(elf). Am Ende atmete der Sachsenheimer Bürgermeister Horst Fiedler hörbar auf. In der jüngsten Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend verabschiedete das Gremium den Bebauungsplan „Im Steigle“ für die Errichtung einer Asylbewerberunterkunft im Ortsteil Hohenhaslach – und zwar zum zweiten Mal. Der Grund: Bereits am 13. Februar hat der Rat den Plan mehrheitlich abgesegnet. Doch das Landratsamt Ludwigsburg hat einen Verfahrensfehler festgestellt, womit der Satzungsbeschluss ungültig war. Die Offenlage des Planentwurfs erfolgte vom 12. Oktober bis 12. November 2013. Da dieser 12. Oktober allerdings ein Samstag war, hätte die Offenlage bereits ein Tag früher stattfinden müssen. „Damit musste der Plan nochmals ausgelegt werden“, erläuterte Bürgermeister Fiedler den Gemeinderäten. Im Bebauungsplanverfahren dient die Offenlage dazu, die Öffentlichkeit am Planungsprozess zu beteiligen.
Keine einfache Situation für die Sachsenheimer Stadtverwaltung, zumal der Standort der Asylbewerberunterkunft in Hohenhaslach äußerst umstritten war. Weil sich mit der zwischenzeitlich stattgefundenen Kommunalwahl die Mehrheitsverhältnisse im Gremium geändert haben, bangte Verwaltungschef Fiedler jetzt um die erneute Verabschiedung des Bebauungsplans. „Ich bitte Sie, den Gedanken und Geist des alten Gemeinderats mitzutragen“, wandte sich Fiedler an die Stadträte. Zur Erinnerung: Im Februar hat der Rat den B-Plan mehrheitlich (zwölf Ja-, sechs Nein-Stimmen, drei Enthaltungen) verabschiedet. Am Donnerstagabend erfolgte der Satzungsbeschluss mit zwölf Ja-, vier Nein-Stimmen und sechs Enthaltungen.
Eine erneute große Diskussion über den Standort der Unterkunft blieb aus. Lediglich Gemeinderat Dr. Roland Mackert (AfD) konnte es sich nicht verkneifen, sich gegen die „Kasernierung der Asylbewerber in Hohenhaslach“, wie er es bezeichnete, auszusprechen. Die Stadt solle außerdem die Möglichkeit bekommen, sich die Flüchtlinge selbst aussuchen zu dürfen. Während ihm Ralf Nägele (FW) darauf „den Touch eines rechtspopulistischen Daseins“ vorwarf, erinnerte Helga Niehues (SPD) daran, dass der Gemeinderat bei dem Tagesordnungspunkt lediglich einen Fristenfehler zu beseitigen hätte.
