Eishockey. In ihren weihnachtlichen Baden-Württemberg-Derbys haben die Bietigheim Steelers nach zuvor fünf Siegen hintereinander zwei Niederlagen kassiert. Tags vor Heiligabend verloren sie beim EHC Freiburg mit 3:5, am Freitagabend vor heimischem Publikum mit 2:4 gegen die Ravensburg Towerstars.
Eine bittere Niederlage setzte es am Abend des zweiten Weihnachtstags. Das Heimspiel gegen die Ravensburg Towerstars begann maximal ungünstig. Schon nach 92 Sekunden lagen die Bietigheimer hinten. Odeen Tufto hatte die Gäste ein Führung gebracht (2. Minute). Die Steelers wirkten auch weiterhin schläfrig und Mark Rassell bestrafte das mit dem zweiten Treffer (15.). Ravensburg war zu diesem Zeitpunkt klar besser. Die Gäste bestimmten das Spiel, agierten im Angriff zielstrebig und schossen öfter auf das Tor und lagen nach dem ersten Drittel in dieser Statistik mit 11:4 vorne. Kaum verwunderlich daher, dass Denis Pfaffengut auch noch das 3:0 für Ravensburg gelang (20.).
Nach 0:4-Rückstand gegen Ravensburg reicht Aufholjagd nur noch zum 2:4
Nach der ersten Drittelpause berappelte sich der SC Bietigheim-Bissingen und wurde aktiver. Allerdings zahlte sich das zusätzliche Engagement nicht aus. Oft agierten die Hausherren im Spiel nach vorne zu ungenau und ließen bisweilen auch gute Chancen ungenutzt.
Das dritte Drittel begann wie das erste. Die Steelers im Tiefschlaf kassierten ein schnelles Gegentor. Nickolas Latta bestrafte das mit dem 0:4 (42.). Vier Minuten vor Schluss durften die 4075 Zuschauer dann endlich für das Heimteam jubeln. Jack Dugan traf auf Zuspiel von Sören Sturm zum 1:4 (56.). Keine zwei Minuten später klingelte es erneut. Mike Fischer besorgte den zweiten Bietigheimer Treffer (58.). Mehr war für die Steelers jedoch nicht mehr drin.
Sechs Spiele innerhalb von 13 Tagen sind das Programm zwischen den Jahren
Am Vorweihnachtsabend starteten die Bietigheim Steelers in das Mammutprogramm von sechs Spielen binnen 13 Tagen. Beim EHC Freiburg waren die Ellentäler über weite Strecken der Partie die optisch überlegene Mannschaft. Doch während das Spiel der Wölfe sich durch Effizienz auszeichnete, vergaben die Bietigheimer zu viele Chancen und mussten sich nach drei schnellen Gegentreffern im Schlussviertel mit 3:5 geschlagen geben. Damit endete die fünf Spiele andauernde Siegesserie der Ellentäler. Steelers-Trainer Alexander Dück vertraute weiter auf den zuletzt so formstarken Florian Mnich im Kasten. Die Startformation komplettierten Pawel Dronia, Maximilian Söll, Marek Racuk, Mike Fischer und Brett Kemp. Es war gerade mal eine Minute in der Freiburger Arena gespielt, da bekamen sich Arne Uplegger und Shawn O’Donnell in die Haare und ließen die Fäuste fliegen. Beide erhielten Fünf-Minuten-Strafen. In der Anfangsphase hatten die Ellentäler eindeutig mehr von der Partie. Nach Zuspiel von Tyler McNeely brachte Steelers-Kapitän Alexander Preibisch die Scheibe erstmals gefährlich auf das Tor. Doch EHC-Keeper Fabian Hegmann parierte souverän. Auch aus dem ersten Power Play konnten die Bietigheimer kein Kapital schlagen. Zu ungenau blieben viele Pässe.
Nachdem Benedikt Jiranek und Lukas Mühlbauer den nächsten Faustkampf ausgetragen hatten, nutzten die Wölfe ihre erste Überzahl-Situation. Fabian Ilestedt legte auf den völlig freien Eero Elo ab. Vom Bullypunkt netzte der Finne mit der ersten nennenswerten Chance zur schmeichelhaften Führung ein (8.). Trotz klarer Überlegenheit und überragender Bully-Quote sollte den Gästen auch im zweiten Power Play kein Treffer gelingen. Somit gingen die Ellentäler mit einem 0:1 in die erste Drittelpause.
Kalte Dusche für die Gäste aus Bietigheim zum Beginn des zweiten Drittels
Der Mittelabschnitt begann mit einer eiskalten Dusche für die Gäste. Fabian Ilestedt eroberte die Scheibe von Maximilian Söll und konnte alleine auf SCB-Keeper Mnich zulaufen. Der Freiburger Goldhelm tanzte den Bietigheimer Goalie aus und netzte souverän zum 2:0 ein (21.). Der erneute Treffer tat den Gastgebern gut. Anschließend parierte Mnich zuerst gegen den alleine vor ihm auftauchenden Nikolas Linsenmaier. Dann traf Travis Evanyk nur das Außengestänge des Bietigheimer Tors.
Auch die Steelers verzeichneten durch Cole Fonstad einen Aluminium-Treffer (30.). Gerade als Freiburg ein Unterzahl-Spiel überstanden hatte, zog Marek Racuk von der rechten Seite auf das Freiburger Tor und schlenzte die Scheibe geschickt auf den Kasten des EHC. Keeper Hegmann konnte den abgefälschten Puck nicht kontrollieren und im Gewusel ging das Hartgummi über die Linie zum Anschlusstreffer (33.). Plötzlich waren die Steelers wieder am Drücker und in der Vorwärtsbewegung. Doch das Hin und Her auf dem Eis sollte zu keinem weiteren Treffer im zweiten Abschnitt führen.
Das Schlussdrittel begann erneut mit einem frühen Treffer für die Breisgauer. Samuel Schindler passte von der eigenen blauen Linie zu Fabian Ilestedt und der schlenzte die Scheibe in Richtung Bietigheimer Tor direkt auf Travis Evanyk. Der Kanadier katapultierte den Puck vorbei an Florian Mnich ins Tor zum 3:1 (44.). Nur kurz darauf wurde EHC-Stürmer Nikolas Linsenmaier von Brett Kemp hart ins Plexiglas gecheckt. Daraufhin bekam Kemp eine 2-Minuten-Strafe aufgebrummt. Die Wölfe nutzten erneut ein Power Play eiskalt. Fabian Ilestedt brachte die Scheibe von hinter dem Tor zu Shawn O’Donnell, der zum 4:1 traf (46.). Die Bietigheimer waren in dieser Phase völlig von der Rolle. Brett Kemp ließ sich den Puck leichtfertig von Fabian Illestedt abluchsen und der vollendete seinen zweiten Sololauf mit einem Lupfer über Mnichs Fanghand zum 5:1.
Freiburg erkämpft sich den Sieg und bekommt Lob vom Bietigheimer Trainer
Die Steelers warfen nochmal alles nach vorne und kamen durch einen satten Schuss von der blauen Linie durch Sören Sturm zum schnellen Anschlusstreffer (50.). Doch nach einer Strafzeit gegen Pawel Dronia war die Bietigheimer Drangphase gestoppt. Immerhin gelang Mick Hochreither 28 Sekunden vor Schluss noch das 3:5. Doch das sollte nur noch Ergebniskosmetik sein.
„Das war ein verdienter Sieg von Freiburg“, betonte SCB-Trainer Alexander Dück. „Es ist immer schwer, hier zu spielen. Es reicht halt nicht, wenn man im zweiten Abschnitt zehn und im letzten Abschnitt fünf, sechs Minuten spielt.“ ust/dd

