SportBasketball
Etwas Deutsches
Es ist verlockend, Spieler einzudeutschen, wenn in der Sportart deutsche Spieler im internationalen Vergleich teuer sind und leistungsmäßig zurückhängen. Im Basketball hat das fast schon Tradition. Vor allem seit die Verantwortlichen der Bundesliga die Regel eingeführt haben, dass auf dem Spielberichtsbogen mindestens 50 Prozent der Spieler Deutsche sein müssen. So vertrauen die MHP Riesen Ludwigsburg beispielsweise auf die Dienste der drei US-Amerikaner Adam Waleskowski, Patrick Flomo und Travis Warech, die alle die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Doch auch in der Nationalmannschaft wird von Zeit zu Zeit ein Spieler mit einem deutschen Pass versehen. Beste Beispiele waren die beiden US-Amerikaner Shawn Bradley, der als Sohn eines US-Soldaten zumindest in Landstuhl geboren wurde, sowie Chris Kaman, der deutsche Urgroßeltern hat. Nun möchte ein weiterer US-Amerikaner einmal ein Nationaltrikot tragen und bei Welt- oder Europameisterschaften oder Olympischen Spielen auflaufen: Matt Bonner von den San Antonio Spurs aus der US-amerikanischen Profiliga NBA. Der 34 Jahre alte Forward sagte im Rahmen eines Freundschaftsspiels des NBA-Champions gegen Bundesligist Alba Berlin in der deutschen Hauptstadt der „Bild“: „Ich habe deutsche Vorfahren auf der Seite meines Vaters. Wenn mich der Verband anruft und fragt, ob ich für die Nationalmannschaft spielen will, denke ich darüber nach. Wir können über alles reden.“ Der Deutsche Basketball-Bund (DBB) hat dem 2,08-Meter-Athleten aber bisher eine Abfuhr erteilt. „Wir brauchen keine Spieler, die sich melden, weil sie einmal Nationalmannschaft spielen wollen – oder gar an Olympischen Spielen teilnehmen wollen. Mir sind Spieler wie Elias Harris von den Brose Baskets Bamberg und Niels Giffey von Alba Berlin in der Nationalmannschaft lieber“, erklärt DBB-Präsident Ingo Weiß. Dabei gäbe es auf der anderen Seite des großen Teichs noch so viele Möglichkeiten. NBA-Spieler, die nicht für die US-Nationalmannschaft berücksichtigt wurden, gibt es fast wie Sand am Meer. Und einen Deutschen Schäferhund kann sich bestimmt auch jeder kurzfristig zulegen. Und schon hat man eine Verbindung zur Bundesrepublik. Da warten Stars wie Blake Griffin von den Los Angeles Clippers, Dwight Howard von den Houston Rockets oder LaMarcus Aldridge von den Portland Trail Blazers sowie aufstrebende Spieler wie Harrison Barnes von den Golden State Warriors, Victor Oladipo von den Orlando Magic oder Michael Kidd-Gilchrist sowie Cody Zeller von den Charlotte Hornets, die noch nie ein Nationaltrikot übergestreift haben. (nac)

