Stuttgart - Maximilian Zaiser strahlte nach dem Abpfiff übers ganze Gesicht: „Das war ein unglaublicher Sieg heute. Vor allem in der ersten Halbzeit mussten wir viel leiden“, sagte der Mittelfeldspieler des Regionalligisten Stuttgarter Kickers nach dem 1:0-Auswärtserfolg beim FC 08 Homburg, zu dem er mit dem Tor des Tages in der 67. Minute entscheidend beigetragen hatte.
Viel leiden musste der 27-Jährige auch in der vergangenen Rückrunde. Ab Ende November 2025 kam er nur dreimal zum Einsatz, obwohl der damalige Neuzugang der Wunschkandidat des Trainers Marco Wildersinn war. Beide arbeiteten von 2022 bis 2024 bei den Würzburger Kickers zusammen. Was nichts daran änderte, dass es für den gebürtigen Rosenheimer in der Endphase der Saison 2025/26 zweimal sogar nicht mal mehr für eine Kader-Nominierung reichte.
Eine völlig unbefriedigende Situation für den Spieler. Die Zeichen standen auf Trennung – trotz gültigem Vertrag bis 30. Juni 2027. Doch Zaiser verhielt sich professionell, startete in die Vorbereitung und erkämpfte sich seine Spielanteile unter dem neuen Trainer Holger Bachthaler. Der frühere Chefcoach des FV Illertissen kannte Zaisers Qualitäten aus der Regionalliga Bayern.
„Er ist ein sehr, sehr guter Fußballer, der vor allem bei Ballbesitz seine Qualitäten hat und Struktur ins Spiel bringt“, lobt Bachthaler. Von der U 13 an wurde der Mittelfeldstratege mit dem Vorbild Toni Kroos neun Jahre lang beim FC Bayern ausgebildet. Er saß sogar dreimal bei Champions-League-Spielen der Münchner auf der Bank. Unter Sebastian Hoeneß feierte er 2020 mit dem FC Bayern II die Drittliga-Meisterschaft. Der aktuelle VfB-Coach lotste ihn im Sommer 2021 dann – gemeinsam übrigens mit Angelo Stiller – zur TSG Hoffenheim, ehe es für Zaiser 2022 nach Würzburg ging.
Jetzt will er es im zweiten Jahr bei den Stuttgarter Kickers wissen. In Homburg brachte ihn Bachthaler erstmals in dieser Saison bei einem Punktspiel von Anfang an. Im WFV-Pokal-Achtelfinalspiel am Dienstag bei Landesligist TSGV Waldstetten (4:1) wurde Zaiser geschont, wie es am Samstag (14 Uhr) im Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 II ausschaut, ist offen.
Klar ist: Zaiser lebt von seinem Stellungsspiel und seiner Passqualität. Er ist nicht der aggressivste Zerstörer im Spiel gegen den Ball. Dabei sind robuste Abräumer-Typen in der neuen Spielweise der Kickers eigentlich gefragt. Doch es spricht für die Flexibilität des Trainers, unterschiedliche Spielertypen auf den Platz zu bringen. Vor dem Spiel in Homburg hatte Zaiser als Joker auch schon gegen den SSV Ulm 1846 (4:2) ein Tor erzielt. Den 3:2-Siegtreffer von Stürmer David Stojak bei Eintracht Frankfurt II hat er mit einer präzise Flanke vorbereitet. Die Nominierung in der Startelf hatte sich der Spieler also mehr als verdient – ganz nach dem Motto: Totgesagte leben länger.

