Stuttgart - Eviva España! Die spanische Nationalmannschaft hat den WM-Titel gewonnen – absolut verdient, aber auch auf ihre eigene Art und Weise. Spanien spielte nicht den spektakulärsten Fußball, auch nicht den attraktivsten oder schönsten. Aber kein anderes Team war so abwehrstark, so effizient, so fehlerfrei. Auch Argentinien scheiterte an der besten Mannschaft im Turnier.
Deren Anführer ist zwar der Weltfußballer des Jahres 2024, aber kein Offensiv-Superstar wie Lionel Messi, Kylian Mbappé oder Erling Haaland. Rodri, der Kapitän, lenkt das spanische Spiel aus dem defensiven Mittelfeld, er erobert Bälle, dirigiert, leitet Angriffe ein, hält das fein aufeinander abgestimmte Gebilde zusammen. Und steht damit sinnbildlich für das Kollektiv der Spanier, das letztlich jede noch so starke Leistung von Einzelkönnern überstrahlte.
Schon 2010, als die Spanier ebenfalls als Europameister ihren ersten WM-Titel holten, überzeugten sie nicht nur mit endlosen Ballstafetten, sondern auch durch ihren Pragmatismus. Damals gewann die „La Furia Roja“ alle K.-o.-Spiele 1:0. Diesmal kassierte der Weltmeister im gesamten Turnier nur ein Gegentor, das von Trainer Luis de la Fuente perfekt eingestellte Team stoppte nacheinander Österreich, Portugal, Belgien, Frankreich und Argentinien. Keine Frage: Spanien hat – nach der Ära, die von Xavi, Iniesta, Casillas und Xabi Alonso geprägt wurde – wieder eine goldene Generation.
Bleibt nur noch eine Frage offen: Wie lange hält sich Spanien diesmal an der Spitze? Die letzte Dominanz dauerte vier Jahre (Titel bei der EM 2008, WM 2010 und EM 2012). Nun wäre es keine Überraschung, würden sich die Spanier länger als Nummer eins behaupten – nur fünf Teilnehmer hatten bei der WM einen noch jüngeren Kader. Und besser funktioniert hat schon jetzt kein anderes Team. Eviva España!
