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Ruhestörung, Streit und Brände: Hunderte Einsätze für die Polizei Ludwigsburg und Pforzheim in der Silvesternacht

Vor allem wegen Ruhestörungen, Streitigkeiten und kleineren Bränden ist das Polizeipräsidium Ludwigsburg in der Silvesternacht gefordert gewesen. In den Landkreisen Ludwigsburg und Böblingen gab es etwa 300 Einsätze. Die Kolleginnen und Kollegen des Polizeipräsidiums Pforzheim kamen auf gut 250 Einsätze, etwa 100 davon in der Pforzheimer Innenstadt.

  • Beim Brand in Korntal in der Silvesternacht rettet die Feuerwehr vier Menschen über die Drehleiter.  Foto: KS-Images.de/Andreas Rometsch

    Beim Brand in Korntal in der Silvesternacht rettet die Feuerwehr vier Menschen über die Drehleiter. Foto: KS-Images.de/Andreas Rometsch

Ludwigsburg/Enzkreis (p). „Eher unauffällig“ sei das Einsatzgeschehen in der Silvesternacht gewesen, teilt das Polizeipräsidium Ludwigsburg mit. Von den rund 300 Einsätzen zwischen 18 und 8 Uhr hätte knapp die Hälfte einen direkten Bezug zu Silvester gehabt – beim Jahreswechsel 2024 auf 2025 waren es hier rund 130 Einsätze. Auch für das Polizeirevier Vaihingen war es verhältnismäßig ruhig.

Brände teils fahrlässig, teils vorsätzlich

Was die Brände im Landkreis Ludwigsburg betrifft, sei nicht immer eindeutig nachvollziehbar gewesen, ob diese vorsätzlich oder fahrlässig verursacht worden seien. So wurden beispielsweise mehrfach Brände von Hecken, Zäunen oder auf Balkonen registriert, die zwar auf Pyrotechnik zurückzuführen sind, jedoch auch fahrlässig entstanden sein könnten. Anders sieht es bei den zahlreichen Mülltonnen, Mülleimern und Briefkästen aus, die in Brand gerieten oder vermutlich mit Feuerwerkskörpern „gesprengt“ wurden: Hier sei von vorsätzlichen Taten auszugehen. Wie hoch der angerichtete Schaden ist, steht derzeit noch nicht fest. In Vaihingen wurde ein Zigarettenautomat wohl mit Pyrotechnik gesprengt, die Polizei sucht Zeugen.

Weniger Verletzte in Korntal

Während es im Landkreis Böblingen überwiegend eher bei kleineren Vorkommnissen blieb, waren im Landkreis Ludwigsburg laut Polizei einige gravierendere Fälle zu verzeichnen. So geriet beispielsweise bereits am Silvesterabend gegen 22 Uhr ein Mercedes in Brand, der in der Hospitalstraße in Ludwigsburg geparkt war. Ursächlich war wohl ein Feuerwerkskörper, der durch ein geöffnetes Fenster ins Innere des Wagens gelangte. Die Feuerwehr löschte den Brand.

Gut drei Stunden später gab es einen Großeinsatz in einem Mehrfamilienhaus in Korntal. Bei dem Feuer wurden mehrere Menschen verletzt. Entgegen der ersten Mitteilung der Polizei konnten sich nicht alle Personen eigenständig aus dem Gebäude retten: Vier wurden von der Feuerwehr über eine Drehleiter in Sicherheit gebracht. Auch die Zahl der Verletzten wurde korrigiert: Insgesamt 14 Personen wurden vom Rettungsdienst medizinisch untersucht. Vier waren leicht verletzt, konnten nach ambulanter Versorgung allerdings wieder entlassen werden. Der Verdacht, dass auch drei Angehörige der Feuerwehr verletzt worden sein könnten, habe sich glücklicherweise nicht bestätigt.

Feuer in Pattonville und Ludwigsburg

Rund eine halbe Stunde später rückten Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei nach Pattonville aus, wo es auf der Dachterrasse eines Mehrfamilienhauses im Washingtonring brannte. Mutmaßlich durch dort gezündetes Feuerwerk gerieten Gartenmöbel und Holzdielen in Brand und wurden von der Feuerwehr gelöscht. Die Flammen griffen nicht auf das Gebäude über, der Schaden wird auf etwa 5000 Euro geschätzt.

Gegen 2.20 Uhr wurde ein Brand in einem unbewohnten Gebäude in der Hospitalstraße in Ludwigsburg gemeldet, den die Feuerwehr löschte und dadurch verhinderte, dass die Flammen auf benachbarte Gebäude übergriffen. Nach aktuellem Ermittlungsstand ist nicht auszuschließen, dass der Brand durch einen Feuerwerkskörper verursacht worden sein könnte. Da das Gebäude leer stand, wurden keine Personen verletzt oder gefährdet. Der Schaden dürfte sich auf rund 50 000 Euro belaufen.

Anzeigen wegen Schreckschusswaffen

Vereinzelt stellten die Beamtinnen und Beamten bei Personenkontrollen Schreckschusswaffen fest, die ohne kleinen Waffenschein und somit unerlaubt mitgeführt wurden. Ebenfalls wurden teilweise Feuerwerkskörper der erlaubnispflichtigen Kategorie F4 beschlagnahmt, da entsprechende Genehmigungen nicht vorlagen. In diesen Fällen werden Anzeigen gegen das Waffen- beziehungsweise Sprengstoffgesetz erstattet.

Unfall mit Rettungswagen

Glücklicherweise ohne Verletzte blieb der Unfall am Donnerstag gegen 1.10 Uhr, als ein Rettungswagen auf der B 27 zwischen Ludwigsburg und Bietigheim-Bissingen mit einem Auto zusammenstieß. Der Rettungswagen war auf Einsatzfahrt und mit Blaulicht und Martinshorn in Richtung Bietigheim-Bissingen. An der Anschlussstelle Ludwigsburg-Nord der A 81 in Richtung Stuttgart, wollte der 43 Jahre alte Rettungswagenfahrer bei Rot nach links abbiegen. Ein 42 Jahre alter Autofahrer, der aus Bietigheim-Bissingen kommend auf der B 27 unterwegs war, übersah das und es kam zur Kollision. Beide Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden.

Bereitschaftspolizei unterstützt Pforzheim

Als arbeitsintensiv bezeichnet das Polizeipräsidium Pforzheim die Silvesternacht – die einen weitgehend friedlichen Verlauf gehabt habe. Wie in den zurückliegenden Jahren ist das Polizeipräsidium Pforzheim von Kolleginnen und Kollegen des Polizeipräsidiums Einsatz („Bereitschaftspolizei“) tatkräftig unterstützt worden. In den Abend- und Nachtstunden registrierte die Führungs- und Lagezentrale insgesamt gut 250 Einsätze.

Gut 40 Brände in der Silvesternacht

Über den Jahreswechsel kam es demnach zu rund 40 Bränden, die zumeist sehr zügig gelöscht werden konnten. Gebrannt hatten Hecken, Gebüsch und Mülleimer. Es gab aber auch Feuer, die schwerwiegendere Folgen hatten. So fing unter anderem in der Pforzheimer Baumstraße um Mitternacht ein Balkon im vierten Stock Feuer. Die Pforzheimer Feuerwehr hatte diesen zügig unter Kontrolle. Möglicherweise haben Feuerwerkskörper gelagerte Gegenstände in Brand gesetzt. Personen wurden nicht verletzt. Auch in der Zerrennerstraße brannte ein Balkon, der auch Schäden an der Hausfassade verursachte.

Auto brennt in Mühlacker

Total zerstört worden ist ein Auto, das in der Breslauer Straße in Mühlacker parkte. Wie die Polizei mitteilt, könnte der Brand durch eine Feuerwerksbatterie im nahen Umfeld des Autos entstanden sein. Auch in Calw wurde ein Auto durch einen Brand komplett beschädigt. Ein davorstehender Passat wurde wegen der Hitzeentwicklung ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Brandursache ist noch unklar.

Ruhestörungen und Sachbeschädigungen

Im gesamten Präsidiumsbereich wurden knapp 20 Ruhestörungen gemeldet. Insgesamt gab es zudem etwa ein Dutzend Sachbeschädigungen, die teils mit dem Abbrennen von Feuerwerkskörpern in Zusammenhang standen.

Acht Körperverletzungen

Insgesamt gab es acht Körperverletzungsdelikte, bei denen die Geschädigten glücklicherweise zumeist nur leichter verletzt wurden. Bei einigen Straftaten kam es im Vorfeld zu verbalen Streitigkeiten, die letztendlich in Handgreiflichkeiten übergingen.

Polizei stellt Feuerwerkskörper sicher

Vorwiegend im innerstädtischen Bereich von Pforzheim gab es Verstöße gegen das Waffengesetz; es wurden jeweils Schreckschusswaffen ohne entsprechende Erlaubnis geführt. Unter anderem bei einer Gruppe am Leopoldplatz stellte die Polizei Feuerwerkskörper sicher, nachdem diese teils aus der Hand abgefeuert wurden und eine Gefährdung Dritter nicht ausgeschlossen war.

Wie das Polizeipräsidium Pforzheim abschließend mitteilt, lägen ihr keine Erkenntnisse vor, dass sich Personen im Zusammenhang mit dem Abfeuern von Feuerwerkskörpern schwerer verletzt haben.

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