(aj). Die „Erfüllung einer Pflicht“ sei es, so betonte Bürgermeister Peter Schäfer in der Sitzung des Gemeinderates am Donnerstagabend, dass man auch in Eberdingen Flüchtlinge aufnimmt und alles Erdenkliche zu deren Integration beiträgt. Bereits jetzt schon seien die notwendigen Kapazitäten an Wohnmodulen bestellt, die bis Anfang Dezember geliefert werden, um dann beispielsweise in der Hochdorfer Max-Eyth-Straße ihren Standort zu erhalten. Eine leer stehende Immobilie in der alten Schule Eberdingen soll dabei als weitere Unterkunft dienen. Neben Flüchtlingen aus den gängigen Herkunftsländern wie etwa Syrien, Russland oder Sierra Leone werden auch vier Asylsuchende aus China erwartet. Spätestens bis Weihnachten sollen die Neuankömmlinge ihre Wohneinheiten bezogen haben.
Im Rahmen der Sitzung wurde zudem ein Konzept zur Eindämmung des Hochwassers im Bereich Hardt-/Schönbühlhof vorgestellt, wo es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Überschwemmungen kam. Vor allem das Gebiet des Wiesengrabens sei von ständiger Überflutungsgefahr betroffen. Als effektivste und kostengünstigste Lösung sieht das von einem Ludwigsburger Ingenieursbüro erstellte Konzept den Bau einer zwei bis drei Meter hohen Mauer vor, die rund 2300 Kubikmeter Wasser zurückhalten könne. Die anliegende Bundesstraße 10 wäre damit ebenfalls geschützt, die Eindämmung von Überflutungen für die nächsten drei Jahre gewährleistet. Der Gemeinderat nahm diesen Vorschlag zur Kenntnis, um in einer der nächsten Sitzungen über eine endgültige Lösung zu entscheiden.
Ein Zuschuss über 4000 Euro wurde hingegen dem Liederkranz Hochdorf gewährt: Die Mitglieder sind gerade dabei, ihr Sängerheim mit einem neuen Anbau zu versehen, wofür bislang Kosten in Höhe von 19 000 Euro aufgewendet wurden. Beschlossene Sache ist auch der Ausbau der Kelterstraße in Nussdorf, was die Gemeinde rund 345 000 Euro kosten wird. Inbegriffen sind die Erneuerungen der Wasserleitung und des Abwasserkanals, der Beginn der Sanierungsmaßnahmen ist für Herbst 2015 vorgesehen. Dem Antrag des Eberdinger Sommertheaters, einen Raum in der ehemaligen Schulbücherei der Schillerschule Hochdorf auszubauen und für kulturelle Zwecke zu nutzen, wurde ebenfalls stattgegeben.
Dem Gemeinderat wurde auch die erste Nachtragshaushaltssatzung für das das Jahr 2014 vorgestellt: So beträgt das Gesamtvolumen des Haushalts 20,01 Millionen Euro, während sich der Verwaltungshaushalt auf 16,08 Millionen Euro und der Vermögenshaushalt auf 3,9 Millionen Euro beläuft. Die Zuführungsrate vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt erhöht sich laut Verwaltung dabei auf 258 421 Euro.
Zum Abschluss der Sitzung gab Gemeinderat-Mitglied Otto Elser (FW) bekannt, dass die Freien Wähler am 11. November eine abendliche Exkursion nach Backnang unternehmen: Dort sollen effiziente LED-Straßenbeleuchtungen in Augenschein genommen werden. Bürgermeister Schäfer forderte den „Arbeitskreis Friedhof“ dazu auf, ein Konzept zur Errichtung eines Wandurnengrabes zu erstellen, zumal die Nachfrage in der Gemeinde nach solch einer Bestattungsform immens gestiegen sei.
