frankfurt - Jürgen Klopp hat das persönliche Gespräch mit Deniz Undav gesucht. Um ein erstes Gespür für den Stürmer des VfB Stuttgart zu erhalten – und auch, um den 30-Jährigen besser kennenzulernen. Dennoch hat sich der Bundestrainer dazu entschlossen, Undav nicht für die vier anstehenden Länderspiele in der Nations League zu nominieren. Obwohl Klopp insgesamt 44 Fußballprofis in seinen Rekordkader berufen hat. Unterteilt in zwei Blöcke, um die Partien in den Niederlanden (24. September) und gegen Griechenland (27. September) sowie gegen Serbien (1. Oktober) und in Griechenland (4. Oktober) zu bestreiten.
„Für den Moment ist das die Entscheidung“, sagte Klopp auf der Pressekonferenz in Frankfurt. „Deniz hat seine Probleme. Er ist noch nicht richtig in die Saison gekommen“, sagte der Bundestrainer über Undav, der noch kein Pflichtspieltor erzielt hat. Der Angreifer wirkt nach dem verspäteten Einstieg in die Vorbereitung beim VfB auch konditionell noch nicht bei hundert Prozent. Dennoch machte Klopp klar, dass der Stuttgarter keineswegs abgeschrieben sei. „Es ist bei keinem Spieler eine endgültige Entscheidung, wenn er diesmal nicht dabei ist“, so der Bundestrainer.
„Alle unserer Spieler, die nicht dabei sind, hatten einen offenen und transparenten Austausch – mit dem Bundestrainer und auch mit mir“, sagte VfB-Chefcoach Sebastian Hoeneß zu der Undav-Thematik: „Ich habe es ja schon mehrfach gesagt, dass ich die Leistung von Deniz nicht so negativ sehe wie von einigen berichtet. Er hat seine Wehwehchen, hat ein Thema mit der Achillessehne. Dass er besser spielen kann, wird er selber auch wissen.“ Nun will Hoeneß gemeinsam mit dem Spieler die Kehrtwende einleiten: „Ich sehe uns da als ein Tandem aus Spieler und Trainer. Wir werden jetzt eine Reaktion zeigen. Dann ist es nur eine Frage der Zeit, wann Deniz wieder sehr gute Spiele macht.“
Ähnlich verhält es sich bei Jamie Leweling und Angelo Stiller, die Klopp ebenfalls erwähnte. Auch diese beiden VfB-Profis haben in den kommenden Wochen ihrerseits die Chance, sich wieder in die erste Reihe der Nationalspieler zu schieben. „Bei Angelo Stiller war das angeschlagene Knie das eine, aber es geht auch um den Fußball, den wir spielen wollen“, sagte der Bundestrainer. Klopp will im Mittelfeld dynamische Akteure haben – und er fordert auf: „Auf geht’s. Jeder darf sich einbringen.“
