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Der dritte Mann im Sturm?

Viel fehlt in den Verhandlungen mit dem VfL Wolfsburg nicht mehr – und die Stuttgarter dürfen Dzenan Pejcinovic begrüßen.

Heiko Hinrichsen stuttgart - Die Rhetorik des Dieter Hecking ließ bereits einen Blick in die Zukunft zu. „Wir müssen ihn aus finanziellen Aspekten nicht verkaufen“, sagte der Geschäftsführer Sport des VfL Wolfsburg über die Personalie Dzenan Pejcinovic. Dann ergänzte der Mann, der in der Endphase der vergangenen Saison erfolglos als Cheftrainer versucht hatte, den Bundesliga-Abstieg des Meisters von 2009 zu verhindern, aber noch: „Was weiß ich, was morgen ist.“ Fix ist der Deal noch nicht. Doch nach aktuellem Stand spricht sehr viel dafür, dass der 21-jährige Mittelstürmer der U 21 des DFB zeitnah im Stuttgarter Neckarpark begrüßt werden könnte. Mit Dzenan Pejcinovic, der unbedingt nach Stuttgart wechseln will, hat der VfB seinen Wunschkandidaten für den Angriff fest an der Angel – und wird ihn wohl auch an Land ziehen. 25 Millionen Euro hatten Hecking und die Wölfe für den Spieler aufgerufen, der einst im Münchner Stadtteil Giesing als Sohn montenegrinischer Zuwanderer aufwuchs; der VfB mit seinem Sportvorstand Fabian Wohlgemuth bot zunächst 18 Millionen, soll nun nach Informationen der „Wolfsburger Allgemeinen“ auf 22 Millionen Euro plus Boni erhöht haben. Am Ende wird man sich nach den Gesetzen der Branche mit großer Wahrscheinlichkeit einigen. Im Raum steht für den Stürmer in Stuttgart ein Vierjahresvertrag bis 2030. Dabei ist Pejcinovic im Stuttgarter Kader als Ergänzung zu dem Sturmduo Deniz Undav und Ermedin Demirovic vorgesehen – und dies, obwohl er wie Letzterer ein echter Mittelstürmer ist, der auch als Zielspieler mit dem Rücken zum gegnerischen Tor agieren kann. Pejcinovic hat einen starken linken Fuß und stellt seinen Torriecher gerne direkt im Strafraum unter Beweis. Zwölf Pflichtspieltreffer sind dem 21-Jährigen in der vergangenen Saison gelungen, was angesichts der desolaten Team-Performance der Wölfe in der abgelaufenen Runde eine Leistung ist. Nach dem späten Abgang von Nick Woltemade zu Newcastle United ganz am Ende der vergangenen Sommer-Transferperiode war der Stuttgarter Sturm derweil seinerzeit auf Kante genäht. Das fiel irgendwann nicht mehr groß auf, weil Undav und Demirovic als bestes Bundesliga-Pärchen abseits der Bayern um Harry Kane gemeinsam so gut performten. Doch abseits dieses Duos hießen die Alternativen für ganz vorne in der abgelaufenen Runde im VfB-Kader „nur“ Jamie Leweling oder Tiago Tomas, die aber beide eigentlich keine Zentrumsstürmer sind. Für den bevorstehenden Tanz auf den drei Hochzeiten mit Liga, Pokal und Champions League sähe sich der VfB nun im Falle eines erfolgreichen Transfers mit Pejcinovic als drittem Mann für vorne drin gut gerüstet. Klar ist aber auch, dass die Verpflichtung des U-21-Nationalspielers für deutlich über 20 Millionen Euro ein größeres finanzielles Investment darstellen würde. Das bedeutet, dass der VfB in diesem Transfersommer auch ein Schwergewicht abgeben dürfte. Schließlich ist es der klare Auftrag an den VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth und seinen Sportdirektor Christian Gentner, auf dem Wechselmarkt schwarze Zahlen zu schreiben. Im Klartext heißt das: Es muss aufgrund der hohen Fixkosten, denen sich der VfB Stuttgart in Zeiten von steigenden Spielergehältern, Ablösesummen, Berater-Tantiemen, den Kosten für das Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) sowie dem stetig wachsenden Mitarbeiterstab gegenüber sieht, ein Transfer-Überschuss erwirtschaftet werden. Noch ist allerdings gerade das internationale Wechselkarussell nicht richtig in Schwung gekommen. Doch schon jetzt gilt neben Jamie Leweling vor allem Bilal El Khannouss als Topkandidat für einen Wechsel weg vom VfB. Dies alles aber nur, wenn der Preis stimmt. Und der müsste sich im Fall des Marokkaners EL Khannouss ganz deutlich über den in Summe 20 Millionen Euro bewegen, welche die Stuttgarter in ihn investiert haben.

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