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Das fehlt zu einem Spitzenteam – noch

Die Fußballerinnen des VfB Stuttgart sind sehr gut in ihre erste Bundesliga-Saison gestartet, und trotzdem gibt es Steigerungspotenzial.

  • Die Enttäuschung nach der Niederlage gegen den VfL war groß.Foto: Baumann

    Die Enttäuschung nach der Niederlage gegen den VfL war groß.Foto: Baumann

Stuttgart - Das offizielle Saisonziel ist der Klassenverbleib. Allerdings gibt es kaum jemanden, der davon ausgeht, dass die Bundesliga-Fußballerinnen des VfB Stuttgart tatsächlich in den Kampf gegen den Abstieg verwickelt werden. Das liegt daran, dass der Neuling in den ersten vier Spielen bereits sieben Punkte geholt hat – in der vergangenen Saison reichten dem Hamburger SV 18 Zähler, um als Drittletzter drinzubleiben. Vor allem aber hat diese Einschätzung mit der Art und Weise zu tun, wie der VfB bislang aufgetreten ist: kämpferisch überzeugend, willensstark und selbstbewusst. „Es geht immer auch um die Haltung, die wir zeigen“, sagte Trainer Nico Schneck, „und da kann ich meinem Team absolut keinen Vorwurf machen.“

Wie weit der VfB schon ist, davon haben sich am Sonntag im Gazi-Stadion auch einige prominente Nationaltrainer überzeugt. Christian Wück (Deutschland), Andrea Soncin (Italien) und Nina Patalon (Polen) sahen die 0:2-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg, bei der es zwei Erkenntnisse gab. Zum einen war der Aufsteiger selbst gegen den Tabellenführer in der Lage, sich gute Tormöglichkeiten zu erarbeiten, einmal durch Nicole Billa die Latte zu treffen, mit großer Energie dagegenzuhalten und bis zum Schluss im Spiel zu bleiben. Allerdings war auch in dieser Partie zu sehen, was dem VfB, der das Ziel hat, 2030 zum oberen Drittel der Bundesliga zu gehören, aktuell zu einem Spitzenteam noch fehlt:

Individuelle Fehler Beiden Toren des VfL Wolfsburg gingen unnötige Ballverluste voraus, einmal an der Mittellinie, einmal im eigenen Strafraum. Auch beim 2:1-Sieg zum Saisonstart in Sinsheim hatte die TSG Hoffenheim nach einem Missgeschick der Abwehr getroffen, und nach dem 3:3 beim 1. FC Nürnberg bemängelte Manager Sascha Glass die „zu einfach gefallenen Gegentore“. Schneck ist bewusst, dass er mit seinem Team an der defensiven Stabilität arbeiten muss. „Die Fehler vor den Toren waren zu klar“, sagte der Coach nach dem 0:2 am Sonntag, „und eine Mannschaft wie Wolfsburg schafft es dann diese auszunutzen.“

Startschwierigkeiten In allen vier Spielen der Saison lagen die VfB-Frauen zurück. In den beiden Heimspielen fiel das 0:1 kurz nach dem Anpfiff (Hamburger SV/2. Minute, VfL Wolfsburg/3.), bei der TSG Hoffenheim (37.) und beim 1. FC Nürnberg (26.) dauerte es etwas länger. Für die Moral des Aufsteigers spricht, dass er in den ersten drei Spielen trotzdem ungeschlagen blieb. Das Duell mit Wolfsburg aber zeigte: je stärker der Gegner, umso schwerer wiegt ein Rückstand. „Wir hatten anfangs zu viel Respekt“, sagte Manager Glass, „und das frühe Tor kam Wolfsburg natürlich entgegen.“ Ähnlich sah es Maximiliane Rall. „Wir sind“, meinte die Kapitänin, „denkbar ungünstig gestartet.“ Oder anders ausgedrückt: Es wird höchste Zeit, dass der VfB mal in Führung geht.

Effektivität Der Neuling hat zwar durch Nicole Billa, Maximiliane Rall (je 3) und Reena Wichmann bereits sieben Tore erzielt, allerdings auch etliche Chancen liegen gelassen. Als Folge davon war der VfB das erste Team, das in dieser Saison gegen den VfL Wolfsburg nicht getroffen hat. „Wir hatten gute, zielgerichtete Aktionen und Umschaltaktionen, bei denen wir bis vors Tor gekommen sind“, sagte Coach Nico Schneck, „doch im Abschluss hat es uns an Qualität gefehlt. Da war mehr drin.

Ballsicherheit Auffällig war gegen den VfL Wolfsburg, dass es dem VfB Stuttgart nur selten gelang, sich in der gegnerischen Hälfte festzusetzen, das Spiel zu gestalten und so die eigene Defensive auch zu entlasten. „Wir haben den Ball oft viel zu schnell hergegeben“, meinte Schneck, „deshalb mussten wir viel hinterherrennen, was extrem viele Körner kostet und irgendwann wehtut.“

Was am Ende dieser Auflistung nicht fehlen darf, ist der Hinweis, dass die VfB-Frauen bisher eine Saison spielen, in der sie derzeit auf Platz sieben stehen und damit voll im Soll liegen – vor allem mit Blick auf das Ziel, am Ende den Klassenverbleib zu schaffen. Zugleich sprechen die Verantwortlichen des Aufsteigers aber ganz offen über ihren Anspruch, sich in den nächsten drei, vier Jahren zu einem der führenden Vereine in der Bundesliga zu entwickeln. Deshalb war die Partie gegen den VfL Wolfsburg eine willkommene Standortbestimmung. „Wir haben gegen ein absolutes Top-Team gespielt“, sagte Trainer Nico Schneck, „für uns ging es auch darum, zu verstehen, was notwendig ist, um gegen so eine Mannschaft mithalten zu können.“ Für diese Analyse gibt es nun genügend Anschauungsmaterial. Und danach gleich die nächste Prüfung: Am Montag (18 Uhr) muss der VfB beim Tabellenfünften Werder Bremen ran.

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