Tausende Besucher verbanden gestern beim verkaufsoffenen Sonntag in Illingen das Nützliche mit dem Angenehmen. Vielseitige Information, abwechslungsreiche Unterhaltung und herrliches Herbstwetter haben die Menschen zu den 16. Illinger Open strömen lassen.
Die Illinger Open waren noch gar nicht eröffnet und Hartmut Berner war eigentlich mit seinem Team noch beim Aufbau, da begrüßte er bereits die ersten Interessenten. Der Chef von Fink-Bedachungen: „Die kamen sehr zielstrebig, holten sich ihre Informationen und wollten dann wohl zum vergnüglichen Teil übergehen.“
Erst informieren, dann amüsieren – diese Reihenfolge beherzigten gestern viele. Und für Letzteres war die Auswahl groß. Die Freiwillige Feuerwehr lud zu Löschaktionen, in der Bachstraße drehte sich ein Karussell und die Dampfbahnfreunde hatten ihre Schienen mitten in Illingen verlegt.
„Gigantisch!“ Manch einer fand nur noch ein Wort, nachdem er in einer am Kran hängenden Gondel Illingen aus 50 Meter Höhe betrachtet hatte. Nicht weniger gigantisch das Wetter: Obwohl schon Mitte Oktober lud die Bäckerei Kull ins Straßencafé. Christine Kull-Bertelsbeck: „Bei 25 Grad kann man die Stühle gut nach draußen stellen.“ Gianluca Campanella, der normalerweise in einem Café im Karlsruher Schloss arbeitet, kreierte in Cappuccino-Tassen echte „Latte-Art“. Dazu schmeckte die neue Tortenkreation, die Haustorte aus Vanille, Schoko und Nougat.
Selbst ist der Mann hieß die Devise einige Meter weiter bei der Bäckerei Schaefer. Dort duften Nachwuchsbäcker die eigene Keks-Kreationen gestalten. Und weil die Illinger Open traditionell mit der Kirchweih verknüpft sind, lockten herzhafte Zwiebelkuchen und Wildgerichte zur Einkehr.
„Das Fühlen, das Schmecken, das Riechen und das Ausprobieren, das geht nur vor Ort“, unterstrich denn auch Brigitte Grausam, Vorsitzende des Gewerbevereins Illingen, folgerichtig die Vorzüge eines Einkaufs im Ort gegenüber einer Internet-Order. Gemeinsam mit über 50 Gewerbetreibenden schuf sie gestern echte Einkaufserlebnisse: „Die Illinger Open sind als kleine Messe ein wichtiges Event.“ Wichtig sei es, die Menschen anzusprechen, die während der Wochen wenig Zeit haben: „Heute erregen wir die Aufmerksamkeit, damit die Leute wieder kommen.“
Brigitte Grausam, die kommendes Jahr ihr Amt als Vorsitzende abgeben möchte, freute sich besonders darüber, dass es mit Marcel Schulz und Sebastian Zaiß auch jüngere und zudem erfolgreiche Gewerbetreibende in Illingen und Schützingen gibt.
Nicht nur Brigitte Grausam weiß, wie wichtig es ist, die Kunden nach Illingen zu bekommen, wenn auf der einen Seite Mühlacker und auf der anderen Seite Vaihingen als Einkaufsstädte locken. „Die Bedeutung der Illinger Open ist für unsere Gewerbetreibenden überragend“, bestätigte Bürgermeister Harald Eiberger, der mit seiner Familie auf der Flanier- und Einkaufsmeile unterwegs war. Der Zuspruch aus Nah und Fern unterstreiche den Erfolg der Veranstaltung.
