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Bietigheim übernimmt die Playoff-Führung

Vor heimischem Publikum gewinnen die Steelers in der Verlängerung und gestalten das Auswärtsspiel dann deutlich.

  • Durchsetzungsstark und immer ein paar Sekunden schneller war Bastian Eckl (links) mit den Bietigheim Steelers gegen die Ravensburg Towerstars. Foto: Baumann

    Durchsetzungsstark und immer ein paar Sekunden schneller war Bastian Eckl (links) mit den Bietigheim Steelers gegen die Ravensburg Towerstars. Foto: Baumann

Eishockey. Die Bietigheim Steelers haben in der Playoff-Serie der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 zurückgeschlagen und gegen die Ravensburg Towerstars zwei Siege geholt.

Eine ausverkaufte Arena trägt die Steelers zum ersten Erfolg gegen Ravensburg

Angetrieben von 4417 Kehlen in der ausverkauften Ege-Trans-Arena, abzüglich der rund 400 mitgereisten Gästefans, lieferten die Bietigheim Steelers in Spiel zwei der DEL 2-Playoff-Viertelfinalserie mit den Ravensburg Towerstars ein absolutes Eishockey-Fest und gewannen mit 5:4. Wie schon am Dienstag ging auch das Duell im Ellental in die Verlängerung. Dort klopften die Hausherren gleich mehrfach am Sieg, Alexander Preibisch, Luis Ludin (beide 62.) und Bastian Eckl (63.) scheiterten an Goalie Ilya Sharipov (62.), Cole Fonstad am Aluminium (63.). Nach dreieinhalb Minuten war dann aber Jack Dugan frei vor dem Tor und ließ sich diese Chance zum 5:4-Endstand nicht mehr nehmen. Nach dem Siegtreffer explodierte die Eishalle, die Spieler drehten noch eine Ehrenrunde auf dem Eis, Dugan jubelte noch in Richtung der Gäste-Fans. „Die Unterstützung von außen ist bombastisch“, lobte Coach Alexander Dück die Fans, die die Arena in ein Tollhaus verwandelt hatten.

Die Partie startete genau gegenteilig zu Spiel eins. Denn am Dienstag hatten die Oberschwaben nach einer halben Minute zugeschlagen, dieses Mal war es der SCB, der früh das Netz fand. Bastian Eckl erarbeitete sich noch in der gegnerischen Zone das Hartgummi, zog in Richtung Kasten und ließ sich davor auch nicht von zwei Ravensburger Verteidigern beirren. Der Stürmer bugsierte den Puck in die Maschen und sorgte für Jubelstürme nach nur 70 Sekunden.

Die Gäste reagieren auf den frühen Rückstand unbeeindruckt

Doch lange zeigten sich die Gäste davon nicht geschockt. In eigener Überzahl verlor Arne Uplegger die Scheibe an der Bande vor dem eigenen Tor leichtsinnig an Thomas Reichel. Der 26-Jährige schaltete schnell und fand im Slot den blankstehenden Nikita Kessler. Vor SCB-Goalie Olafr Schmidt hatte der viel Zeit und konnte unbedrängt ausgleichen (4. Minute). Ravensburg hatte danach Oberwasser, wurde stärker und drückte die Hausherren immer wieder in die eigene Zone. Verdient – wenngleich kontrovers – fiel daher nach zehn Minuten das 1:2 aus Steelers-Sicht.

Denn kurz vor dem Treffer hatte Eckl einen klaren hohen Stock ins Gesicht bekommen und musste anschließend in die Kabine, um die Blutung zu stoppen. Gerade als die Ellentäler wenig später eine Unterzahl wieder auffüllen durften, stand der Block noch unsortiert. So landete ein abgeblockter Distanzschuss erneut bei Kessler, der am zweiten Pfosten ohne Bewacher die Partie drehte. In der Folge wurde es hitzig. Alexander Preibisch und Nickolas Latta entledigten sich der Handschuhe, ließen die Fäuste fliegen und flogen dafür selbst für je fünf Minuten vom Eis. Auch Benedikt Jiranek, Jack Dugan und Mike Fischer gerieten immer wieder mit Gäste-Spielern aneinander. Doch in der ersten Drittelpause schien Dück die richtigen Worte gefunden zu haben. Denn aus der Kabine kam der SCB deutlich stärker und stellte die defensiven Wackler ab.

Auch offensiv lief nun mehr zusammen. Dugan traf nach 24 Minuten erst noch den Pfosten, versetzte wenige Sekunden später dann aber doch die Enztalkurve in Feierstimmung. Nach gutem Forechecking belieferte Jesse Kauhanen Cole Fonstad. Der Kanadier hatte die Übersicht und spielte quer durch die gefährliche Zone auf den Sturmpartner. Dugan bedankte sich mit dem 2:2.

Bietigheim verpasst es, die Führung deutlicher zu gestalten

Vom ERV kam derweil wenig, stattdessen verpassten Eckl und Maximilian Söll in Überzahl die erneute Steelers-Führung. Fonstad ließ die wohl größte Chance des Durchgangs nach einer halben Stunde liegen, als er alleine auf Towerstars-Goalie Ilya Sharipov zulief, aber statt zu schießen zurücklegen wollte. Der Rückpass landete bei den Gästen, anstatt beim gesuchten Alex Dostie.

Unmöglich, die Scheibe nicht zum 3:2 unterzubringen war es dann für Fischer in der 34. Minute. Luis Ludin machte das Spielgerät scharf, Filip Reisneckers erster Abpraller landete direkt beim vor der Linie stehenden Fischer, der mit Leichtigkeit den Puck über die Linie schieben durfte.

Bitter für die spielbestimmenden Steelers: Den Vorsprung nahmen sie nicht mit in die zweite Pause. Denn rund zwei Minuten vor Ende des Abschnitts blockte Preibisch einen Distanzschuss mit dem Schläger, der daraufhin brach. So trudelte der Puck vor das Tor, wo Julian Eichinger per Rückhand auf Erik Karlsson ablegte und dieser das 3:3 erzielte. Doch wieder ließ sich Bietigheim davon nicht einschüchtern, kam erneut frischer zurück aufs Eis und ging erneut in Front. Eckl schickte Dugan steil, der mit einem genialen Pass genau in die Gasse den eingelaufenen Fonstad bediente. In einem genauen Spiegelbild des 2:2, als der Kanadier Dugan bedient hatte, traf Fonstad locker zum 4:3 (44.). Ravensburg rannte in der Folge immer wieder an, scheiterte aber ein ums andere Mal an Schmidt. Die Steelers, die nun auf ihr pfeilschnelles Umschaltspiel bauten, verpassten es auf der Gegenseite die Führung erstmals auszubauen. So ging es spannungsgeladen in die Schlussminuten, in denen beide Teams mit offenem Visier spielten. Und so kam Ravensburg mit dem Goalie vom Eis tatsächlich noch zum Ausgleich. Robbie Czarnik versenkte 19 Sekunden vor Schluss durch das Gewühl hinweg zum 4:4 und schickte das Spiel in die Overtime. Dort hatte Dugan das letzte Wort.

Eine starke Anfangsphase beschert den Steelers den ersten Auswärtssieg

Am Sonntagabend brachten die Steelers das Auswärtsspiel in Ravensburg dann ohne Verlängerung über die Bühne und setzten sich deutlich mit 5:2 durch. Ausschlaggebend für den klaren Erfolg war ein überragendes erstes Drittel, in dem Jack Dugan (7.), Cole Fonstad (9.) und Brett Kemp (16.) für klare Verhältnisse sorgten. Das Gegentor von Marvin Schmid (37.) steckte das Team aus dem Ellental schnell weg und stellte durch Fonstads zweiten Treffer den alten Abstand wieder her (53.). Louis Latta verkürzte auf 2:4 (58.), ehe Alexander Preibisch zum Endstand traf (60.). nb/dd

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