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Eine musikalische Reise um die Welt

Der Chor IllCanto des Gesangvereins Eintracht Illingen feiert in der Stromberghalle sein 20-jähriges Bestehen – Männer benötigen Verstärkung

  • Die Jazztanzgruppe des SV Illingen bot eine Tanzeinlage.

    Die Jazztanzgruppe des SV Illingen bot eine Tanzeinlage.

  • Der Chor IllCanto des Gesangvereins Eintracht Illingen nahm sein Publikum in der Stromberghalle mit auf eine Reise um den Globus.  Fotos: Friedrich

    Der Chor IllCanto des Gesangvereins Eintracht Illingen nahm sein Publikum in der Stromberghalle mit auf eine Reise um den Globus. Fotos: Friedrich

20 Jahre alt ist der Chor IllCanto, ein
Ensemble des Gesangvereins Eintracht Illingen, geworden. Grund genug, das kleine Jubiläum am Samstagabend in der sehr gut besuchten Illinger Stromberghalle zu feiern – mit einem „weltbetönten“ Programm, einem Mix aus Musik, Poesie und Tanz.

Was zeichnet ein gutes Laienensemble aus? Wohl am ehesten, dass es Literatur einstudiert, die den Sängern vor allen Dingen Spaß macht. Denn letztlich ist es genau diese Freude am Singen, die das Publikum beim Auftritt miterlebt und die über Gelingen oder Misslingen des Konzerts entscheidet. In diesem Sinne haben die Sänger am Samstagabend vieles richtig gemacht, wobei den Männern von IllCanto beispielsweise Verstärkung gut tun würde. Geprobt wird in 14-tägigem Wechsel dienstags und mittwochs im Musiksaal der Illinger Schule. Nähere Informationen dazu gibt es bei der Eintracht, die sich über sangesfreudigen Zuwachs sicher freuen würde.

Was neue Chormitglieder dort erwarten können, davon haben die Sänger unter der Leitung Jürgen Huttenlocher am Samstagabend einen guten Eindruck hinterlassen.

Warum singen sie eigentlich? Diese Frage stand ganz am Anfang des Konzerts. Nicht für Geld, nicht für den Weltfrieden oder womöglich den bellenden Nachbarshund, versicherte IllCanto auf seine ihm eigene sängerische Weise, klärte dies allerdings erst am Ende des Programms auf. Ohnehin habe sich diese Frage praktisch jeder Sänger in den vergangenen 20 Jahren mal gestellt, verriet die 1. Vorsitzende Martina Haußmann bei ihrer Begrüßung und zählte dazu einige Überlegungen auf: Freude und Lust am gemeinsamen Singen, das Treffen von Freunden und das Erleben von Gemeinschaft. Der Chor IllCanto hat sich 1994 gegründet, damals mit dem Ziel, neuere und moderne, auch internationale Lieder einzustudieren. Viele Auftritte liegen seither hinter den Sängern, die sich, so Haußmann, immer wieder neue Herausforderungen gesucht haben. Dem Dirigenten Jürgen Huttenlocher, der von Beginn an die Geschicke leitete, habe der Chor dabei sehr vieles zu verdanken.

„Weltbetönt“ haben die Sänger ihr Programm zum Jubiläumskonzert überschrieben. Tatsächlich ging’s über zwei Halbzeiten einmal um den Globus, angefangen zuhause in schwäbischen Gefilden. Die schwäbische Eisenbahn ließ grüßen, in moderner Version mit einer Art Rap-Einlage zwischendrin. Anmoderiert in der Landessprache besuchte der Chor zunächst die französischen Nachbarn: mit „Chanson d’Amour“ und „Pigalle“, zwei Klassikern. Unterstützt wurden sie von Hannes Stollsteimer (Piano), Exel Wiedemann (Gitarre), Frieder Klein (Bass) und Andreas Jäkel (Schlagzeug), allesamt ehemalige Schüler der Vaihinger CJD Jugendmusikschule. Die Reise nach England verbanden die Sänger wenig später mit den Straßen von London. Sie bekamen in dieser Phase Verstärkung vom jungen Chor der CJD Jugendmusikschule, der mit IllCanto kooperiert. Im zweiten Teil sorgten sie mit ihrer Leiterin Elvira Lessle für zusätzliche Abwechslung, als der „König der Löwen“ besucht wurde. Vier Stücke, die am Samstagabend zu hören waren, werden übrigens auch am 8. November noch einmal aufgeführt, dann im Rahmen des Chor- und Orchesterkonzerts der Musikschule in der Vaihinger Stadthalle.

Über Schweden ging es – nach einer Pause – für die Chöre der Eintracht auf den afrikanischen Kontinent. Dort huldigten sie dem erwähnten „Lion King“, dem König der Löwen. In Südamerika spielten sie dann mit dem Calypso-Feeling. Die USA lockten mit der niemals schlafenden Stadt New York. Dazwischen gab es Tanzeinlagen der Jazztanzgruppe des SV Illingen.

Es ist im Übrigen nicht das erste Mal, dass sie mit IllCanto zusammenarbeiten. Das Publikum war im zweiten Teil ebenfalls gefragt, stimmte gesanglich mit ein. Und zu den einzelnen Stationen wurden jeweils berühmte Motive wie etwa die Tower Bridge in London auf Leinwand projiziert, gewissermaßen als optische Unterstützung auf der musikalischen Weltreise, die ein wichtiges Fazit hatte: Die Welt ist doch irgendwie schön, bei allen Krisenherden, die es aktuell gibt. „What a Wonderful World“ – erst recht kompakt an einem Abend in der Stromberghalle bereist.

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