Eishockey. Die Bietigheim Steelers haben in der Eishockey-Oberliga Süd das prestigeträchtige Derby bei den Heilbronner Falken mit 6:7 verloren, am Sonntag aber mit einem harten Stück Arbeit den 4:1-Erfolg gegen die Höchstadt Alligators gesichert.
Erst das dritte Drittel brachte Klarheit im Spiel gegen Höchstadt. Am Sonntag wirkte der Absteiger aus der DEL 2 müde und gezeichnet vom kräftezehrenden Derby. „Das Heilbronn-Spiel hat uns viel abverlangt, es waren viele Laufwege“, sagte Steelers-Coach Alexander Dück. Von Beginn an hielt Höchstadt dem Druck des SCB stand. Den Abwehrriegel knackte schließlich Alexander Preibisch als erstes, wobei er von Michail Guft-Soklov eingeladen wurde. Der Stürmer spielte dem Bietigheimer Kapitän einen Querpass an der eigenen blauen Linie direkt in den Schläger, Preibisch bedankte sich und erzielte das 1:0 (7. Minute). Zu mehr reichte es nicht, obwohl Gäste-Goalie Michael Paterson-Jones nicht sattelfest wirkte. Erst in der 28. Minute spielte der SCB endlich mal schnörkellos und schnell. Sören Sturm schickte den Puck in die Rundung, wo Tyler McNeely stand. Der Kanadier hatte das Auge für Christoph Kiefersauer, der alleine vor dem HEC-Netz stand und links flach verwertete. Zuvor hatte Bietigheim noch Glück, dass es nicht plötzlich 1:1 stand, denn Ravio Friedenfels traf bei einer baugleichen Szene die Scheibe nicht sauber.
Selbst nach einer Matchstrafe gegen Höchstadts Klavs Plancis für einen Schlittschuhtritt gegen Leon Schulz – in der der Tabellenzweite fünf Minuten lang in Überzahl spielt – kamen nur zwei magere Schüsse zustande. Das sorgte bei den Fans für Unmut. Aus der Pause kamen die Schwaben mutig und suchten schnell den Abschluss. Erst traf Tamas Kanya nach einem Abpraller nur die Latte (41.), zwei Minuten später tauchte Kiefersauer nach einem Befreiungsschlag frei vor dem Schlussmann auf, brachte das Hartgummi aber nicht durch die Schoner. Nach einem zweiten Alu-Kracher von Erik Nemec (50.) legte er sieben Minuten vor Schluss auf Marek Racuk ab, der den Puck ansatzlos zum 3:0 unter die Latte schweißte. Den Gästen gelang zum Jubel der rund 50 mitgereisten Fans 3:55 Minuten vor Ende noch der Anschlusstreffer. Jack Bloem stocherte in Überzahl – der HEC spielte ohne Goalie – das Spielgerät über die Linie. Alexander Dell nutzte den verwaisten Kasten fürs 4:1 ins leere Tor (58.)
Ein großes Spektakel bot sich den 3500 Fans im Heilbronner Eisstadion schon am Freitagabend, als die Falken den Krimi mit 7:6 für sich entschieden. Hitzige Stimmung, laute Beleidigungen und gegenseitige Hasstiraden – es war Derbyzeit zwischen den Bietigheim Steelers und den Heilbronner Falken. Erstmals seit über vier Jahren war das gesamte Eisstadion im Unterland wieder gefüllt.
Spektakel, Boxeinlagen und Spieldauerstrafe im Derby gegen die Falken
Vom Eröffnungsbully weg gab es Nicklichkeiten, harte Checks und die ein oder andere Handgreiflichkeit. Mit Ende des zweiten Drittels lieferten sich Sören Sturm und Benedikt Jiranek im Mittelkreis eine Schlägerei, die sich bis zum Gang in die Kabine auswirkte. Denn Pawel Dronia und Marek Racuk schauten vor dem Weg in die Katakomben noch bei der Falken-Bank vorbei, um ein paar Worte auszutauschen. Kapitän Preibisch musste die Bietigheimer Streithähne auf die eigene Seite schicken. In der Folge wurden die beiden Boxer Sturm und Jiranek für fünf Minuten zum Auskühlen geschickt, Racuk für zwei Minuten. Auf Heilbronner Seite bekam Corey Mapes eine Spieldauerstrafe – er hatte Gegenstände in den Zuschauerraum geworfen.
Die Hausherren bestimmten das Spiel in den ersten Minuten, das erste Tor machte hingegen der SCB. Preibisch eroberte die Scheibe an der blauen Linie und kombinierte sich mit Christoph Kiefersauer durch, der vor dem Tor eiskalt blieb und das Spielgerät zum 1:0 in die Maschen schweißte (8.). Die Steelers wollten mit einem Diagonalpass hinter dem eigenen Tor das Spiel eröffnen, der Puck landete aber direkt im Schläger von Niklas Jentsch. Der 25-Jährige stand direkt vor Olafr Schmidt blank, bedankte sich und traf über die Schulter des Goalies zum Ausgleich (13.). 77 Sekunden später gewannen die Gastgeber einen Bully im SCB-Drittel, Benedikt Jiraneks Schuss vors Tor wurde von Nolan Ritchie artistisch per Hacke abgefälscht, der damit Schmidt ins falsche Eck schickte. Das 2:1 blieb auch nach Studium des Videobeweises bestehen.
Sören Sturm sorgte kurz vor der Pause für den erneuten Ausgleich. Eine Hereingabe von Fedor Kolupaylo leitete Marek Racuk nach hinten weiter, wo der Routinier sträflich freigelassen wurde und zum 2:2 einschob. Im zweiten Drittel liefen die Steelers in einen Konter. Torschütze: Robin Just (24.). Dann verlor Zawatsky eine Kufe in aussichtsreicher Position, die Scheibe kam zu Manuel Nix. Sein Distanzschuss bedeutete das 4:2 (27.). Das war ein Weckruf für den SCB. 64 Sekunden danach wurde Tamas Kanya von Kolupaylo bedient und erzielte umgehend das 3:4. Sein Team blieb auf dem Gaspedal. Einen langen Pass aus der eigenen Zone heraus nahm Preibisch in den Lauf mit, ging alleine auf Berger zu und legte nochmals zurück. Tyler McNeely stocherte den Puck über die Linie. Anschließend verteidigte der SCB eine doppelte Unterzahl. Racuk lief das halbe Feld entlang, der Abschluss rutschte über die Fanghand von HEC-Schlussmann Berger zum 5:4. 40 Sekunden später verlor Zawatsky zum dritten Mal seine Kufe, McNeely erhöhte in der Verwirrung auf 6:4 (35.). „Bei so einer Führung sollte man clever genug sein, sie in die Pause mitzunehmen“, monierte Dück, denn das passiert nicht. Die Unterländer glichen mit einem Doppelschlag aus – erst Nix, dann Thore Weyrauch (39.). Den Schlusspunkt setzte Ritchie, der mit einem Solo aus der Drehung Schmidt überraschte – 7:6.
Schon heute Abend geht es weiter. In Bietigheim gastiert ab 19.30 Uhr der Deggendorfer SC. nb

