SportVfB

Angelo Stiller – Fixpunkt beim VfB, aber beim DFB raus

Jürgen Klopp verzichtet erst einmal auf den Mittelfeldspieler. Dabei lassen die Ausführungen des Bundestrainers Raum für Interpretationen.

  • Dreh- und Angelpunkt im Stuttgarter Spiel: Angelo StillerFoto: Baumann

    Dreh- und Angelpunkt im Stuttgarter Spiel: Angelo StillerFoto: Baumann

Frankfurt/Stuttgart - Die gute Nachricht lautet: Bei Angelo Stiller sieht es positiv aus. Die Knieprellung ist abgeklungen und vieles deutet darauf hin, dass der Mittelfeldspieler des VfB Stuttgart an diesem Samstag (18.30 Uhr) gegen Borussia Dortmund auflaufen kann. Das wäre wichtig für den Fußball-Bundesligisten, da der 25-Jährige Dreh- und Angelpunkt in dessen Spiel ist. Und Stiller hätte so die Gelegenheit, in der Spitzenpartie wieder mehr in den Blick des Bundestrainers zu rücken. Denn Jürgen Klopp hat ihn nicht nominiert – obwohl er einen geteilten XXL-Kader für die anstehenden vier Länderspiele berufen hat.

Insgesamt 44 Spielernamen hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Donnerstag aufgeführt, unterteilt in zwei Gruppen für jeweils zwei Partien. Aus diesem Kreis wählt Klopp seine ersten Startformationen aus. Zunächst am 24. September in Amsterdam gegen die Niederlande, danach am 27. September in Augsburg gegen Griechenland. Und Stiller zählt auch nicht zu den Kandidaten für die weiteren Nations-League-Spiele in München gegen Serbien (1. Oktober) und zum Abschluss der Abstellungen in Thessaloniki gegen Griechenland (4. Oktober).

„Wir haben das besprochen“, sagte der Bundestrainer in Frankfurt, „das hat zum einen mit dem angeschlagenen Knie zu tun, aber zum anderen haben wir auch über den Fußball gesprochen, den wir spielen wollen.“ Mit Stiller und dem VfB-Coach Sebastian Hoeneß. Das vorläufige Ergebnis des Fachaustausches laut Klopp: „Für diesen Lehrgang ist er nicht dabei.“

Eine Momentaufnahme also. Allerdings lassen die weiteren Ausführungen des Bundestrainers aufhorchen. Er hat ein klares Bild vor Augen, wenn er über die Mittelfeldspieler redet, die er sich für die Zukunft im DFB-Team vorstellt. „Im Idealfall haben sie eine herausragende Technik, verfügen über Jahrhundert-Speed, sind wahnsinnig kreativ und dazu ein Mentalitätsmonster“, meinte Klopp mit einer beabsichtigten Übertreibung, da es solche Akteure weltweit selten gibt. Wenn überhaupt. „Wenn das nicht zusammenkommt, müssen wir Abstriche machen und schauen, dass wir es trotzdem hinkriegen“, sagte der 59-Jährige auf dem DFB-Campus vor seiner Premiere.

Auf die Mischung kommt es Klopp im Zentrum des Spiels an. Stiller kann da mit seiner Ballsicherheit in die Formation passen – und dennoch drängt sich der Eindruck auf, dass der Nachfolger von Julian Nagelsmann andere Spielertypen bevorzugt. Mit mehr Dynamik und größerer Zweikampfstärke. Elemente, über die beim WM-Teilnehmer öfter diskutiert wird. Bereits unter Nagelsmann war das so. In der neuen Aufgabenverteilung möchte Klopp nun einen Abräumer in seinem Dreier-Mittelfeld haben.

Stiller ist dagegen ein Kombinationseinfädler. „Er verfügt mit Sicherheit über Qualitäten, die jeder Mannschaft helfen“, sagte sein Clubtrainer Hoeneß. „Ich bin sicher, dass er alles mitbringen kann, um auf internationalem Topniveau und auch in der Nationalmannschaft zu spielen“, erklärte er und will seinen Taktgeber unterstützen, „um wieder ins Schaufenster“ zu kommen.

Datenschutz-Einstellungen