Eishockey. Hinter den Bietigheim Steelers liegt ein turbulentes Wochenende. Am Freitag hat das Team in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 das Kellerduell beim EHC Freiburg mit 2:4 verloren. Kurz vor dem Heimspiel gegen die Eisbären Regensburg wurde am Sonntag Headcoach Tim Kehler freigestellt, ehe dann ein dominanter Auftritt mit einem 5:3-Erfolg belohnt wurde. Doch der Reihe nach.
Gebeutelt von zahlreichen Ausfällen verliert Bietigheim in Freiburg
Personell arg gebeutelt reisten die Steelers am Freitag nach Freiburg. Im Line-up fehlten Maximilian Söll, Justin Büsing, Max Ziergiebel, Alexander Preibisch und Mike Fischer, und auch die Förderlizenzspieler aus Heilbronn standen nicht zur Verfügung. Dennoch legte Bietigheim einen druckvollen Start hin. Gefährliche Torraumszenen blieben auf beiden Seiten allerdings Mangelware. Mit einem leistungsgerechten und torlosen Zwischenstand endete das erste Drittel.
Im zweiten Drittel vergaben sowohl die Freiburger als auch die Bietigheimer zunächst jeweils eine dicke Möglichkeit. Eine Überzahlsituation nutzten die Gäste schließlich zum 1:0 durch David Cerny (26. Minute). Der Vorsprung hielt jedoch nur kurz, weil Dylan Plouffe nach einem Bietigheimer Puckverlust zum Ausgleich traf. Dann ging es Schlag auf Schlag. Nolan Ritchie schoss die Steelers per Direktabnahme zur erneuten Führung (29.), doch nur 39 Sekunden später egalisierte Simon Gnyp quasi direkt nach dem Bully von der blauen Linie.
Für die Freiburger Führung sorgte im Schlussdrittel Parker Bowles nach einem Querpass (52.). Bietigheim drängte auf den Ausgleich, kassierte dann aber ein Emty-Net-Tor von Lynden McCallum zur Entscheidung. Das Resultat sollte Folgen für den Headcoach Tim Kehler haben.
Mit der Freistellung von Tim Kehler wollen die Steelers für neue Impulse sorgen
Nur wenige Stunden vor dem Heimspiel gegen die Eisbären Regensburg gaben die Bietigheim Steelers die Trennung von ihrem Cheftrainer bekannt. Nach zuletzt vier Niederlagen in Folge und dem Abrutschen auf den vorletzten Tabellenplatz erfolgte die Trennung noch vor der Deutschland-Cup-Pause. Die Rolle des Headcoaches übernahm der bisherige Assistenztrainer Boris Blank. Schon in der vergangenen Saison schlüpfte der 48-Jährige nach der Entlassung von Alexander Dück für ein Spiel in diese Rolle.
Kehler war im Sommer nach zuvor drei Jahren als Co-Trainer bei den Schwenninger Wild Wings ins Ellental gewechselt. In der Vita des 55-Jährigen stehen auch Stationen als Cheftrainer in Frankfurt, Kassel und und Ravensburg. Mit aggressivem Forechecking und schnellen Tempogegenstößen wollte Kehler mit den Steelers agieren. Doch seine Spielphilosophie konnte der Kanadier nicht erfolgreich umsetzen. Die Bietigheimer fingen sich regelmäßig zu viele Gegentore und stellen die zweitschlechteste Verteidigung der DEL 2.
„Wir sind mit dem bisherigen Saisonverlauf und insbesondere mit dem Saisonstart nicht zufrieden und hatten uns deutlich mehr erhofft“, wird Steelers-Geschäftsführer Gregor Rustige in einem Statement des Vereins zitiert. „Wir sehen in der Mannschaft das Potenzial, bessere Leistungen zu zeigen und in der Tabelle weiter vorne zu stehen. In der aktuellen Situation haben wir uns deshalb zu diesem Schritt entschieden. Wir erhoffen uns davon einen Impuls für die Mannschaft, die nun gefordert ist, ihre vorhandene Leistungsfähigkeit auf dem Eis abzurufen.“ Man werde nun die Deutschland-Cup-Pause nutzen, um die Position des Cheftrainers neu zu besetzten, ergänzt Rustige.
Gegen Regensburg sorgt der Wechsel an Seitenlinie für den ersten Effekt
Gegen Regensburg lieferte Bietigheim dann eine starke Leistung ab, geriet aber zunächst durch ein Gegentor von Pepino Langmeier in Rückstand (3.). Cerny traf im ersten Powerplay jedoch zum Ausgleich. Trotz klarer Überlegenheit führte ein Bietigheimer Eigentor zum erneuten Rückstand.
Im Mittelabschnitt blieben die Ellentäler am Drücker und wurden durch den Ausgleich von Nolan Ritchie belohnt (29.). Cole Fonstad markierte per One-Timer das 3:2. Nun lief es so richtig rund. Bietigheim ließ den Puck durch die eigenen Reihen laufen. Arne Uplegger traf mit einem halbhohen Schuss zum 4:2. Die Schlussphase wurde dramatisch. Jeremy Bracco traf per Penalty zum 3:4. Regensburg lief Sturm und vor dem Bietigheimer Gehäuse brannte es lichterloh. Für die Entscheidung sorgte schlussendlich Cole Fonstad per Empty-Net-Goal. dd/ust
Sie dürfen endlich mal wieder einen Sieg bejubeln: Die Eishockey-Spieler der Bietigheim Steelers beim 5:3-Erfolg gegen die Eisbären Regensburg. Nur wenige Stunden zuvor war Headcoach Tim Kehler entlassen worden. Foto: Baumann

