Die Nachhaltigkeitstage der Umweltinitiative Nussdorf im September vergangenen Jahres waren für die Veranstalter ein voller Erfolg. Am Samstag (18. Oktober) wollen sie an diesen anknüpfen. Beim Aktionstag Gartenlust in Hochdorf soll der Spaß am heimischen Grün geweckt und gestärkt werden.
Für die Nachhaltigkeitstage hatten sich die Mitstreiter der Nussdorfer Umweltinitiative mächtig ins Zeug gelegt. An sieben Tagen boten sie Programm, darunter Workshops, Bildervorträge und Exkursionen (die VKZ berichtete). „Es war eine logistische Herausforderung. Wir haben über zwei Jahre daran gearbeitet“, sagt Ralf Knospe, stellvertretender Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Nussdorf. Zusammen mit dem Grünen Gockel, der Lokalen Agenda Eberdingen und dem Verein für Entspannungs- und Naturpädagogik (Vena) bildet der OGV die Umweltinitiative Nussdorf.
Aus Zeitgründen war es in diesem Jahr nicht möglich, wieder eine ähnlich große Aktion zu organisieren. „Wir sind ja alle berufstätig“, erklärt Knospe. „Und außerdem wollen wir nicht, dass es zur Tradition wird und irgendwann in seiner Wirkung verpufft. Im Gegenteil, wenn wir etwas machen, dann machen wir es richtig. Wir wollen dann auch, dass bei den Menschen etwas hängenbleibt.“
Für dieses Jahr ist die Initiative also etwas kürzergetreten. Auf eine öffentliche Großveranstaltung wollen sie aber nicht verzichten. Statt der Aktionswoche gibt es daher nun den Aktionstag.
Veranstaltungsthema ist der Garten. „Wir wollen die Besucher aufklären. Denn wenn man durch die Orte läuft – und das nicht nur in Hochdorf, Nussdorf und Eberdingen – dann sieht man in den Gärten, dass da immer wieder Bäume stehen, die da nicht hingehören. Laut Baugenehmigung darf man in Eberdingen in der Regel nämlich nur einheimische Bäume und Sträucher pflanzen“, erläutert Knospe. Ein Beispiel sei der Essigbaum. „Gerade bei Reihenhäusern sieht man den oft. Wenn Sie so einen aber setzen, haben Sie in den nächsten zehn Jahren ganz viele davon. Die verbreiten sich nämlich von alleine. Zudem sind einige beliebte Bäume, wie die Thuja, giftig.“
Anderes Problem sei, dass einige Hausbesitzer Bäume und Sträucher kaufen, die für ihren Garten ungeeignet sind. „Vielen ist nicht klar, dass ein Halbstammbaum zwei bis drei Meter groß werden kann. Der kann dann schnell mal über die Nachbargrenze ragen“, berichtet Knospe.
Mit dem Aktionstag Gartenlust will die Umweltinitiative der Wahl des falschen Baumes entgegenwirken. Dazu konnten Einwohner der Dreiergemeinde in den zurückliegenden Wochen Obstbaumsetzlinge bestellen, die am 18. Oktober nun ausgegeben werden. „Über 200 Bäume und Sträucher wurden bestellt. Ich hätte nie gedacht, dass es so viele werden“, schwärmt Stefan Schurr, Umweltbeauftragter beim Grünen Gockel. Die Gemeinde Eberdingen und Ensinger Mineral-Heilquellen haben die kleinen Bäume und Sträucher bezuschusst. Das Ergebnis: Je Setzling zahlen die Bürger elf bis 15 Euro, inklusive Holzpfahl und Verbissschutz. „Normalerweise müsste man je Setzling schon bis zu 40 oder 50 Euro zahlen“, fügt Schurr hinzu, der auch Marketingleiter bei Ensinger ist.
Ab zehn Uhr können die Setzlinge bei der Polizeigewerkschaft, Maybachstraße 2, in Hochdorf abgeholt werden. Dort findet auch der Aktionstag statt. Ralf Knospe ist Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft. Daher wurde dieses Gelände, das im Außenbereich eine rund 1000 Quadratmeter große Grünfläche hat, für die Veranstaltung ausgewählt.
Nach einer Begrüßung durch Bürgermeister und Schirmherr Peter Schäfer um circa 11 Uhr sowie einem Vortrag zum Thema Streuobst durch den Grünen-Landtagsabgeordneten Dr. Markus Rösler zeigen Vertreter des OGV, wie Baumsetzlinge gepflanzt und geschnitten werden. „Das ist nämlich mehr als nur Erde drauf und bissel angießen“, sagt Knospe. Thomas Möhler von der Lokalen Agenda wird vor Ort eine Trockenmauer bauen und Fragen der Besucher beantworten. Zudem erfahren die Gäste, welche Kompostsorten es gibt und was ihre Vorteile sind. „Ich glaube, nach dem Aktionstag werden wir das Gelände hier nicht wiedererkennen“, sagt Knospe scherzend und zeigt auf die Rasenfläche im Außenbereich des Gewerkschaftsgebäudes. Erste Markierungen für die Baumpflanzung und den Bau der Trockenmauer sind bereits zu erkennen. Ebenso stehen verschiedene Kompostbehälter, darunter ein Thermokomposter, bereit.
Weiteres Thema ist das Hochbeet. „Das ist immer beliebter, gerade auch bei älteren Leuten, denn beim Hochbeet braucht man sich nicht so bücken“, erklärt Richard Spengler vom Grünen Gockel.
Noch mehr Informationen rund um den Garten erhalten die Besucher an den Büchertischen oder beim Vortrag „Mischobst – Zwiebel liebt Möhre“.
Für Kinder gibt es ebenfalls Unterhaltung. Das Theater Dimbeldu ist zu Gast. Zudem können die kleinen Besucher Apfelsaft pressen.
Mit dem Aktionstag Gartenlust möchte die Nussdorfer Umweltinitiative nicht zuletzt auch die Dreiergemeinde näher zusammenbringen. „Nussdorfer haben sonst nicht so den Bezug zu Hochdorf“, sagt Schurr.
Einen Aktionstag wie diesen oder eine Aktionswoche wie die Nachhaltigstage soll es zukünftig jedes Jahr geben. „Es wird dann immer ein Schwerpunktthema aus unseren Vereinen und Gruppen sein. Nächstes Jahr könnte es vielleicht Fairtrade-Stadt sein, das möchte Eberdingen ja werden“, berichten die Organisatoren.
Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt und dauert bis 17 Uhr.


