Dem widerlichen Wetter zum Trotz strömten gestern rund 290 Senioren aus der Dreiergemeinde Eberdingen in die Gemeindehalle nach Nussdorf. Der Bürgermeister hatte eingeladen und ermutigte die Gäste zur aktiven Teilnahme am Gemeindegeschehen.
„Die Halle ist gut gefüllt“, stellte Eberdingens Bürgermeister Peter Schäfer gestern um 14 Uhr beim Blick in die Nussdorfer Gemeindehalle erfreut fest. Er hatte zwar nicht zum ersten Mal zum Seniorennachmittag eingeladen, aber zum ersten Mal erhielten die über 65-Jährigen der Dreiergemeinde aus Nussdorf, Hochdorf und Eberdingen kein persönliches Anschreiben, sondern eine Einladung per Mitteilungsblatt. Offensichtlich hatte dies funktioniert, denn die Teilnehmerzahl glich denen der Vorjahre und zudem konnten auf diese Weise gut 1000 Euro gespart werden, wie Schäfer verkündete.
Einen Applaus entlockte der Verwaltungschef schon bei der Begrüßung seiner Zuhörerschaft für die Alison und Peter Klein Stiftung. „Eine segensreiche Stiftung“, wie Schäfer der VKZ gegenüber betonte, von der die Gemeinde unheimlich profitiert habe. Der Stiftungsgründer und Nussdorfer Peter Klein habe sich für den Nachmittag angesagt gehabt, drehe aber vielleicht als jung gebliebener Senior noch eine kleine Marathonrunde, orakelte Schäfer. Gewürdigt wurde ebenfalls der Einsatz der Nussdorfer Landfrauen, die mit acht Helferinnen vor Ort waren sowie der derzeitigen und ehemaligen Verwaltungsmitarbeiter, die beim Bedienen mit anpackten.
Den Senioren verdeutlichte Schäfer anhand der Frage „Ist das alt?“ und diversen Beispielen, weshalb Alter relativ ist und wie bedeutsam die älteren Mitbürger sind. „Sie sind unheimlich wichtig!“, sagte der Schultes. Die Senioren sollten sich bei den Fragen, die die Gemeinde betreffen, einbringen. „Kommen Sie zur Bürgerversammlung“, regte Schäfer an. Diese soll am 25. November stattfinden.
Traditionell spricht Schäfer am Seniorennachmittag in einem „Streifzug querbeet“ alles, was die Senioren aus dem Gemeindeleben „interessieren muss“, an. Dass es dabei nicht nur um Barrierefreiheit geht, zeigte sich an der Palette der Themen. Diese reichte von Bauvorhaben über das Thema Flüchtlinge bis zu Brandschutzarbeiten.
Außerdem wurden Bilder von der letzten Seniorenausfahrt samt Bürgermeister gezeigt, bei dem die Eberdinger mit drei Bussen unterwegs waren – „wachsende Tendenz“, erkennt Schäfer hier. Und er machte Lust auf die Ausfahrt im kommenden Jahr, bei der es nach Heilbronn gehen soll. Eine Schifffahrt, Mittagessen über den Dächern Heilbronns und eine Weinprobe mit Vesper auf der Rückfahrt dürften wieder viele Senioren ansprechen.
Die Organisation des Seniorennachmittags hatten Heike Schmid und Renate Loser von der Stadtverwaltung inne. Als älteste anwesende Männer wurden Karl Friedrich Bauer und Gotthold Häcker mit Wein beschenkt. Beide sind am 3. Januar 1926 geboren und wohnen in Hochdorf. Die älteste anwesende Frau war Ingeburg Sonnabend aus Nussdorf. Sie ist 93 Jahre alt und erhielt von Bürgermeister Peter Schäfer Blumen geschenkt.
Für die musikalische Unterhaltung sorgten Horst Rank alias Musi Horst aus Hochdorf. 45 Kinder der Nussdorfer Schule legten sich beim Musizieren, Vortragen von Gedichten und Rope-Skipping für die Senioren ins Zeug. Die Kinder der Kindertagesstätte Reischachstraße und des Kindergartens Blumenstraße führten passend zum Wetter einen Regenschirmtanz und Singspiellieder auf.
Schwäbische Comedy mit Tanja Bertsch und Heinz Kienle zeigte „Zwoi wia Kraut ond Riaba“ und mit einem gemeinsamen Singen ging die Veranstaltung gegen 18 Uhr zu Ende.



