Illingen

„Endlose Geschichte“ neigt sich ihrem Abschluss zu

Fertigstellung der Flurbereinigung Schützingen noch in diesem Jahr möglich – Illingen und Vaihingen kümmern sich um vier Hektar Ausgleichsfläche

  • Matthias Debatin, Wolfgang Herz, Reinhold Meißner vom Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung, Hermann Gommel vom Landesnaturschutzverband, Manfred Ebser von der Teilnehmergesellschaft, Illingen Bürgermeister Harald Eiberger und Anne Pfisterer-Lottausch von der Stadt Vaihingen (von links) graben gestern im Gewann Vordere Höhe einen Apfelbaum – ein Symbol für die Übergabe von vier Hektar Ausgleichsfläche. Foto: Rostek

    Matthias Debatin, Wolfgang Herz, Reinhold Meißner vom Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung, Hermann Gommel vom Landesnaturschutzverband, Manfred Ebser von der Teilnehmergesellschaft, Illingen Bürgermeister Harald Eiberger und Anne Pfisterer-Lottausch von der Stadt Vaihingen (von links) graben gestern im Gewann Vordere Höhe einen Apfelbaum – ein Symbol für die Übergabe von vier Hektar Ausgleichsfläche. Foto: Rostek

Die Flurbereinigung Illingen-Schützingen (DB), so der offizielle Name, neigt sich ihrem Ende entgegen. Mit einer Baumpflanzaktion wurde gestern der Teil der Ausgleichsfläche, um die sich künftig Illingen und Vaihingen kümmern, symbolisch übergeben.

Bei einer Flurneuordnung wird beinahe automatisch in die Natur eingegriffen. So auch beim Neuordnungsverfahren Illingen-Schützingen. „Beispielsweise musste eine Hecke oder ein Baum weg. Zudem wurden Wege gebaut, um die Grundstücke besser erschließen zu können“, erläutert Wolfgang Herz, Erster Landesbeamter des Enzkreises.

Um Eingriffe wie diese zu kompensieren, sieht der Gesetzgeber ökologische Ausgleichsflächen vor. Solche Bereiche gibt es auch auf dem Gebiet des Flurneuordnungsfahrens Schützingen. Dazu zählen unter anderem Wiesen sowie Gras-Kraut-Streifen zwischen Wegen und Äckern.

Naturschutzmaßnahmen sind aber nur wirksam, wenn sie auch dauerhaft gepflegt werden, weiß Herz. Dreieinhalb Hektar Fläche fallen daher nun in die Obhut der Gemeinde Illingen. Vaihingen kümmert sich um ein 0,5 Hektar großes Gebiet bei Gündelbach. Zudem übernimmt das Land weitere sieben Hektar.

„Damit ist die dauerhafte Pflege dieser Flächen gewährleistet“, sagt Herz. Matthias Debatin vom Vermessungs- und Flurneuordnungsamt im Enzkreis pflichtet ihm bei: „Es nützt nichts, bloß solche Sachen zu machen. Es muss auch nach ihnen geschaut werden. Denn sie sollen die nächsten Jahrzehnte oder gar die nächsten hundert Jahre Bestand haben.“

Eine Ausgleichsfläche, für die die Gemeinde Illingen nun zuständig sein wird, ist die Baumreihe im Gewann Vordere Höhe in Schützingen. Rund 150 Apfelbäume wurden hier in den vergangenen zwei Jahren gepflanzt.

Einer von ihnen durfte jedoch erst gestern in die Erde: Als Symbol für die Übergabe der Ausgleichsflächen an die beiden Kommunen griffen Illingens Bürgermeister Harald Eiberger und Anne Pfisterer-Lottausch von der Stadt Vaihingen zu den Schaufeln und gruben gemeinsam mit Vertretern der Teilnehmergesellschaft, des Vermessungs- und Flurneuordnungsamts, des Landesamts für Geoinformation und Landentwicklung und des Landesnaturschutzverbands den Baum ein.

Debatin zeigt sich mit der Entwicklung der Flurneuordnung zufrieden. „Durch die ökologische Flurneuordnung wurde der vorherrschende Landschaftscharakter beachtet und das Landschaftsbild sensibel aufgewertet. Damit ist Schützingen auch für die mittlerweile immer wichtigere Naherholung gut aufgestellt.“

Dank richtete Debatin auch an Vertreter von BUND und Nabu für ihre unterstützende und ideenreiche Mitarbeit. Die Flurneuordnung war im Zuge des Baus der Bahnstrecke zwischen Mannheim und Stuttgart entstanden und ist mittlerweile fast 30 Jahre alt. „Den Film der ,Never-Ending-Story’ können wir nun wohl nicht mehr drehen“, sagt Eiberger scherzend. Im kommenden Monat könnte das Verfahren endgültig zum Abschluss kommen. Am 25. November werden die Ergebnisse der Flurbereinigung den Teilnehmern vorgestellt.

Anschließend fehlen nur noch der Eintrag ins Grundbuch und ins Kataster. Matthias Debatin: „Und dann können wir Schloss und Tür zumachen und das Verfahren ist abgeschlossen.“

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