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Klopp verzichtet auf Undav

Der Länderspielauftakt unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp steigt ohne den Stürmer des VfB Stuttgart. Dagegen sind vier andere Profis der Weiß-Roten nominiert.

Stuttgart - Jürgen Klopp hat Deniz Undav in den vergangenen Wochen mehrfach live gesehen. Zweimal im Stadion, bei den ersten beiden Bundesligaspielen des VfB Stuttgart beim FC Bayern (1:5) und gegen den 1. FC Köln (4:1). Und zwischendurch auch noch beim Besuch des Trainings der Weiß-Roten. Da hatte es dann auch noch die Gelegenheit gegeben, miteinander zu sprechen.

Nun, knapp zwei Wochen später, scheint klar zu sein, dass sich die Wege Klopps und Undavs erstmal nicht mehr kreuzen werden. Nicht gut aus Sicht des VfB-Angreifers ist das, weil es ja in seinem Sinne durchaus wichtig (und sicher richtig) gewesen wäre, in den nächsten Wochen öfters und sogar täglich und direkt auf den neuen Bundestrainer zu treffen. Doch Klopp nominiert den Offensivmann nicht für den anstehenden Länderspiel-Viererpack in der Nations League – ein Medienbericht von „Sky“ deckt sich mit Informationen unserer Redaktion.

Im Gegensatz zu Undav sind vom VfB Linksverteidiger Maximilian Mittelstädt, Innenverteidiger Finn Jeltsch, Rechtsverteidiger Josha Vagnoman und Linksaußen Chris Führich nominiert. Hier decken sich Berichte der „Bild“ mit Informationen unserer Redaktion.

An diesem Donnerstag um 10 Uhr verkündet der neue Coach dann offiziell sein Aufgebot für die Partien in den Niederlanden am Donnerstag, 24. September, gegen Griechenland am 27. September, gegen Serbien am 1. Oktober und in Griechenland am 4. Oktober. Undav soll bereits in einem persönlichen Gespräch von der Nicht-Nominierung erfahren haben.

Anstelle von Undav setzt Klopp dem Vernehmen nach auf zwei Angreifer von Eintracht Frankfurt: Younes Ebnoutalib und Jonathan Burkardt. Für Ebnoutalib wäre es das erste Länderspiel – er könnte alternativ auch für Marokko auflaufen. Obendrein nominiert Klopp übereinstimmenden Medienberichten zufolge Jungstar Said El Mala vom 1. FC Köln. Dazu kommen in der Offensive die mit hoher Wahrscheinlichkeit auch beim neuen Bundestrainer gesetzten Kai Havertz und Florian Wirtz.

Undav wiederum ist beim VfB in dieser Saison noch ohne eigenen Treffer in einem Pflichtspiel. Allerdings bereitete der 30-Jährige wettbewerbsübergreifend vier Tore vor. Seine bisherige Quote in der Nationalmannschaft indes ist mit neun Toren in 13 Länderspielen über jeden Zweifel erhaben. Bei der WM im Sommer erzielte der Publikumsliebling drei Tore in der Vorrunde – alle als Joker.

Klopp selbst hatte sich vor dem WM-Auftakt gegen Curaçao als TV-Experte noch Undav in der Startelf gewünscht. Allerdings: In der Halbzeitpause des Sechzehntelfinals gegen Paraguay (4:5 nach Elfmeterschießen) sagte der damalige Magenta-Experte dies über Undav, der dieses Mal in der Startelf gestanden hatte: „ Deniz Undav darf sich gerne auch mehr um den Ball bemühen. Er bekommt keine Anspiele, aber wenn er in der Nähe ist, mal den Körper reinstellen, den Ball fordern, das ist auch Körpersprache.“

Das Turnier ist inzwischen Geschichte und Undavs Angaben zufolge längst abgehakt. Allerdings: Gewisse Nachwirkungen sind noch immer zu spüren. Die lange vergangene Saison, die WM mit enttäuschendem Ausgang, der späte Einstieg in die Vorbereitung – damit scheint Undav zu kämpfen zu haben. Es läuft noch nicht rund für den Angreifer beim VfB in der neuen Runde. Zu sehen war das auch für Klopp in den besagten ersten beiden Partien, als Undav in München und gegen Köln schwach spielte. Beim Champions-League-Auftakt gegen Viking Stavanger (3:1) legte der Top-Scorer der vergangenen Saison dann aber einen starken Auftritt mit zwei Torvorlagen hin – ehe er am vergangenen Samstag bei der TSG Hoffenheim (1:2) bis auf eine Szene, als er den Ball aus kurzer Distanz querlegen wollte, anstatt selbst zu schießen, kaum zu sehen war.

Mit Blick auf Undavs Form ist seine Nicht-Nominierung also nachzuvollziehen. Offen ist es, ob Klopp den Angreifer in Absprache mit dem VfB-Trainerteam um Sebastian Hoeneß nicht nominiert hat, um Undav in Stuttgart die Möglichkeit zu geben, in der Länderspielpause in Ruhe an sein gewohntes Leistungslevel herankommen zu können. Oder ob der Bundestrainer allgemein nicht so sehr auf den Spielertypus Undav steht: Denn bekanntlich verkörpert der VfB-Torjäger eher nicht den totalen Power-Fußball der Marke Klopp mit permanentem Tempo, Gegenpressing und Vollgas auf allen Ebenen.

Undav passt auch da nicht so ganz ins Raster – aber das hat er mit seiner eher unorthodoxen Spielweise ja eh selten irgendwo getan. Eine nicht allzu gewagte These lautet also: Sollte der Offensivmann bald wieder so treffen und Vorlagen liefern wie in den vergangenen Spielzeiten, dürfte auch Klopp recht schnell nicht an ihm vorbeikommen.

So wie das aktuell bei den VfB-Nominierten Mittelstädt, Jeltsch, Vagnoman und Führich der Fall zu sein scheint. Führich wird damit für sein starkes Jahr 2026 nach vorheriger Leidenszeit (keine Stammkraft mehr) belohnt. In der neuen Runde knüpft der Linksaußen an seine starken Leistungen zum Ende der Vorsaison an.

Linksverteidiger Mittelstädt wiederum lief letztmals im September 2025 für die DFB-Elf auf und profitiert nun von seinen soliden Leistungen zum Saisonstart. Die Konkurrenz ist freilich groß: Nathaniel Brown (jetzt FC Bayern) eroberte sich bei der WM im Sommer einen Stammplatz.

VfB-Rechtsverteidiger Vagnoman ist aktuell mit zwei Toren und einer Vorlage der Top-Scorer der Weiß-Roten in dieser Bundesliga-Saison. Mit seiner Power, seiner Schnelligkeit und auch der Torgefahr könnte er optimal ins Profil des Klopp’schen Powerfußballs passen – auch wenn sich bei Vagnoman Licht und Schatten in einem Spiel mitunter noch immer munter abwechseln.

Der 20-jährige Jeltsch wiederum könnte für eine neue Abwehr-Generation stehen. Er tritt für sein Alter extrem reif und abgeklärt auf. Der U-17-Welt- und Europameister ist beim VfB längst Stammspieler.

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