stuttgart - Diese VfB-Zahlen können sich sehen lassen: So konnte der Stuttgarter Fußball-Bundesligist auf seiner Mitgliederversammlung bei Umsatz und Gewinn jeweils eine Bestmarke verkünden. Schließlich lag der Gesamtertrag der ausgegliederten VfB-AG, die anders als viele Bundesliga-Konkurrenten im Kalenderjahr und nicht am Stichtag 30. Juni nach Saisonende bilanziert, in 2025 bei 383,6 Millionen Euro. Dies ist ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (299,8 Millionen Euro) um 28 Prozent.
Ein neuer Rekord auch beim Gewinn, der von 15,4 Millionen Euro in 2024 auf dieses Mal 22,5 Millionen Euro anstieg. Das Eigenkapital der AG zum Jahresende 2025 betrug 83,4 Millionen Euro. Die im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöhte Eigenkapitalquote, ein zentraler Indikator für die finanzielle Stabilität eines Unternehmens, lag bei für einen Profi-Fußballclub guten 23,1 Prozent.
„Wachstum und Profitabilität gehen beim VfB Stuttgart Hand in Hand: Wir konnten Umsätze, Gewinne und Eigenkapital gleichzeitig steigern. Das ist ein Zeichen für gesundes und nachhaltiges Wachstum“, sagte der Vorstandschef Alexander Wehrle auf der Mitgliederversammlung.
Positiv zu Buche schlugen auf der Seite der Einnahmen besonders die Transfers von Nick Woltemade für rund 85 Millionen Euro zu Newcastle United, sowie von Enzo Millot für rund 30 Millionen Euro zum Club Al-Ahli nach Saudi-Arabien. Zudem machte der VfB im TV-Ranking Boden gut, liegt beim Sponsoring und Merchandising gut im Rennen – und profitiert seit der Modernisierung der Haupttribüne der MHP-Arena zur EM 2024 von einem nochmals größeren Angebot an die VIPs, etwa mittels seines exklusiven Tunnelclubs.
Dass sich der VfB sportlich vom Abstiegskandidaten zum regelmäßigen Akteur auf der internationalen Bühne gemausert hat, wo man in dieser Runde als Champions-League-Teilnehmer zum dritten Mal in Folge dabei ist, hat aber auch deutliche Auswirkungen auf die Kostenseite: So sind auch die Ausgaben gestiegen – und zwar von 284,4 Millionen Euro in 2024 auf den neuen Rekordwert von 338 Millionen Euro. Gestiegene Spielergehälter, Beraterhonorare oder Prämienzahlungen für den Erfolgsfall erhöhten beim VfB die Ausgabenseite. In Summe lag der Personalaufwand des Clubs im Jahr 2025 bei 163,9 Millionen Euro – ein Anstieg von mehr als 50 Prozent innerhalb von zwei Jahren: 2023 hatten die Aufwendungen noch 105,8 Millionen betragen, 2024 dann rund 134 Millionen.
Da die Kosten zuletzt stark zunahmen und weiter ansteigen – siehe etwa den neuen Vertrag für Stürmer Deniz Undav –, warnen einige Beobachter schon jetzt vor der so genannten „Champions-League-Falle“, in die der Club in der Folge der Meisterschaft von 2007 schon einmal getappt ist. In Relation zur Konkurrenz sind die Kosten beim VfB aber nicht unverhältnismäßig hoch, was der Bundesliga-Quervergleich zeigt: Fünf Mannschaften hatten dem jüngsten DFL-Report zufolge höhere Personalkosten: der FC Bayern (443,5 Millionen), Borussia Dortmund (268,3), RB Leipzig (209,9), Bayer Leverkusen (207,5) und Eintracht Frankfurt (177,3). In der Tabelle hat der VfB als Vierter damit zwei Teams hinter sich gelassen (Leverkusen und Frankfurt), die mehr in ihr Personal investierten.
Auch der VfB Stuttgart e.V., der Mutterverein, der seit der Ausgliederung im Jahr 2017 mit über 75 Prozent der Stimmen weiter das Sagen über die AG besitzt, hat seine Geschäftszahlen für das Jahr 2025 verkündet: So lag der Gesamtumsatz hier bei 7,2 Millionen Euro, der Gewinn bei 1,4 Millionen Euro – und das bei einer Rücklage von 1,6 Millionen Euro.
Für das Geschäftsjahr 2026 strebt der Verein laut Präsident Dietmar Allgaier „eine schwarze Null“ an. „Wenn wir den Blick nach vorne richten, dann tun wir das heute aus einer Position der Stärke, aber nicht der Selbstzufriedenheit“, sagt er.
Dass der VfB auf vielen Feldern erfolgreich ist, verdeutlichen auch die „Zusatzzahlen“: So wurden im Bereich Merchandising stolze 156.500 Trikots verkauft, was ein Rekordergebnis bedeutete. Mit aktuell 135.000 Vereinsmitgliedern ist der Verein für Bewegungsspiele von 1893 zudem weiterhin der größte Sportverein im Ländle.
