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Spaß am heimischen Grün wecken

Aktionstag der Umweltinitiative auf dem Gelände der Polizeigewerkschaft in Hochdorf – 200 subventionierte Bäume verkauft

  • Bäume und dazu den passenden Schnitt gibt es am Samstag beim Aktionstag Gartenlust in Hochdorf. Fotos: Bögel

    Bäume und dazu den passenden Schnitt gibt es am Samstag beim Aktionstag Gartenlust in Hochdorf. Fotos: Bögel

  • Birgit Hertfelder vom Theater Dimbeldu sorgt für die Unterhaltung der Kinder.

    Birgit Hertfelder vom Theater Dimbeldu sorgt für die Unterhaltung der Kinder.

  • Ein Hochbeet kann eine bequeme Sache sein.

    Ein Hochbeet kann eine bequeme Sache sein.

  • Apfelpressen in Hochdorf.

    Apfelpressen in Hochdorf.

In früheren Tagen war Nussdorf von einem gigantischen Gürtel an Streuobstbäumen umgeben. Das ist heute nicht mehr zu schaffen. Aber der Aktionstag der Umweltinitiative Nussdorf will Lust auf Garten machen, Lust, Streuobstwiesen zu bewirtschaften. „Der Spaß am heimischen Grün soll geweckt werden“, sagen die Macher.

Mit dem Aktionstag der Umweltinitiative Nussdorf – ein Zusammenschluss vom Grünen Gockel der Kirchengemeinde Nussdorf, vom Obst- und Gartenbauverein Nussdorf, vom Verein für Entspannungs- und Naturpädagogik Vena und von der Agendagruppe Eberdingen – am Samstag auf dem Gelände der Polizeigewerkschaft an der Maybachstraße in Hochdorf erfuhren die Nachhaltigkeitstage vom September vergangenen Jahres eine Fortsetzung. Ralf Knospe, stellvertretender Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Nussdorf und Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Polizei: „Wir können nicht jedes Jahr eine solche große Veranstaltung über mehrere Tage stemmen. Da verpufft auch schnell die Wirkung.“ Aber mit den Aktionstagen will die Umweltinitiative jetzt jedes Jahr etwas Besonderes bieten – und mit wechselnden Themen.

Am Samstag stand die Gartenlust im Vordergrund. Abgeholt wurden an diesem Tag über 200 Bäume und Sträucher, die in den letzten Tagen von den Bürgern in Nussdorf, Eberdingen und Hochdorf bestellt wurden. Subventioniert werden die Setzlinge von den Ensinger Mineralheilquellen und der Gemeinde Eberdingen. Dazu gab es auf dem Gelände der Polizeigewerkschaft – Knospe: „Bis jetzt haben wir nur über 20 Jahre lang den Rasen hier gemäht“ – einen Verbissschutz und den passenden Schnitt. „Wir erklären auch genau, wie die Bäume gesetzt werden müssen. Dazu wird informiert, wie richtig im Garten kompostiert wird, wie ein Hochbeet angelegt wird oder wie eine Trockenmauer entsteht“, listet Stefan Schurr vom Grünen Gockel die Aktivitäten in Hochdorf auf. „Es geht darum, dass die Leute Spaß in ihrem Garten haben.“

Für den theoretischen Teil waren am Samstag der Landtagsabgeordnete der Grünen, Dr. Markus Rösler, und Barbara Klein zuständig. Rösler warb für das Streuobst. Immerhin befinden sich acht Prozent der europäischen Streuobstbestände in Baden-Württemberg. Und der Landkreis Ludwigsburg sei 1981 die erste Behörde gewesen, die Geld ausgegeben habe, damit Streuobst gepflanzt wird. Und wenn der Preis für Äpfel von Streuobstwiesen schlecht sei, müsse man eben selbst mehr verarbeiten. Rösler nannte auch zwei Unternehmer in Deutschland, „die zeigen, wie man mit Streuobst richtig Geld machen kann“. So liefert ein Produzent seine Produkte an die Sterne-Gastronomie.

Barbara Klein von Vena informierte in ihrem Vortrag über Mischkulturen im naturnahen Garten. „Dabei geht es um Pflanzen, die sich ergänzen, die sich gegenseitig gegen Schädlinge schützen oder sich anregen, gut zu wachsen.“ Nicht umsonst titelte Klein ihre Ausführungen mit „Zwiebel liebt Möhre“. Da sei ein Beispiel für die gute Nachbarschaft von zwei Pflanzen: So werde die Zwiebelfliege von der Möhre abgeschreckt und die Möhrenfliege von der Zwiebel.

Eberdingens Bürgermeister Peter Schäfer, Schirmherr der Veranstaltung, lobte ausdrücklich die Aktion der Umweltinitiative. Diese habe sich einem lohnenden Thema verschrieben. „Bei dem Aktionstag geht es aber auch darum, den Streuobstbestand zu erhalten und zu vermehren. Das tut unserer Gebietskulisse gut“, sagte Schäfer, der am Morgen die letzten Brettacher von seinen privaten Bäumen geholt hatte.

Mit dem Aktionstag wurde auch das 1000 Quadratmeter große Gelände hinter dem Gebäude der Polizeigewerkschaft GdP ins Bewusstsein gerufen. „Da können wir schon mal wieder die eine oder andere Veranstaltung machen“, so GDP-Landesgeschäftsführer Knopse. Beim Aktionstag der Umweltinitiative wurde angekündigt, dass es hier Schnittkurse geben könne. Auch bleibt die Trockenmauer, die von Thomas Möhler von der Agendagruppe gebaut wurde, bestehen.

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