Eishockey

Beste Abwehrleistung der Steelers

Bietigheim schlägt in der DEL 2 den SC Riessersee mit 4:2 – Tabellenführung auf vier Punkte ausgebaut

  • Matt McKnight und Marcus Sommerfeld (von links) geben gegen Simon Mayr vom SC Riessersee keinen Zentimeter verloren. Foto: Simecek

    Matt McKnight und Marcus Sommerfeld (von links) geben gegen Simon Mayr vom SC Riessersee keinen Zentimeter verloren. Foto: Simecek

Mit „der besten Abwehrleistung, die wir in dieser Saison bislang gezeigt haben“ (Kevin Gaudet), haben die Bietigheim Steelers in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 gegen den SC Riessersee mit 4:2 gewonnen. Da die Konkurrenz allesamt für die Bietigheimer gespielt hat, haben sie zudem ihre Tabellenführung auf vier Punkte ausgebaut.

Der Donnerstagnachmittag vor dem Tag der Deutschen Einheit war ein Staunachmittag, wie man ihn sonst nur vom Beginn der großen Ferien kennt. Entsprechend stand auch der SC Riessersee einige Zeit auf der A 8 und kam trotz großzügig veranschlagter Fahrtzeit reichlich knapp vor dem Spiel in Bietigheim an. Nach Absprache mit den Steelers begann das Spiel dann aber eine Viertelstunde später, was Riessersees Trainer Toni Krinner seinem Gegenüber Kevin Gaudet hoch anrechnete: „In der gleichen Situation habe ich Kevin nur fünf Minuten gewährt. Er war überhaupt nicht nachtragend. Deshalb bekommt er in Zukunft alle Zeit von mir, die er braucht“, erklärte der gebürtige Tölzer.

Großartig genutzt hat das verspätete Eröffnungsbully seinem Team aber nicht. „In den ersten beiden Dritteln war unsere vierte Reihe unsere beste. Das sagt schon alles über unsere Leistung“, ärgerte sich Krinner. Gaudet wollte das allerdings nicht so stehen lassen: „Wir waren zwar deutlich mehr am Puck, hatten es aber schwer, uns Chancen zu erspielen.“ Eine der wenigen nutzte Marcus Sommerfeld zum einzigen Treffer im ersten Drittel, der einen scharfen Pass von René Schoofs ins Tor abfälschte (12. Minute). Die Führung änderte jedoch zunächst nichts am Spiel. Die Steelers kamen trotz deutlicher Überlegenheit nicht zu vielen Hochkarätern. So musste in der 23. Minute ein Powerplay für den nächsten Treffer herhalten. Matt McKnight war mit einer Einzelaktion tief ins Drittel gegangen, fand am langen Pfosten David Wrigley, der nur noch den Schläger hinhalten musste.

Der zweite Treffer ließ die Gäste zumindest kurzzeitig aufwachen. Nur 42 Sekunden später verwandelte Kai Herpich sträflich ungedeckt einen Nachschuss. Danach übernahmen aber sofort die Gastgeber wieder das Kommando. Archie Skalbeck (29.) stellte erneut im Powerplay den alten Abstand wieder her.

Bietigheim verpasste es in dieser Phase ein wenig, noch mehr aus der Überlegenheit zu machen, was sich schließlich im Schlussdrittel beinahe rächte. „Wir haben darüber gesprochen, dass wir mehr tun müssen und haben dann gezeigt, was möglich gewesen wäre“, erklärte Krinner. Riessersee war nun aggressiv und offensivstark, ließ dennoch defensiv nur sehr wenig zu. Die Belohnung war der Anschlusstreffer eine Viertelstunde vor Schluss durch Tim Regan. Das Prinzip war das gleiche wie beim 1:2. Steelers-Goalie Sinisa Martinovic wehrte einen Schuss zur Seite ab, wo Regan eiskalt vollstreckte.

Die Garmischer machten nun Druck auf den Ausgleich. Wrigley hätte in den letzten Minuten das Spiel aber im Alleingang entscheiden können. Gut 13 Minuten vor dem Ende traf er bei einem Konter in Unterzahl nur den langen Pfosten. Rund vier Minuten später hatte er Riessersees Torwart Jochen Vollmer schon ausgetanzt, dann aber nicht mehr die Kraft, die Scheibe über die Linie zu bekommen. Knapp eine Minute vor dem Ende traf er am leeren Tor noch den Außenpfosten. Mark Heatley setzte aber nach und drückte die Scheibe 18 Sekunden vor dem Ende über die Linie. „Ich bin einfach nur froh, dass wir dieses enge Spiel gewonnen haben“, zeigte sich Gaudet erleichtert.

Schon heute Abend geht es zum nächsten traditionell engen Spiel nach Rosenheim. Die Oberbayern haben am Donnerstag ihr Derby in Landshut mit 4:5 verloren und werden nach den Niederlagen in den vergangenen beiden Play-off-Serien sicherlich doppelt heiß auf die Steelers sein.

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