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Kassel Huskies drehen Halbfinalserie gegen Bietigheim Steelers und führen jetzt 2:1

Playoff-Halbfinale der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 beschert den Kassel Huskies zwei Siege in Folge gegen den SCB und damit die Führung in der Serie.

  • Mit Luis Ludin (in Grün) sind die Steelers auf der Jagd nach Toren, doch zuletzt haben sie gegen Kassel zwei Mal das Nachsehen.  Foto: Baumann

    Mit Luis Ludin (in Grün) sind die Steelers auf der Jagd nach Toren, doch zuletzt haben sie gegen Kassel zwei Mal das Nachsehen. Foto: Baumann

Eishockey. Mit zwei Siegen in Folge haben die Kassel Huskies am Samstag und Montag die Halbfinalserie der Playoffs in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 gegen die Bietigheim Steelers gedreht. Zunächst feierten sie in der Ege-Trans-Arena einen 4:3-Auswärtssieg nach Verlängerung, am Montagabend ließen sie ein 3:2 folgen.

Kapitän Alexander Preibisch stand nach seinem Ausfall am Samstag wieder auf dem Eis. Einen Wechsel gab es im Tor, Florian Mnich startete für Olafr Schmidt. 4765 Zuschauer in der Probonio Arena sahen ein hart umkämpftes Spiel. Die Kassel Huskies starteten wie entfesselt ins erste Drittel, nach 56 Sekunden stand es auch schon 1:0 durch Luca Münzenberger nach Vorlage von Hunter Garlent und Bode Wilde. Danach wechselte die Scheibe hin und her und es waren zwei Minuten und zwölf Sekunden gespielt, als Mnich im Tor der Gäste nicht gut aussah – die Scheibe flog wie eine Bogenlampe ins Tor. Torschütze war Tristan Keck nach Vorlage von Darren Mieszkowski. Die Steelers kamen besser ins Spiel und überstanden zweimal Unterzahl. In der 19. Minute war es Jack Dugan, der von der blauen Linie einen harten Distanzschuss abgab und zum 1:2-Anschlusstreffer ins Tor der Huskies traf.

Beinahe kassieren die Steelers im Powerplay ein Tor der Huskies

Im zweiten Drittel kamen in Huskies im Powerplay der Steelers fast zu einem Tor in Unterzahl. Im dritten Powerplay für die Gäste war wieder richtig Feuer in der Partie und es kam zum ersten Faustkampf zwischen Hans Detsch und Mike Fischer. In der 30. Minute schoss Kapitän Preibisch die Scheibe aus der Distanz, wo sie noch zum 2:2 abgefälscht wurde. Die Vorlage kam von Luis Ludin. Die Steelers hätten das Spiel durch eine Großchance von Cole Fonstad beinahe gedreht. Das letzte Drittel begann mit einem Powerplay, in dem Hunter Garlent und Dominic Turgeon eine große Chance für die Huskies hatten. Die Partie wurde vogelwild und die Pässe kamen auf beiden Seiten nicht an. Es roch bereits wieder nach Overtime im dritten Spiel des Halbfinales. Bei jedem Anspiel kam es nun zu Psychospielchen. Dann kam Preibisch wieder zu einer Chance, zielte aber knapp am Tor vorbei. Die Ellentaler spielten taktisch gut, die Kasseler waren nervös. Bietigheim blockte gut und verkaufte sich teuer. Doch 37 Sekunden vor Schluss war es wieder Hunter Garlent, der zur Führung von 3:2 für die Gastgeber traf.

Bietigheimer Publikum macht keinen Hehl aus Groll gegen den Schiedsrichter

„Hängt den Schiri an unser Viadukt“ hallte es am Samstagabend noch Minuten nach dem entscheidenden Tor zum 4:3-Overtime-Sieg der Kassel Huskies durch die Ege-Trans-Arena. Der Unmut der SCB-Fans fokussierte sich nach der Schlusssirene über die bittere Pleite im zweiten Spiel des Playoff-Halbfinals auf das Team Stripes, das sich in der Verlängerung des Spiels keine Freunde im Ellental machte. Denn erst schickten sie nach Ansicht der Videobilder Jack Dugan für zwei plus zwei Minuten auf die Strafbank nach einem hohen Stock. Schon hier kochten die Gemüter hoch. Endgültig eskalierte es, als Kaspars Daugavins in diesem Powerplay einen geblockten Schuss zum 4:3 verwertete und die Huskies damit die Serie ausglichen. Denn Dominic Turgeon gab Mike Fischer – nachdem die Scheibe bereits im Tor war – einen Cheap-Shot mit dem Stock mit. In der Folge eskalierte das Geschehen auf dem Eis zu einem Handgemenge und einer Schlägerei, in die auch beide Bänke beteiligt waren. Turgeon und Tyler Benson auf Kasseler Seite sowie Benedikt Jiranek bei den Steelers bekamen nachträglich noch große Strafen für einen Faustkampf aufgebrummt.

Die Steelers-Fans machten ihrem Unmut Luft, jedoch in der falschen Art und Weise. Als die Unparteiischen am Schiedsgericht das letzte Tor und die finalen Strafen durchgaben, wurden sie mit Klatschpappen und Bier beworfen. Das könnte den Club aus dem Ellental nun teuer zu stehen kommen. Coach Alexander Dück resümiert nach dem Spiel: „Ich werde es nicht weiter erläutern, aber ich kann den Frust definitiv verstehen. Das ist kein Geheimnis, aber mehr sage ich dazu nicht.“ Dabei lieferte seine Mannschaft zuvor über 60 Minuten mal wieder eine absolute Eishockey-Show für die 4282 Zuschauer.

Schon nach dreieinhalb Minuten klingelte es das erste Mal, die berüchtigte Powerplay-Reihe der Hausherren schlug früh zu. Nach einem Beinstellen gegen Bode Wilde brachte Arne Uplegger die Scheibe von der blauen Linie vors Tor zu Brett Kemp, der die Kelle zur Führung reinhielt. In der Folge konnten sich die Schwaben aber bei Goalie Olafr Schmidt und der Defensive bedanken und überlebten ein minutenlanges Drei-gegen-Fünf unbeschadet.

Ausgleich kurz vor dem Schluss, dann folgt die Ernüchterung

Mit dem knappen Vorsprung gingen die Steelers in Durchgang zwei. Dort wendete sich das Blatt aber blitzschnell. Innerhalb von nicht einmal vier Minuten stellten die Gäste aus Nordhessen auf 3:1. Erst versenkte Hunter Garlent einen Abpraller von Schmidts Schoner zum Ausgleich (22.), drei Minuten später vollendete Turgeon einen Wrap-Around um das SCB-Netz zur Führung, die Yannik Valenti nur 37 Sekunden später erneut nach einem Abpraller geistesgegenwärtig ausbaute. Die Ellentäler nutzten ihre guten Gelegenheiten nicht und verwandelten Schmidt-Pendant Philipp Maurer zu einer Zielscheibe. Erst Uplegger gab den Bietigheimern zwei Minuten vor Drittelende wieder Hoffnung – erneut in Überzahl. In Stürmer-Manier lief er an den zweiten Pfosten, einen Querpass von Jack Dugan leitete Kemp genial weiter, sodass der Verteidiger nur noch einschieben musste.

Im Schlussdrittel drängten die Steelers auf den Ausgleich, scheiterten aber immer wieder an Maurer. Erst sieben Minuten vor dem Ende stand Filip Reisnecker nach Gewusel vor dem Goalie am zweiten Pfosten komplett blank und traf nach Querpass von Tamas Kanya zum 3:3. In der Overtime verpassten die Ellentäler zu Beginn in eigener Überzahl die Entscheidung, ehe Kassel im achten Versuch erstmals selbst im Powerplay zuschlug und Daugavins den Deckel draufmachte.

Am Mittwoch geht die Serie um 19.30 Uhr im Bietigheimer Ellental weiter. nb/red

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