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VfB-Frauen feiern den perfekten Saisonstart

Besser hätte die Heimpremiere in der Bundesliga nicht laufen können: Die Aufsteigerinnen aus Stuttgart schlagen den Hamburger SV mit 2:1.

stuttgart - Solche Töne sind in den Katakomben des Gazi-Stadions nicht allzu oft zu hören. „Spitzenreiter! Spitzenreiter!“, skandierten die Fußballerinnen des VfB Stuttgart nach dem 2:1-Sieg gegen den Hamburger SV in ihrer Kabine. Klar, es war eine Momentaufnahme, die auch mit dem Spielplan zu tun hatte. Denn nur ein Team, das zum Auftakt einen Dreier geholt hatte, war in Runde zwei bereits samstags dran. Doch die VfB-Frauen nutzten ihre Chance, gewannen nach dem 2:1 bei der TSG Hoffenheim auch ihre Bundesliga-Heimpremiere – und feierten anschließend lautstark die vorübergehende Tabellenführung. Über diese freute sich auch Nico Schneck, der aber zugleich bemüht war, den Start nach Maß realistisch einzuordnen.

„Die sechs Punkte, die wir geholt haben, sind schon ein Pfund“, sagte der VfB-Trainer, „doch wir bleiben bescheiden. Wir wollen den Klassenverbleib schaffen, und es gibt keinen Grund, an diesem Ziel irgendetwas zu ändern.“ Zumal im Gazi-Stadion auch etwas Glück im Spiel war.

Denn vor den 3370 Fans, die für viel Stimmung sorgten, verschliefen die Gastgeberinnen die Anfangsphase. Nach drei Minuten erzielte Paulina Bartz die HSV-Führung, vier Minuten später setzte Camilla Linberg einen Foulelfmeter an die Latte. „Wenn wir das 0:2 kassiert hätten“, sagte Nico Schneck, „wäre es schwer geworden, noch einmal zurückzukommen.“ So gelang es den VfB-Frauen wie schon gegen die TSG Hoffenheim, einen Ein-Tore-Rückstand zu drehen. Reena Wichmann (12.) machte nach einer tollen Kombination den Ausgleich, und in der Schlussphase zeigte der Aufsteiger seine Willensstärke. Nach einer Drangphase erzielte Nicole Billa per Kopf den 2:1-Siegtreffer. „Es ist ein ganz besonderes Gefühl, vor dieser Kulisse für den VfB ein Tor zu machen“, sagte die österreichische Nationalspielerin, die von Nico Schneck ein Sonderlob erhielt: „Sie arbeitet unglaublich viel, gibt nie auf, geht weite Wege. Es hat ihr als Stürmerin gut getan, im entscheidenden Moment zur Stelle zu sein. Und mir als Trainer auch.“ Es gab schließlich nicht nur erfolgreiche Angriffsaktionen.

Die VfB-Frauen überzeugten zwar wie schon zum Auftakt mit ihrer Einstellung, ihrer Energie, ihrer mutigen Herangehensweise und ihrer Intensität, spielerisch aber gelang ihnen nicht alles. Sie leisteten sich etliche Fehlpässe, verpasste Kontermöglichkeiten und vergebene Torchancen. „Der Charakter und die Mentalität, die im Team stecken, sind unglaublich“, sagte Nico Schneck, „doch man merkt auch, dass wir am Anfang der Saison sind und den Rhythmus noch aufbauen müssen. Wir waren vor dem Tor zu unpräzise, die letzten und vorletzten Pässe kamen oft zu früh oder zu spät oder nicht genau genug. Mit der Richtung, in die wir uns bewegen, bin ich zufrieden. Aber es geht noch mehr.“

Vielleicht ja schon am nächsten Sonntag (18.30 Uhr) beim 1. FC Nürnberg. Dann wollen die VfB-Frauen die nächste Kabinen-Party feiern.

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