EishockeySportaufmacher 2

Bietigheim Steelers gestalten die Halbfinal-Serie wieder offen

In den Playoffs der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 gewinnt der SC Bietigheim sein Heimspiel gegen die Kassel Huskies mit 3:2 und gleicht damit die Serie auf 2:2 aus.

  • Nach dem 1:0 von Cole Fonstad (Bild) haben die Steelers auch am Ende Grund zu jubeln. Foto: Baumann

    Nach dem 1:0 von Cole Fonstad (Bild) haben die Steelers auch am Ende Grund zu jubeln. Foto: Baumann

Eishockey. Beim 3:2-Heimsieg gegen die Kassel Huskies haben die Bietigheim Steelers zahlreiche Möglichkeiten ausgelassen, um das Spiel vorzeitig zu entscheiden. Nach zuletzt zwei Niederlagen in der Playoff-Halbfinal-Serie der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 hat Gastgeber Bietigheim dennoch die richtige Reaktion gezeigt und das Spiel gewonnen.

Einzig und allein an der Chancenverwertung haperte es am Mittwochabend, ansonsten schnürten die Hausherren die Nordhessen phasenweise komplett ein und kontrollierten das Spiel. „Solange wir Chancen bekommen, ist es die halbe Miete“, zeigte sich SCB-Coach Alexander Dück nach dem Spiel dennoch zufrieden.

Rotation in den Startaufstellungen

Während bei den Steelers Tyler McNeely an seinem 39. Geburtstag nach seiner Sperre zurück ins Line-Up rotierte und Olafr Schmidt wieder anstelle von Florian Mnich zwischen den Pfosten stand, fehlte bei den Huskies der Siegtorschütze aus Spiel zwei, Kaspars Daugavins. Auch ohne den lettischen Fahnenträger der Olympischen Spiele 2026 kamen die Nordhessen wie schon am Ostermontag gut aus der Kabine und setzten in Person von Simon Schütz nach anderthalb Minuten das erste Warnzeichen. Der Verteidiger setzte seinen Schuss aus der Distanz aber nur an den Querbalken.

Das war für den SCB aber ein Hallo-wach-Effekt. Denn eineinhalb Minuten später blockte Bastian Eckl erst einen Distanzschuss und leitete dann den Konter selbst ein. Im Fallen brachte er den Puck zum durchstartenden Cole Fonstad, der gemeinsam mit Jack Dugan auf das Kasseler Tor zuging. Bode Wilde konnte den Querpass auf Dugan nicht mehr verhindern, und der Hauptrunden-Goldhelm vollendete auf Vorlage des Playoff-Goldhelms zum frühen 1:0 für die Gastgeber (3. Minute). Eine gern gesehene Abwechslung, waren die Ellentäler in den drei vorherigen Halbfinal-Duellen doch jeweils mit zwei Toren in Rückstand geraten. Nach der Führung überließen die Schwaben den Nordhessen die Scheibe und tauchten selbst nur selten in der gegnerischen Zone auf. Arne Uplegger hatte 70 Sekunden vor Drittelende Pech, sein Abschluss traf nur den Außenpfosten.

Gastgeber aus dem Ellental legen 3:0-Führung vor

So ging es pari in den zweiten Abschnitt, in dem der Verteidiger dann mehr Glück hatte. Im ersten Powerplay der Partie verpasste Brett Kemp erst noch eine Hereingabe von Dugan (24.), Sekunden danach schweißte Uplegger einen satten Schuss von der blauen Linie in die Maschen – 2:0 (25.). Etwas mehr als zwei Minuten später stand auch Kassel erstmals mit einem Mann mehr auf dem Eis, Fonstad musste auf SCB-Seiten auf der Strafbank Platz nehmen. Das überstanden die Gastgeber aber unbeschadet.

Die Steelers schöpften daraus neue Kraft, in Gleichzahl ließ Tim Schüle dann aber das 3:0 liegen. Mit einer Schussfinte lag Maurer bereits auf dem Eis, anstatt zu schießen und den Puck über den Goalie zu lupfen, wollte der Verteidiger auf Kemp querlegen. Im Slot waren aber zu viele Schläger, sodass Kassel klären konnte. Nun war es ein munteres Hin und Her. Im direkten Gegenzug zeichnete sich Schmidt mit einer Glanztat gegen Hunter Garlent aus (31.), Schüle mit einem Lattenknaller (34.), McNeely und Uplegger mit Tip-In-Versuchen, die nicht von Erfolg gekrönt waren – der SCB wollte die Scheibe förmlich ins Tor tragen und war zu verspielt. Im zweiten Drittel rächte sich das nicht mehr, Kassel fiel auch in einer weiteren Unterzahl drei Minuten vor Schluss nicht viel ein und wirkt müde. So könnte man meinen, dass die Drittelpause den Gästen genau recht gekommen wäre, doch auch nach dem Seitenwechsel wirkte der SCB wacher und überzeugte weiterhin mit dem zuvor gezeigten Spielwitz.

Dass der Deckel aber noch immer nicht drauf war, lag einzig und allein an der Bietigheimer Nachlässigkeit vor Maurer und dessen Paraden. Gleich mehrfach hatten Dugan, Kemp und Co. die Chance auf das dritte Tor, ließen aber allesamt Hochkaräter liegen. In einer bezeichnenden Szene verpasste erst Fonstad nach einer Riesentat von Maurer, schließlich noch Tim Schüle und Bastian Eckl, ehe Fonstad die Kirsche auf die Chancenwucher-Torte setzte und frei neben das Tor schob (50.). Der Torschrei der Fans lag hier gleich mehrfach auf den Lippen.

Kurz vor Schluss verkürzen die Huskies auf 2:3

Die Erlösung brachte sechs Minuten vor Schluss endlich Eckl. Der Stürmer wurde von Uplegger steilgeschickt, stand allein vor Maurer und ließ sich im x-ten Anlauf das 3:0 nicht nehmen. Kassel verkürzte durch Yannik Valenti viereinhalb Minuten vor Ende und Dominic Turgeon, der 10,4 Sekunden noch das 2:3 erzielte. Bereits am Freitagabend geht es in Kassel weiter. nb

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