Stuttgart - Es schien, als habe Sebastian Hoeneß auf diese Frage nur gewartet. So konnte der Trainer des VfB Stuttgart nach dem 3:2 gegen Eintracht Frankfurt freudig zu einer Lobesrede auf den niederländischen Abwehrspieler anheben. „Ich freue mich, dass er mal genannt wird, weil er immer ein bisschen unter dem Radar fliegt“, sagte Hoeneß. Dabei schätze er sich „sehr glücklich, ihn in der Mannschaft zu haben“. Der Coach ergänzte: „Ramon ist im Verlauf der Saison ein sehr wichtiger Spieler geworden.“
Tatsächlich machte der 24-Jährige am Dienstagabend ein überragendes, fast fehlerfreies Spiel. Hendriks gewann 91 Prozent seiner Zweikämpfe, davon alle fünf in der Luft. Dazu kamen 88 Prozent seiner Pässe beim Mitspieler an, was ebenfalls eine sehr gute Quote darstellt. Von Hendriks augenscheinlichster Darbietung auf dem Feld – seinen weiten Einwürfen – ist da noch gar nicht die Rede.
Keine Frage: Der Innenverteidiger hatte seinen Anteil am Sieg gegen die Hessen – und an der insgesamt starken Hinrunde des VfB. In 14 der 17 Partien stand er auf dem Platz, dazu sechsmal in der Europa League und dreimal im DFB-Pokal. Deutlich häufiger noch als in der Vorsaison, als Hendriks als klassischer Back-up galt. Aber nicht als mehr. Aktuell hat er in der Innenverteidigung die Nase vorn, auch wenn der Linksfuß zuletzt auf der rechten Seite ran musste. Aber sowohl in Leverkusen als auch gegen Frankfurt bestach.
„Er führt seine Duelle immer mit voller Leidenschaft und Intensität“, führte Hoeneß weiter aus. „Und er wird auch mit Ball immer besser.“ Hendriks ist kein Kind von Traurigkeit, schenkt weder sich noch dem Gegner etwas. Er versuche, immer zu spielen, auch wenn die Schmerzen noch so groß sind, so der VfB-Trainer weiter. „Auf ihn kann man sich zu 1000 Prozent verlassen.“
Im Jahr 2024 für eine Million Euro von Feyenoord Rotterdam an den Neckar gewechselt, hat sich der Marktwert des 1,89-Meter-Hünen Ramon Hendriks inzwischen verfünffacht. Der Vertrag des Innenverteidigers läuft noch bis 2028, und nicht nur der Trainer Hoeneß wird hoffen, dass nicht bald die ersten Interessenten beim VfB Stuttgart anklopfen.
