen sauber zu Ende gespielten Konter zum 6:3 vollendete.

Memmingen kann dem Spitzenreiter nur ein Drittel lang Paroli bieten.

Das Auswärtsspiel bei den Indians war in der Anfangsphase geprägt von einigen harten Zweikämpfen. Sowohl Robert Peleikis auf Memminger als auch Marvin Drothen auf Bietigheimer Seite wurden nach sieben Minuten zum Ausdampfen geschickt. Für den ersten spielerischen Höhepunkt sorgte dann Matej Pekr, der die Hausherren nach acht Minuten mit 1:0 in Führung schoss. Davon zeigten sich die Steelers jedoch kaum beeindruckt und glichen durch Tyler McNeely zwei Minuten später aus. Kurz vor dem Ende des ersten Drittels legte McNeely nach (19.).

Im Mitteldrittel dominierten die Grün-Weiß-Blauen das Geschehen. Erik Nemec baute die Führung nach präzisem Zusammenspiel mit Fedor Kolupaylo und McNeely auf 3:1 aus. Wenig später erhöhte Christoph Kiefersauer, assistiert von Pawel Dronia, auf 4:1. Trotz weiterer Unterzahlsituationen hielt die Defensive der Steelers, angeführt von einem starken Olafr Schmidt im Tor, die Memminger Angriffe in Schach. Mick Hochreiter setzte mit dem 5:1 den Schlusspunkt eines nahezu perfekten Drittels.

Das letzte Drittel dominierte der Spitzenreiter nach Belieben und ließ keinen Zweifel mehr an einem deutlichen Auswärtssieg aufkommen. nb/dd

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