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VfB packt die Wikinger bei den Hörnern

Zum Auftakt der Ligaphase der Champions League besiegen die Stuttgarter Viking Stavanger mit 3:1. Gegen den norwegischen Meister trägt sich Ermedin Demirovic ins Rekordbuch ein, denn ihm gelingen als erstem Spieler des VfB drei Tore in einer Partie in Europas höchster Spielklasse.

Stuttgart - Der VfB hat sich zum 133. Geburtstag mit einem ungefährdeten Heimsieg selbst ein Geschenk gemacht: Dabei hatte Ermedin Demirovic im ersten von acht Spielen der Ligaphase der Champions League gegen Viking Stavanger die größten Spendierhosen an.

Beim 3:1(3:1)-Erfolg über die Norweger erzielte der Mittelstürmer für den Traditionsclub von 1893 binnen zwölf Minuten einen Hattrick (20., 26., 32.). Zlatko Tripic war für Stavanger erfolgreich (22.). Drei Tore in der Champions League wie auch im Europapokal der Landesmeister – das war in der langen Geschichte des Vereins zuvor noch keinem Spieler gelungen. Demirovic ist damit ein Eintrag ins Rekordbuch sicher.

Der VfB gewann unterm Strich verdient – und sicherte sich nach einer über weite Strecken überlegen geführten Partie die ersten drei Punkte in der Königsklasse. Das war das alles überragende Ziel dieser Europapokalnacht. „Wir hätten das Spiel in einigen Phasen noch besser gestalten können, dürfen aber unterm Strich richtig zufrieden sein, dass wir am Ende souverän den Sieg geholt haben“, sagte Ermedin Demirovic: „Für mich persönlich war es ein perfekter Abend.“

Doch sein Trainer war nicht rundum zufrieden: „Das Spiel war nicht durchgängig so, wie ich es mir gewünscht habe. Dennoch müssen wir uns für einen Sieg in der Champions League gewiss nicht schämen. Wir wollten gewinnen – und das haben wir geschafft“, sagte Trainer Sebastian Hoeneß.

Zwei Änderungen hatte es in der VfB-Startelf im Vergleich zum 4:1 gegen den 1. FC Köln in der Bundesliga gegeben. Demirovic ersetzte Dzenan Pejcinovic im Sturmzentrum; Jamie Leweling kam anstelle von Josha Vagnoman rein. Für beide war es das erste Pflichtspiel von Beginn an.

Der VfB kam allerdings nur langsam auf Betriebstemperatur, spielte teilweise zu fahrig, leistete sich einige Ungenauigkeiten. So waren es die Gäste, die von ein paar hundert Fans aus Stavanger begleitet wurden, die den ersten Schuss aufs Tor abgaben: Der Abschluss von Kristoffer Askildsen war aber für Torhüter Fabian Bredlow kein Problem.

Dann die Führung für den VfB, der den Ball über Jeff Chabot und Chris Führich schnell laufen ließ. Dicht an der Grundlinie brachte letztlich Angelo Stiller den Ball nach innen, wo Ermedin Demirovic im Stile eines Mittelstürmers aus kurzem Winkel zum 1:0 einnetzte (20.).

Doch nur 125 Sekunden später hatten die Wikinger aus Stavanger die passende Antwort parat: Die VfB-Defensive war nicht zum ersten Mal zu weit aufgerückt. Kapitän Zlatko Tripic nutzte die Sekunden der offenen Tür, setzte sich im Eins-zu-Eins gegen seinen Bewacher Finn Jeltsch durch – und ließ Bredlow mit seinem Flachschuss ins rechte Eck keine Chance – 1:1 (22.).

Doch der VfB stellte das qualitativ klar bessere Team, fand schnell wieder zurück in die Erfolgsspur: Deniz Undav schickte mit einem gut getimtem Flachpass Demirovic auf die Reise, der die Hoeneß-Elf mit seinem zweiten Treffer wieder in Führung brachte (26.). In puncto Effektivität und Abgezocktheit ließ der WM-Fahrer für Bosnien auch danach keine Wünsche offen. Denn kurz darauf machte Demirovic seinen Hattrick perfekt: Wieder hatte Undav klug vorbereitet. Auch wenn der Abschluss zum 3:1 für den Stavanger-Keeper Arild Östbö haltbar war, reichte es für den 28-Jährigen letztlich zum Dreierpack in Rekordzeit.

Mehr als 30 Jahre sind die Norweger derweil nicht mehr in der höchsten europäischen Spielklasse dabei gewesen. Schnell kamen sie nun nicht mehr über die Rolle des Sparringspartners hinaus. Der VfB war jetzt klar überlegen, spielte zielstrebiger und schärfer, auch wenn das Rückzugsverhalten nach Ballverlusten nach wie vor nicht optimal war. Aber dieses Manko fiel am Ende nicht weiter ins Gewicht.

Nach 62 Minuten machte Demirovic dann für Neuzugang Pejcinovic Platz, holte sich einen Klaps von Sebastian Hoeneß ab. Doch der große Schwung war vor 57.500 Fans (der Heimbereich der MHP-Arena war ausverkauft) erstmal raus. Stavanger wurde wieder mutiger, der VfB gab gegen einen limitierten Gegner auf Königsklassen-Niveau nun wieder ab und zu die Initiative aus der Hand, war aber weiter das bessere Team.

Zählbares sprang so auf beiden Seiten nicht mehr heraus, ehe der gut aufgelegte Vorlagengeber Deniz Undav nach Zuspiel des eingewechselten Leo Sauer knapp verzog (86.). Ein eigener Treffer war dem deutschen Nationalspieler diesmal nicht vergönnt.

Am Samstag (15.30 Uhr) tritt der VfB nun in der Bundesliga am dritten Spieltag bei der TSG Hoffenheim an. In der Champions League geht es am 14. Oktober in der Slowakei bei Slovan Bratislava weiter.

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