Wenn der VfB Stuttgart an diesem Samstag (15 Uhr, Trainingsplatz M1) im Testspiel auf Paris FC trifft, steht beim Gegner möglicherweise ein alter Bekannter aus der Bundesliga und der DFB-Elf im Tor: Kevin Trapp (36) ist seit Sommer 2025 beim französischen Erstligisten unter Vertrag und war in der vergangenen Saison die Nummer eins. Erst vor ein paar Tagen hütete der langjährige Keeper von Eintracht Frankfurt im Testspiel gegen den Zweitligisten Greuther Fürth (0:1) in Herzogenaurach das Tor. Paris war über weite Strecken spielbestimmend und verschoss in der zweiten Hälfte einen Elfmeter.
Wer aber ist der VfB-Gegner vom Samstag genau? Nach dem Aufstieg in die Ligue 1 landete der Hauptstadtclub in der abgelaufenen Saison auf Rang elf. Am letzten Spieltag gab es einen 2:1-Sieg gegen den Lokalrivalen und Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain, den man außerdem aus dem Pokal geworfen hatte (1:0).
Der Milliardär übernimmt bei Paris FC
Klar ist: Mit den finanziellen Möglichkeiten gilt eine Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb in den kommenden Jahren als realistisches Ziel. Denn der Milliardär Bernard Arnault, Chef des Luxuskonzerns LVMH, übernahm im November 2024 satte 52 Prozent der Clubanteile. Zudem stieg der Getränkehersteller Red Bull mit elf Prozent ein.
Paris FC ist einer von sieben Fußballclubs, in die Red Bull investiert. Neben RB Leipzig, Red Bull Salzburg und New York Red Bulls sind das Bragantino in Brasilien und RB Omiya Ardija in Japan sowie Premier-League-Verein Leeds United, bei dem der Konzern etwa zehn Prozent hält, aber nur als Sponsor auftritt.
Apropos Premier-League: Nach dem erfolglosen Kapitel beim FC Chelsea hat Liam Rosenior bei Paris FC schnell einen neuen Job gefunden - der Engländer unterschrieb kürzlich einen Vertrag bis 2028 und coacht nun in Paris neben Trapp noch ein weiteres bekanntes Gesicht aus der Bundesliga: Auch der italienische Stürmer Ciro Immobile (früher Borussia Dortmund) läuft für Paris FC auf.
Wenn es nach dem Clubchef Arnault gegangen wäre, würde Immobile aber eher unter einem gewissen Jürgen Klopp Fußball spielen – denn der Milliardär dachte noch im Juni an eine Klopp-Verpflichtung als Coach. „Wer träumt nicht davon, ihn zu haben, mit seinem sonnigen Gemüt und seinem fußballerischen Genie? Früher oder später träumen wir alle davon, ihn zu bekommen", sagte der Unternehmer über den neuen Bundestrainer, der ja vorher qua seines Engagements schon mit dem Club verbunden war – Klopp arbeitete von Anfang des Jahres 2025 an als so genannter „Global Head of Soccer" für Red Bull.
Für die sportlichen Geschicke mitverantwortlich bei Paris FC ist übrigens ein weiterer alter Bekannter aus der Bundesliga: Marco Neppe, einst als Technischer Direktor beim FC Bayern unter den Verantwortlichen Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic als Kaderplaner im Amt, ist seit Oktober 2025 Sportdirektor in der französischen Hauptstadt.
Und auch einen Bezug zum VfB Stuttgart gibt es mit dem Blick auf den neben PSG kleineren Club aus Paris: Ein gewisser Silas wechselte im Jahr 2019 vom damaligen Zweitligisten Paris FC zu den Weiß-Roten. Nach turbulenten Jahren ist Silas Katompa Mvumpa nach dem Wechsel im Januar dieses Jahres Profi des FSV Mainz 05.

