LokalesUmland

Stelldichein beim Musikfestival im Kloster

Zwischen dem 18. Mai und dem 29. September kommen viele Künstler und Ensembles nach Maulbronn. Besucher erwartet eine einmalige Atmosphäre bei vier Konzerten im Kreuzganggarten. Der Kammerchor wandert mit dem Publikum und Bernd Glemser lädt wieder zu seinen Sommerkursen.

  • Der Maulbronner Kammerchor wandert wieder mit dem Publikum. Fotos: p

    Der Maulbronner Kammerchor wandert wieder mit dem Publikum. Fotos: p

  • Berrnd Glemser holt wieder hochkarätige Partner ins Laienrefektorium.

    Berrnd Glemser holt wieder hochkarätige Partner ins Laienrefektorium.

Maulbronn (p). Die Klosterkonzerte Maulbronn haben ihr Programm für die Konzertsaison 2024 vorgestellt. Bei 25 Konzerten zwischen 18. Mai und 29. September ist wieder eine Vielzahl renommierter Künstlerinnen und Künstler sowie ausgezeichnete Ensembles beim Musikfestival im Weltkulturerbe zu erleben: Der Maulbronner Kammerchor wandert mit dem Publikum rund um Maulbronn und setzt unter der Leitung von Benjamin Hartmann seinen Mendelssohn-Zyklus fort, Orgelkonzerte stellen die Grenzing-Orgel in den musikalischen Mittelpunkt, Artist in Residence Bernd Glemser lädt wieder zu Sommerkursen und zur Kammermusikwoche und im Juli darf sich das Publikum einmal mehr von der einmaligen Atmosphäre und den mitreißenden Klängen der vier Konzerte im Kreuzganggarten begeistern lassen. Der Vorverkauf beginnt am 18. März. Gutscheine für die Klosterkonzerte sind schon jetzt online unter klosterkonzerte.de buchbar.

Musik aus der Zeit des Westfälischen Friedens

Zum Eröffnungskonzert am 18. Mai ist mit dem Balthasar-Neumann-Orchester eines der renommiertesten Ensembles auf dem Gebiet der Alten Musik in der Klosterkirche zu Gast. Das von Thomas Hengelbrock gegründete Hamburger Ensemble bringt mit der Balthasar-Neumann-Akademie auch seinen vielversprechenden Nachwuchs mit nach Maulbronn, um unter dem Titel „Zu Gast bei Bach & Telemann“ ein Fest mit Pauken und Trompeten aufzuführen. Auch in weiteren Konzerten steht barocke Musik im Zentrum der Programme: Am 2. Juni beschließt die Lautten Compagney aus Berlin den Welterbetag im Kloster Maulbronn mit einem Konzert am „Runden Tisch“, es erklingt Musik aus der Zeit des Westfälischen Friedens 1648. Der ungarische Trompetenvirtuose Gábor Boldoczki bringt am 13. September gemeinsam mit dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim Musik vom Hof des Sonnenkönigs Ludwig XIV. in der Klosterkirche zu Gehör. Das Alte-Musik-Ensemble La Centifolia der Geigerin Leila Schayegh ist am 27. September in barocker Triobesetzung mit Johannes Kofler am Violoncello und Johannes Keller am Cembalo zu Gast und spielt unter dem Titel „Ciaccona!“ bekannte und unbekanntere Werke unter anderem von Antonio Bertali, Tomaso Vitalino und Francesco Maria Veracini.

Neben diesen barocken Glanzpunkten wird die Saison 2024 der Klosterkonzerte von drei bewährten musikalischen Säulen getragen: Als Ensemble in Residence bestreitet der Maulbronner Kammerchor in der kommenden Saison gleich fünf Konzerte. Am 8. und 9. Juni wandert der Chor der Klosterkonzerte unter Leitung seines Ehrendirigenten Jürgen Budday gemeinsam mit dem Publikum rund um Maulbronn, Kurzkonzerte an verschiedenen Orten und Verpflegungspausen inklusive. Das A-cappella-Konzert am 30. Juni stellt den gregorianischen Choral und seine Verarbeitung in der Chormusik späterer Jahrhunderte ins Zentrum. Am 21. und 22. September erklingt im Rahmen des mehrjährigen Mendelssohn-Zyklus’ dessen Vertonung des 42. Psalms sowie das Deutsche Requiem von Johannes Brahms. Das Solisten-Duo des gemeinsamen oratorischen Konzerts mit der Hannoverschen Hofkapelle wird auch im kommenden Jahr hochkarätig besetzt sein.

Auch im Jahr nach ihrem zehnjährigen Jubiläum steht traditionsgemäß die Grenzing-Orgel in der Klosterkirche im musikalischen Mittelpunkt einer Reihe von Orgelkonzerten im Weltkulturerbe. Den Anfang macht mit Aurel Dawidiuk am 30. Mai der Gewinner des Deutschen Musikwettbewerbs 2022 und damit ein vielversprechender Orgelvirtuose. Gefolgt von Peter Holder am 15. Juni, der als Organist von Westminster Abbey in den vergangenen Jahren zu den unterschiedlichsten Anlässen im Rahmen royaler Ereignisse an seiner Wirkungsstätte zu hören gewesen ist. In Maulbronn feiert er die Bandbreite des britischen Repertoires. Den Abschluss der „Reihe in der Reihe“ macht am 15. September der Hausherr an der Grenzing-Orgel, Bezirkskantor und Organist Thorsten Hülsemann.

Im Juli locken wieder die Open-Air-Konzerte ihr Publikum in die einmalige Atmosphäre des Kreuzganggartens. Den Anfang macht am 6. Juli das Duo Café del mundo auf seinen Flamenco-Gitarren mit Musik zwischen Klassik und Jazz, Techno und Weltmusik. Am 7. Juli beschert das Romain Leleu Sextet um den französischen Trompeter dem Publikum eine „Fantastische Nacht“ mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart bis Dizzy Gillespie. Am 12. Juli tauscht der Geiger Aleksey Igudesman seinen kongenialen Duopartner Hyung-ki Joo gegen die nicht weniger geniale Schlagwerkerin Lucy Landymore. Der Abend unter dem Titel „Chill & Thrill“ verspricht ein unvergessliches und einzigartiges musikalisches Abenteuer zu werden. Mit Virtuosität und unwiderstehlichen Grooves hauchen sie an Geige, Vibrafon und Perkussion klassischen Kompositionen neues Leben ein – und natürlich darf dabei auch der Humor nicht zu kurz kommen. Den Abschluss im Kreuzganggarten bilden zwei Gewinner-Ensembles des Deutschen Chorwettbewerbs 2023: Mit Quintabulous und Vocoder sind am 13. Juli die ersten beiden Preisträger der Kategorie Pop-Vokalensemble zu Gast.

Seit 2006 fester Bestandteil einer jeden Konzertsaison ist die Kammermusikwoche Bernd Glemser & Freunde, zu der Pianist und Artist in Residence Bernd Glemser vom 30. August bis 7. September wieder hochkarätige Kammermusikpartner ins Laienrefektorium lädt. Bereits eine Woche zuvor gibt Glemser, Professor an der Musikhochschule Würzburg, sein Wissen an den talentierten Nachwuchs in den Maulbronner Sommerkursen weiter.

Kammermusikduo im Laienrefektorium

Darüber hinaus bespielen drei ganz unterschiedliche Ensembles das breite Spektrum der Kammermusik: Das Ensemble Calefax – das weltweit erste Rohrblatt-Quintett seiner Art – ist am 31. Mai im Laienrefektorium zu Gast. Das Ensemble ersetzt Flöte und Horn der klassischen Bläserquintett-Besetzung durch Bassklarinette und Saxofon und erzeugt damit einen einzigartigen, mitreißenden Sound. Mit der Geigerin Baiba Skride und der Pianistin Lauma Skride ist am 16. Juni ein Kammermusikduo im Laienrefektorium zu erleben, dessen geschwisterliche Symbiose unübertroffen ist. Am 28. Juni sind mit dem Duo Anemos zwei weitere Preisträger des Deutschen Musikwettbewerbs zu Gast. Die Stipendiaten Ane Rupnik und Marko Trivunoviæ vereinen den Klang von Saxofon und Akkordeon zu einer mitreißenden Mischung.

Zum Ende der kommenden Saison führt am 29. September eines der erfolgreichsten Vokalensembles Deutschlands sein Publikum „Durch die Nacht“. Mit Werken von Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn, Max Reger, Jaakko Mäntyjärvi bis zu The Beatles und Sting beschließt das Calmus Ensemble die Klosterkonzerte 2024.

Bereits vor dem Auftaktkonzert am 18. Mai öffnen die Klosterkonzerte ihre Türen am 8. Mai für das junge Publikum: Das mit mehreren Preisen für seine Kinderprogramme ausgezeichnete österreichische Ensemble Die Schurken ist mit „Unterwegs nach Umbidu“ für zwei Schulkonzerte zu Gast, mit denen sich das Musikfestival im Weltkulturerbe an Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 1 bis 5 wendet.

Bei den 25 Konzerten von 18. Mai bis 29. September bieten die Spielstätten der Klosterklausur wieder Platz für bis zu 12 500 Besucher. Das Programm ist auf der Internetseite der Klosterkonzerte abrufbar unter www.klosterkonzerte.de.

Datenschutz-Einstellungen