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Achtung, Fuß vom Gas! Die Lurche sind wieder im Landkreis Ludwigsburg unterwegs

Jetzt ist wieder die Zeit im Jahr, in der Autofahrer besonders vorsichtig sein sollten: Denn Kröten, Frösche und Salamander sind auf Wanderschaft. Und auch die Helferinnen und Helfer in den Abendstunden müssen geschützt werden.

  • Auch Lurchi, der Feuersalamander, ist gerade wieder unterwegs.  Archivfoto: VKZ/Rücker

    Auch Lurchi, der Feuersalamander, ist gerade wieder unterwegs. Archivfoto: VKZ/Rücker

Ludwigsburg (LL). Für die Amphibien beginnt jetzt die Hochzeitsreise. Von den steigenden Temperaturen aus der Winterstarre geweckt, machen sich Kröten, Frösche und Salamander auf den Weg von den Winterquartieren zu ihren Laichplätzen – eine gefährliche Wanderung, die auch über viel befahrene Straßen im Landkreis führt. Das teilt das Landratsamt Ludwigsburg mit.

Tempolimits sollen Tiere und Helfer schützen

Damit möglichst viele Tiere ihr Ziel erreichen, hat die Kreisbehörde ab sofort Tempolimits und Straßensperrungen angeordnet. Dies ermögliche nicht nur Kröten, Fröschen und Salamandern einen sicheren Weg in die Laichgewässer, sondern trage auch wesentlich zur Sicherheit der ehrenamtlichen Helfer entlang der Strecken bei, die die Tiere einsammeln und über die Straßen tragen.

Gefährliche Sogwirkung der Fahrzeuge

Ein Warnschild mit dem Frosch ist ein deutlicher Hinweis auf ein Wandergebiet der Amphibien. Diese haben bei einer angepassten Geschwindigkeit aller Verkehrsteilnehmenden wesentlich größere Überlebenschancen. Bei einer Geschwindigkeit von mehr als 30 Kilometern pro Stunde entstehe eine extreme Sogwirkung, die bei den Tieren oft zu starken inneren Verletzungen und damit zum vermeidbaren Tod führe. Autofahrer werden daher in der betroffenen Zeit um Verständnis und Rücksichtnahme gebeten. Aber auch Radfahrer sollten vor allem in der Dämmerung auf die Tiere Rücksicht nehmen.

Das Feuersalamander-Vorkommen im Strudelbachtal ist bedeutend

Neben den Kröten und Fröschen sind im Landkreis auch viele Feuersalamander auf Wanderschaft. So gibt es zum Beispiel im Strudelbachtal bei Eberdingen ein landesweit bedeutendes Feuersalamander-Vorkommen. Aus diesem Grund ist vor allem auch in diesem Bereich die Sperrung der Kreisstraße 1688 notwendig. Mit speziellen Feuersalamander-Schildern wird auf diese Wanderstellen hingewiesen.

Landratsamt schickt Radar-Messwagen

Die angeordneten Tempobeschränkungen gelten vom frühen Abend bis in die Morgenstunden des nächsten Tags. Um den Limits Nachdruck zu verleihen, werden die Radar-Messwagen des Landratsamtes wieder schwerpunktmäßig dort eingesetzt, wo es Verkehrsbeschränkungen zum Schutz der Amphibien und Helfer gibt. In diesem Zusammenhang weist das Landratsamt darauf hin, dass auch anderweitige Verkehrsverstöße, beispielsweise das Ignorieren von Sperrungen, geahndet werden.

Die meisten Sperrungen gelten ab sofort

Die Wanderzeit der Amphibien ist von Art zu Art unterschiedlich und dauert je nach Witterung bis Ende April oder Anfang Mai, bei den seltenen Feuersalamandern bis Ende Mai. Die meisten Sperrungen und Maßnahmen gelten deshalb ab sofort bis Ende April – dort, wo es Feuersalamander gibt, zunächst auch bis 1. Juni. Da das Ende der Feuersalamander-Wanderung witterungsabhängig ist, kann das Ende der Sperrungen vorverlegt oder verlängert werden.

Zum Schutz gibt es in den Abend- und Nachtstunden Vollsperrungen

In eigener Zuständigkeit können die Großen Kreisstädte sowie die örtlichen Verkehrsbehörden verkehrsrechtliche Anordnungen treffen – in diesem Jahr tun dies Ludwigsburg, Freiberg und Bietigheim-Bissingen. Hier sind in den Abend- und Nachtstunden folgende Straßen voll gesperrt: in Ludwigsburg die Fröbelstraße (westlich Abzweigung Waldorfschule und westlich Parkplatzzufahrt FH), am Beginn der Hartstraße, in Ludwigsburg-Hoheneck der Bangertsweg und die Ölmühle (im Bangertsweg unterhalb der Weinberge) und im Bereich des Neckar-Radwegs nach der Kläranlage Richtung Marbach sowie Bereiche der Königsallee, der Ortsausgang Poppenweiler (am Ende der Straße „Sommerhalde“ auf der Westseite ab der Schranke in südöstlicher Richtung).

In Bietigheim-Bissingen ist der Schleifmühlenweg zum Schutz der Salamander seit Februar 2022 mit einem Poller ganzjährig für Kfz gesperrt. Die Zufahrt zum Häckselplatz am Rotenacker Wald wird nur nachts (und bei entsprechender Witterung) gesperrt.

Hier gibt's im Landkreis Ludwigsburg Vollsperrungen

Zum Schutz der Amphibien gibt es unter anderem in folgenden Gemeinden und Städten in den Abend- und Nachtstunden an den Amphibienwanderstellen Vollsperrungen für den Verkehr:

Eberdingen: Verbindungsstraße Hochdorf – Enzweihingen (Enzweihinger Straße) auf Höhe der Gärtnerei Weniger. Radweg zwischen den bebauten Abschnitten Eberdingen und Riet. K 1688 zwischen Eberdingen und Weissach.

Markgröningen: Verbindungsstraße Talhausen. Bergweg und Schlüsselbergweg. Einmündung in Feldweg am alten Steinbruch (Knollenberg-Obere Mühle). Bereich Hummelberg, Ried, Fischteiche.

Weiteres: Geschwindigkeitsbeschränkungen, Warnschilder und weitere verkehrsregelnde Maßnahmen zum Amphibienschutz gibt es darüber hinaus unter anderem auf den Gemarkungen von Hemmingen, Sachsenheim, Schwieberdingen und Vaihingen.

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