Oberriexingen. Punkt 10 Uhr erklingt am Samstagmorgen der Startschuss zur 46. S-VKZ-Tour am Sportplatz in Oberriexingen. Die knapp 450 Radler dürfen zuerst los, vor den Wanderern. Mit vielstimmigem Klingeln geht es den Berg hinunter Richtung Enzbrücke. Am Ende des Pulks fährt VKZ-Mitarbeiter Walter Schneider mit dem sogenannten Besenwagen, um eventuelle Pannenräder einzusammeln. Damit es so weit gar nicht erst kommt, ist wieder Martin Fischer vom Vaihinger Zweiradfachgeschäft als Pannendienst mit von der Partie.
Oberriexinger schätzen ihr Gemeinschaftsgefühl
Der Tross ist bunt gemischt: E-Bikes fahren ebenso mit wie „analoge“ Räder, ein Tandem ist zu sehen, von manchen Rädern winken Kinder aus ihren Kindersitzen, ein Teilnehmer hat seinen Hund in einem kleinen Korb auf dem Gepäckträger dabei. Unter den Teilnehmern sind auch Kerstin und Ralf Schneider und Marco Hubatschek. Letzterer fährt zum fünften oder sechsten Mal mit, für die Schneiders ist es eine Premiere. Sie kommen aus Oberriexingen, da ist das optimal. Sie wollen sich einfach „ein bisschen sportlich betätigen“, sagt Kerstin Schneider. Und außerdem die Oberriexinger Vereine unterstützen – Gastgeber der anschließenden Hocketse auf der Enzinsel ist der Musikverein Stadtkapelle. „Die Oberriexinger sind einfach eine tolle Gemeinschaft, wenn hier etwas organisiert wird, dann wird es immer gut angenommen“, schwärmt Kerstin Schneider, die vor elf Jahren aus Franken in das Enzstädtchen gezogen ist.
Sportliche streben schnell dem Ziel entgegen
Nach der Enzüberquerung geht es zunächst Richtung Unterriexingen und Markgröningen, bevor es nach einem Schwenker über Schwieberdingen gen Tamm geht. Dort wartet eine Getränkestation der Firma Ensinger Mineral-Heilquellen auf die durstigen Radler. Die ersten winken jedoch ab: Sie wollen möglichst schnell zum Ziel gelangen. Ein anderer Radfahrer hat sich eine leichte Verletzung am Knie zugezogen, ein Pflaster lehnt er jedoch ab: „Das heilt doch offen viel besser.“
Vaihinger Radsportverein plant die Strecke
Jürgen Rebstock vom Radsportverein Vaihingen, der die Radstrecke geplant hat, hält unterwegs gelegentlich an, um ein Hinweisschild wieder zu befestigen: „Die hat leider der Wind runtergeweht.“ Ansonsten sind die Wetterbedingungen optimal: nicht mehr so heiß wie in den vergangenen Wochen, ein leichter Wind kühlt zusätzlich und es bleibt trocken. Auch wenn es bei der S-VKZ-Tour nicht vorrangig um sportliche Leistungen geht: Sven Nowak aus Oberriexingen und Holger Wagner aus Horrheim sind doch etwas stolz, dass sie um 11.20 Uhr als Erste beim Festzelt auf der Enzinsel ankommen. Sie sind mit E-Bikes unterwegs, aber „ein bisschen ins Schwitzen kommen sollte man trotzdem“.
Das Fahren in der Gruppe ist das besondere Erlebnis
Nach und nach trudeln weitere Radfahrerinnen und Radfahrer ein. „Es ist noch ein bisschen spärlich“, meint Feuerwehrkommandant Tobias Grieble, der mit seinen Kameraden den Verkehr an der Hauptstraße regelt, damit die Tour-Teilnehmer sicher queren können. Doch schließlich werden es immer mehr Räder, die auf dem Festgelände abgestellt werden. Auch die von Kerstin und Ralf Schneider. „Es war eine tolle Tour und wirklich super organisiert“, lobt Ralf Scheider. Anfangs sei es auf der schmalen Strecke etwas eng zugegangen, doch dann sei der Weg breiter geworden und der Pulk habe sich entzerrt. Das Schöne am Fahren in der Gruppe: „Man muss nicht selbst auf den Weg achten, sondern kann die Strecke entspannt genießen.“ Wer die Tour dennoch auf eigene Faust erkunden möchte, kann das aber auch tun, erklärt Jürgen Rebstock: Unter dem Profil „S-VKZ-Vaihingen“ hat er sämtliche Touren seit 1980 auf der Outdoor-App Komoot hinterlegt.
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