Eishockey. Wenn die Bietigheim Steelers in der heimischen Ege-Trans-Arena spielen, gibt es derzeit regelmäßig Grund zu feiern. Gegen die Eispiraten Crimmitschau holten sie mit dem 3:1 den vierten Heimsieg in Folge in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2. Doch auswärts bei den Blue Devils Weiden hatte Bietigheim mit 1:4 das Nachsehen.
In der mit 4493 Zuschauern ausverkauften Ege-Trans-Arena herrschten stimmungstechnisch ideale Bedingungen, um die Siegesserie auszubauen. SCB-Trainer Alexander Dück baute die Startformation um. In der ersten Reihe der Steelers standen neben Goalie Olafr Schmidt nun die Verteidiger Tim Schüle und Arne Uplegger neben Mike Fischer, Brett Kamp und Marek Racuk auf dem Eis. Die Bietigheimer gerieten gleich zu Beginn in Unterzahl, nachdem Arne Uplegger eine Zwei-Minuten-Strafe wegen Beinstellens kassiert hatte. Die Gäste aus Sachsen, die von vielen mitgereisten Fans lautstark unterstützt wurden, hatten die erste große Chance. Nach Zuspiel von Corey Mackin traf Maxim Trepanier nur den Außenpfosten. Das Penalty Killing der Steelers funktionierte, die Ellentäler hielten sich schadlos. Auch nach der Überzahl waren zunächst die Eispiraten die spielbestimmende Mannschaft mit mehr Scheibenbesitz.
Powerplay wird weder von Bietigheim noch von seinen Gästen genutzt
Mit zunehmender Spieldauer kamen die Hausherren im Ellental zusehends besser in die Partie. Noch in Unterzahl brachte Marek Racuk das Hartgummi aus spitzem Winkel auf das Tor der Gäste, doch deren Keeper Kevin Reich parierte. Im ersten eigenen Powerplay vergab Brett Kemp nach Zuspiel von Arne Uplegger in aussichtsreicher Position. Mittlerweile waren die Bietigheimer gut im Spiel und sie setzten sich auch im Fünf-gegen-fünf gut im gegnerischen Drittel fest. Nach einem gewonnenen Bully von Tyler McNeely kam die Scheibe zu Arne Uplegger und der 27-Jährige zögerte nicht lange, sondern zog aus halbrechter Position direkt ab. Das Hartgummi sauste an Keeper Reich vorbei ins lange Eck zum 1:0 (19. Minute).
Ins zweite Viertel starteten die Ellentäler in Überzahl. Mirko Sacher hatte Ende des ersten Durchgangs noch eine Strafzeit wegen Beinstellens erhalten. Im Powerplay hatten die Steelers die gute Gelegenheit, direkt den zweiten Treffer nachzulegen. Doch nach einer Kombination von Uplegger, Fonstad und Dugan landete der Direktschuss des Bietigheimer Goldhelms nur am Außengestänge des Gästetors. Nachdem die Drangphase der Ellentäler langsam abebbte, kam Crimmitschau wieder besser ins Spiel. Mick Hochreither rutschte die Scheibe als letzter Mann weg und Louis Brune startete durch, um alleine auf Olafr Schmidt zusteuern zu können. Doch der Bietigheimer Schlussmann reagierte blitzschnell, kam aus seinem Kasten angestürmt und fegte den Puck vor Brune weg. Crimmitschau blieb anschließend am Drücker. Viel Glück hatten die Hausherren, als ein verdeckter Schuss von Felix Thomas von Höhe der blauen Linie an den rechten Außenpfosten knallte. Die Steelers lauerten auf Kontergelegenheiten. Doch zuerst scheiterte Kemp mit einem Schuss ans Außennetz, anstatt den in den freien Raum gelaufenen Tyler McNeely zu bedienen. Und auch Marek Racuk gelang es anschließend nicht, Reich in einer Eins-gegen-eins-Situation zu überwinden.
Zweites Drittel bleibt torlos, das dritte bringt den Sieg
So ging es nach einem torlosen zweiten Drittel weiterhin mit 1:0 in den Schlussabschnitt. In die letzten 20 Minuten starteten die Bietigheimer gut. Nach einem Pass von Kemp scheiterte Racuk am Gästekeeper. Als Benedikt Jiranek nach einem Check auf die Strafbank musste, nutzten die Eisbären ihre Chance. Adam McCormick legte in Überzahl quer auf Corey Mackin und der netzte per Direktschuss zum 1:1 ein (48.). Doch in den Schlussminuten waren es nicht die Gäste, sondern die Steelers, die mehr auf den Führungstreffer drängten. Pawel Dronia zog vom DEL-2-Logo ab und der verdeckte Schuss sauste ins Tor (56.). Anschließend gerieten Dugan und Scalzo aneinander. Es gab für beide je zwei Strafminuten, für den Crimmitschauer jedoch zwei weitere Minuten wegen übertriebener Härte. Das brachte den Steelers eine willkommene Überzahlsituation. Die Zeit lief munter runter. Erst in der Schlussminute konnten die Gäste den Goalie ziehen. Doch nach nur zehn Sekunden entschied Cole Fonstad das Spiel mit seinem Treffer in den leeren Kasten.
30 Torschüsse der Steelers reichen in Weiden nicht zum Erfolg
Insgesamt 30 Torschüsse feuerten die Steelers am Freitagabend auf das Netz von Weidens Goalie Simon Wolf ab. Davon fand nur Cole Fonstads zwischenzeitliches 1:2 den Weg ins Tor. Am neunten Spieltag vor rund zwei Monaten holten die Bietigheim Steelers mit 6:1 gegen die Blue Devils Weiden ihren ersten Dreier in der aktuellen DEL-2-Saison. Es war der Dosenöffner, nach dem Horror-Start in die Spielzeit ist der Anschluss an das Tabellenmittelfeld geschafft. Das erste Aufeinandertreffen mit den Oberpfälzern im Oktober war nicht nur der erste Drei-Punkte-Sieg, sondern auch das Debüt von Neuzugang Fonstad, der nur wenige Tage zuvor verpflichtet wurde. Der neue Kanadier bereitete damals sogar auch gleich zwei Tore vor, beim zweiten Duell am Freitagabend erzielte er das zwischenzeitliche 1:2 direkt vor der zweiten Drittelpause.
Die Partie vor 2560 Zuschauern startete mit Tempo und Torchancen auf beiden Seiten. Die Steelers, bei denen Neuzugang Filip Reisnecker einen Tag nach seiner Verpflichtung bereits debütiert, starteten auch gleich mit dem Deutsch-Tschechen in der ersten Reihe. Es machte auch mächtig Betrieb, es mangelte allerdings noch in der Präzision.
Nach etwas mehr als einer halben Stunde war Goalie Schmidt machtlos. Luca Gläser stand im Zentrum plötzlich komplett blank, die abgefälschte Scheibe kam per Zufall zum Stürmer. In der 32. Minute zog er zum 1:0 ab. Genau 60 Sekunden danach jubelten die Blue-Devils-Fans schon wieder, Tom Schwarz war der Torschütze. Von dem 0:2 ließen sich die Steelers nicht beirren und spielten mutig weiter. Mit Erfolg, zwei Sekunden vor der zweiten Drittelpause fiel das verdiente 1:2. Angetrieben davon machte der SCB weiter, die Schwaben kamen mit Feuer unterm Hintern aus der Kabine. Doch die weiteren Tore schossen die Gastgeber. Einen Abpraller verwertete Gläser, der wieder richtig stand und zum 3:1 traf, ehe Constantin Vogt das 4:1 erzielte. nb/ust

