Gleich an zwei Abenden dieser Woche war der Beutelkasten in Sersheim ausverkauft, als dort Elsbeth und Alois Gscheidle mit ihrem neuen Programm „Um Himmels Willa“ auf der Theaterbühne auftraten. Sie eröffneten damit die diesjährige Herbstsaison auf der Sersheimer Kleinkunstbühne.
(p). Sie gehören zu den bekanntesten Kabarettisten des Landes: Elsbeth und Alois Gscheidle alias Birgit Pfeiffer und Markus Neuweiler. Insbesondere die vielen Auftritte bei der schwäbischen Fasnet im SWR-Fernsehen haben sie bekannt gemacht. Nein, verheiratet sind sie nicht miteinander. Darauf legt Elsbeth immer besonders wert, denn so einen Vollpfosten, der mit der Eidechse geknobelt hat und dann das Gesicht gewonnen hat, würde sie im realen Leben nie heiraten.
Elsbeth kommt aus Fellbach bei Stuttgart und Alois aus Westernhausen beim Kloster Schöntal. Aus diesem Grund verstehen sich die beiden auch so gut. Sie treffen sich nur zu den Auftritten. Wie das Ehepaar Gscheidle dabei miteinander umgeht, würde eine reale Ehe schwer auf den Prüfstand stellen.
Lacher an Lacher, Applaus, und viel Geschrei begleiten die beiden den ganzen Abend. Das Publikum biegt sich vor Lachen und so manchem treibt es die Tränen in die Augen, wenn die Gscheidles oft auch unter Einbezug des Publikums ihre Späßchen treiben.
Dabei fängt die ganze Geschichte recht scheinheilig an, als die Gscheidles als Nachfahren der Heiligen Drei Könige auf der Bühne stehen. Schon bald aber weiß das Publikum, wo es hingeht, wenn Elsbeth und Alois einkaufen und dann schwer bepackt im überladenen Bus mit einer Hand an der Haltestange nach Hause fahren. Da kann es schon mal vorkommen, dass Alois die junge blonde Dame zweideutig aus dem Bus verabschiedet: Sie habe wohl die Haltestange verwechselt.
Alois hat noch ein anderes Problem. Elsbeths Erbsen und Linsen veranlassen ihn immer wieder dazu, bei den unmöglichsten Situationen einem menschlichen Bedürfnis nachzugehen und die Luft seiner Mitmenschen zu verpesten. Plötzlich erfolgt ein Schlag und beide liegen auf dem Boden des Beutelkastens. Was muss der Busfahrer auch eine Vollbremsung machen?
Elsbeth probiert derweil neue Kleider der Gäste aus und scheut sich auch nicht, diese aufzufordern, die Jacke auszuziehen. Alois wiederum hat sein Pendel dabei und testet die Aura des Beutelkastens und die Sexualität mancher Zuhörer. Bei jüngeren Frauen wird dann Elsbeth schon mal direkt: „Finger weg, wer an Äpfel geht, geht auch an Zwetschgen.“
Dann haben die Gscheidles wieder andere Opfer gefunden. Achim aus Mühlacker und Jürgen aus Sersheim bekommen eine Fahne in die Hand und finden sich mitten in einem Fußballspiel wieder, bei dem die Gscheidles Rot-Kreuz-Dienst haben. Mühlenbesitzer Wolfgang Fessler muss nun einschreiten, als vor lauter Begeisterung das mitgebrachte Popcorn durch den Saal fliegt. „Wer putzt denn die Sauerei nachher wieder auf?“, will er wissen. Zur Beruhigung hat er ein Weizenbier dabei – das hilft. Elsbeth setzt an und schwupp ist das Glas leer. Der Saal tobt. „Wenn mei Näbele vor Durst Wasser zieht, könnte selbst der Feuerwehrkommandant ein B-Rohr anschließen“, brüllt sie in die Menge.
Am 25. und 26. Februar 2015 sind die beiden wieder in Sersheim im Beutelkasten zu Gast.

