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Welche Chancen haben die VfB-Profis?

Erstmals nominiert der neue Bundestrainer Jürgen Klopp einen DFB-Kader. Welche Profis des VfB Stuttgart könnten dabei sein?

stuttgart - Die Premiere steigt an diesem Donnerstag. Erstmals wird der neue Bundestrainer Jürgen Klopp einen Kader des Nationalteams präsentieren, von 10 Uhr an sitzt er im DFB-Campus in Frankfurt-Niederrad auf dem Podium. „Es werden Spieler Möglichkeiten bekommen, die noch gar nicht damit rechnen“, kündigte Klopp bei seiner Vorstellung vor ein paar Wochen an: „Weil ich gerne mutig sein werde. Das war ich schon immer und werde ich auch bleiben.“

Inwieweit dieser Mut die potenziellen Nominierten aus dem Kreis des VfB Stuttgart betrifft, wird aus Sicht der Weiß-Roten mit Spannung zu beobachten sein. Fakt ist: Klopp darf für die vier anstehenden Partien in der Nations League (Auftakt am 24. September in den Niederlanden) jeweils 23 Profis nominieren. Das gibt die Europäische Fußballunion (Uefa) so vor.

Jürgen Klopp aber steht es frei, mehr Spieler zu berufen. Dem Vernehmen nach plant das der Bundestrainer genauso – um möglichst viele Profis in Augenschein nehmen und die Belastungen in vier Länderspielen in elf Tagen verteilen zu können. Eine Entscheidung über seinen genauen Spieltagskader von 23 Akteuren muss Klopp dann jeweils immer bis spätestens 23.59 Uhr am Vortag treffen.

In den WM-Fahrern Deniz Undav, Angelo Stiller und Jamie Leweling sowie Finn Jeltsch, Chris Führich, Maximilian Mittelstädt, Josha Vagnoman und Dzenan Pejcinovic gibt es gleich acht Kandidaten für eine mögliche Nominierung. Mit dem Blick auf diesen Stuttgart-Achter fällt allerdings auf, dass daraus zumindest theoretisch auch ein Nuller werden könnte. Denn keiner dieser VfB-Profis gilt als zwingend gesetzt. Nicht in der Startelf. Und auch nicht im Kader.

Bei Deniz Undav hätte sich diese Frage mit Blick auf eine Kadernominierung noch vor wenigen Wochen wohl kaum gestellt. Aktuell aber hat der Offensivmann, der im Sommer dreimal bei der WM traf, mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen. Die lange vergangene Saison, die WM mit enttäuschendem Ausgang, der späte Einstieg in die Vorbereitung – damit scheint Undav zu kämpfen zu haben. Möglich ist es, dass Klopp den Torjäger nominiert – und dessen Belastung und Formaufbau in enger Absprache mit dem Trainerstab der Weiß-Roten steuert.

Jamie Leweling war in dieser Saison ebenso noch kein wirklicher Faktor im VfB-Spiel. Der Offensivmann könnte aber von seinem Profil profitieren, das perfekt ins Klopp-Muster passt: wuchtig, schnell, bissig, dazu flexibel einsetzbar auf der rechten oder linken Schiene – auf solche Typen wie Leweling steht der Bundestrainer, da sie seinen Vollgas-Fußball umsetzen können.

Vollgas, das kann auch VfB-Rechtsverteidiger Josha Vagnoman. Mit Vollgas ins Verderben, werden da wohl dessen Kritiker einwenden, denn beim Abwehrmann wechseln Licht und Schatten stetig. Dass er immer mal wieder mit der DFB-Elf in Verbindung gebracht wird, hat mit seiner Power, seiner Schnelligkeit und auch der Torgefahr zu tun. Mangels Alternativen rechts hinten könnte Vagnoman also eine der ersten Klopp-Überraschungen werden.

Beim derzeit angeschlagenen Taktgeber Angelo Stiller (Knieprellung) dagegen wäre eine Berufung keine Überraschung. Allerdings: Die Konkurrenz im Zentrum ist mit Aleksandar Pavlovic (FC Bayern), dem BVB-Profi Felix Nmecha, Tom Bischof und möglicherweise Joshua Kimmich (beide FC Bayern München) groß. Viel steht und fällt hier mit Klopps Plänen mit Kimmich: bleibt der Kapitän Rechtsverteidiger oder rückt er ins Zentrum?

In Innenverteidiger Jeltsch, der sich beim VfB zur Stammkraft entwickelt hat, Linksverteidiger Mittelstädt, Linksaußen Führich und dem neuen Stürmer Pejcinovic gibt es jedenfalls noch vier weitere VfB-Kandidaten für eine Klopp-Nominierung an diesem Donnerstag. Der 20-jährige Jeltsch, der für sein Alter extrem reif und abgeklärt auftritt, könnte für eine neue Abwehr-Generation stehen. Das macht der 29-jährige Mittelstädt eher nicht. Nachdem er zuletzt schon unter Klopp-Vorgänger Julian Nagelsmann regelmäßig außen vor war, hat er jetzt unter dem neuen Coach nur Außenseiterchancen – obwohl der Saisonauftakt beim VfB solide war. Allein: die Konkurrenz ist in der WM-Stammkraft Nathaniel Brown (FC Bayern) sowie David Raum (RB Leipzig) groß.

Führich wiederum legte eine bärenstarke Vorbereitung beim VfB hin und überzeugte auch in den ersten Pflichtspielen. In Hoffenheim (1:2) aber bot er zuletzt eine schwache Leistung. In der Offensive jedenfalls hat Klopp fast schon ein Überangebot an begabten Kräften mit verschiedenen taktischen Varianten: Florian Wirtz, Jamal Musiala, Nick Woltemade, Deniz Undav, Kai Havertz, Lennart Karl sowie den aktuell noch verletzten Serge Gnabry, um nur einige zu nennen.

Auch eine Nominierung des neuen VfB-Angreifers Pejcinovic wäre eher als Überraschung einzustufen – zumal er nach seinen drei Toren im DFB-Pokal bei Hansa Rostock (4:0) bisher noch keinen weiteren Treffer im Trikot der Weiß-Roten erzielen konnte.

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