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Die Bietigheim Steelers stehen im Halbfinale

Mit einem 4:2-Erfolg bei den Ravensburg Towerstars entscheidet das Eishockey-Team aus dem Ellental die Viertelfinalserie für sich. Bereits am Donnerstag steht das erste
Spiel im Halbfinale auf dem Programm. Gegner sind diesmal die Kassel Huskies.

  • Unbändiger Jubel bei den Spielern der Bietigheim Steelers über den EInzug ins Halbfinale der Playoffs. Archivfoto: Baumann

    Unbändiger Jubel bei den Spielern der Bietigheim Steelers über den EInzug ins Halbfinale der Playoffs. Archivfoto: Baumann

Eishockey. Die Bietigheim Steelers haben sich in Spiel sieben der Viertelfinal-Serie gegen die Ravensburg Towerstars mit 4:2 durchgesetzt und stehen damit im Halbfinale. Grund dafür waren vor allem die Verteidiger des SCB, die für drei der vier Tore gesorgt hatten. Allen voran Tim Schüle brillierte mit zwei Treffern in den ersten 21 Minuten. Mit dem Sieg am Dienstagabend endete die spektakuläre Playoff-Runde, in der fünf der sieben Spiele erst in der Overtime entschieden wurden. „Es war eine unfassbar enge Serie. Wir haben den Zuschauern immer was geboten. Wir hatten heute vielleicht mehr Glück, aber das braucht man auch manchmal“, äußert SCB-Kapitän Alexander Preibisch nach der Partie erleichtert.

Im Halbfinale wartet nun der Hauptrunden-Zweite aus Kassel, der sich bereits am Sonntag nach sechs Spielen gegen die Lausitzer Füchse durchgesetzt hat. Das erste Spiel findet bereits am Donnerstagabend in Hessen statt.

Schon zu Beginn der Partie wird es von beiden Seiten hitzig

Das Mantra vor dem Spiel von Steelers-Trainer Alexander Dück, von der Strafbank wegzubleiben, gelang beiden Teams anfangs nur mäßig. Nachdem Alec Ahlroth für den ERV und Cole Fonstad auf der Gegenseite früh für die ersten Chancen gesorgt hatten, bekamen sich Mike Fischer und Louis Latta in der Ravensburger Zone in die Haare, tauschten Nettigkeiten und auch den ein oder anderen Schlag aus (6. Minute). Als Resultat ging es für beide zwei Minuten lang zum Auskühlen

Von dort aus durfte der SCB-Stürmer Fischer das 1:0 seiner Mitspieler bejubeln. Denn Schüle wählte nach siebeneinhalb Minuten den genau richtigen Moment für den Abschluss. Durch das Getümmel, an Freund und Feind und zahlreichen Schlägern vorbei flog das Hartgummi ins Netz. Ilya Sharipov im Kasten der Gastgeber sah den Puck zu spät, sodass er nicht mehr eingreifen konnte.

Dass die Führung das erste Drittel überlebte, lag an Bietigheims Goalie Olafr Schmidt und auch an seinem Aluminium. Mark Rassell prüfte, wie stabil das Tor im Eis verankert ist und nagelte einen Schuss an den Pfosten (11.). Zudem lieferte Schmidt zwei Minuten vor der ersten Drittelpause einen Big Save, als er gegen Robbie Czarnik in letzter Sekunde noch die Schoner aus kurzer Distanz schließen konnte und damit den Puck am Tor vorbei lenkte.

Doch dieses Momentum verpuffte zum Start des zweiten Abschnitts binnen 35 Sekunden. Nach dem ersten Scheibengewinn setzten sich die Steelers im Towerstars-Drittel fest und wie schon beim 1:0 bekam Schüle die Scheibe an der blauen Linie, fackelte nicht lange und zirkelte das Hartgummi zum 2:0 ins Netz. Erneut wurde Sharipov die Sicht von einigen Mit- und Gegenspielern genommen, wodurch er nicht schnell genug reagieren konnte.

Das Spiel wurde nun intensiver. Innerhalb von 30 Sekunden wurden erst Filip Reisnecker und Simon Sezemsky sowie wenig später Cole Fonstad und Erik Karlsson je zeitgleich auf die Strafbank geschickt (23.). Die Hausherren drückten weiter auf den Anschlusstreffer, fanden aber ein ums andere Mal in Schmidt ihren Meister. Der SCB auf der Gegenseite spielte es nun clever, stand hinten sicher und versuchte offensive Nadelstiche zu setzen.

Wie schon in den vergangenen Partien holen die Steelers den Gegner ins Spiel

Doch die Steelers machten sich das Leben selbst schwer. Wie schon in den Spielen vier und fünf, als man mit zwei Toren geführt hatte, ließ man die Towerstars unnötigerweise wieder herankommen. Erst kassierte Jack Dugan eine Strafe für einen hohen Stock, keine Minute später gab es eine Bankstrafe wegen zu vieler Spieler auf dem Eis. In dieser doppelten Überzahl schlug der ERV zu. Odeen Tufto versenkte zum 1:2. Bitter für die Ellentäler: Nur noch eine Sekunde war mit zwei Mann weniger zu spielen. Doch die restliche Strafzeit überlebten die Männer von der Enz unbeschadet.

Selbst hatten sie sieben Minuten vor Ende des zweiten Abschnitts die Möglichkeit in Überzahl den alten Abstand wiederherzustellen. Doch die Gäste waren hier zu ungefährlich und hatten sogar Glück, dass es nicht zum Short-Hander der Hausherren kam. Den Steelers fehlte es nach dem 1:2 an Genauigkeit. Häufig gingen die Pässe ins Nichts oder in die gegnerische Kelle, dem SCB schienen die Nerven zu flattern. Daher kam die zweite Drittelpause genau richtig, um mit frischem Kopf in den Schlussabschnitt zu gehen. „Zum Glück haben wir das Drittel nur mit einem Gegentor beendet“, resümiert Dück nach der Partie.

In diesen gehen die Steelers mit einer Überzahl, nachdem 30 Sekunden vor der Sirene Ahlroth noch für ein Beinstellen auf die Strafbank geschickt worden war. Und das frische Eis unter den Schlittschuhen nutzten die Gäste prompt. 34 Sekunden – eine weniger als bei Schüles 2:0 – war es erneut ein Verteidiger, der für das Tor aus der Distanz sorgte. Dieses Mal versenkte Arne Uplegger aus 18 Metern mit Vollgas in die Maschen. Doch aufgeben wollten die Oberschwaben noch lange nicht. Matej Mrazek, der schon am Sonntag getroffen hatte, verwertete eine schöne Ablage von Philipp Mass mit einem harten Schuss direkt ins kurze Kreuzeck zum 2:3 (45.).

Cole Fonstad sorgt schlussendlich für die Entscheidung

Mit der schnellen Antwort war die Spannung wieder wie in den vorherigen sechs Spielen der Serie geboten. Bastian Eckl verpasste drei Minuten nach dem Gegentreffer das vierte Bietigheimer Tor und scheiterte bei einem Alleingang an Sharipov. Czarnik auf der Gegenseite traf nur das Außennetz (52.). Dann sorgt der Mann des Viertelfinals Cole Fonstad aber für die Vorentscheidung. Erst checkte er an der blauen Linie hart Nickolas Latta um. Die Steelers spielten allerdings unbekümmert weiter, sodass Eckl vor dem Netz querlegen konnte und Fonstad sein zehntes Tor der Serie erzielte. Die Oberschwaben wirkten davon mächtig geschockt. Bietigheim stand defensiv nun sattelfest und ließ die Stürmer der Gastgeber um Czarnik, Rassell und Karlsson kaum mehr zu Schüssen kommen. Alles, was zu Schmidt durchkam, hatte der 30-Jährige sicher. Schon dreieinhalb Minuten vor Schluss ging Goalie Sharipov vom Eis, damit die Towerstars mit dem zusätzlichen Feldspieler noch einmal alles auf eine Karte setzen konnten. Mit 90 Sekunden auf der Uhr musste dann sogar noch Maximilian Söll auf SCB-Seiten auf die Strafbank. Doch auch hier verteidigten die Ellentäler mit Mann und Maus das eigene Netz, womit das Spiel mit 4:2 endete. nb

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