Es ist ein seltenes Himmelsspektakel: Am Mittwochabend (12. August) wird sich in Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis beobachten lassen. Ab etwa 19 Uhr schiebt sich der Mond vor einen Teil der Sonne. Das Sonnenlicht wird dann vorübergehend reduziert sein – die Abdunkelung ist aber nicht so stark wie bei einer totalen Finsternis, die es etwa in Spanien und Island geben wird.
Das Unternehmen TransnetBW, welches das Strom-Übertragungsnetz in Baden-Württemberg betreibt, beruhigt, dass zwar keine Auswirkungen der Sonnenfinsternis auf die Stromversorgung erwartet würden. „Die Übertragungsnetzbetreiber haben dennoch einige vorsorgliche Maßnahmen vorbereitet“, hieß es.
Europa-Verbund bewertet andauernd die Lage
Die Sonnenfinsternis führe dazu, dass die Einspeisung aus Photovoltaik-Anlagen „etwas früher abnimmt als an einem gewöhnlichen Sommerabend“. Ein Effekt, der je nach Wetterbedingungen unterschiedlich stark ausfällt: Bei wolkenlosem Himmel verringere sich die Photovoltaik-Einspeisung Prognosen zufolge um bis zu zwei Gigawatt – bei einer insgesamt in Deutschland installierten Leistung von Photovoltaikanlagen von über 110 Gigawatt. Die geringere Einspeisung werde jedoch keinen Einfluss auf die Stromversorgung am 12. August haben.
Die deutschen Übertragungsnetzbetreiber hätten sich „gemeinsam mit ihren europäischen Partnern frühzeitig auf die Sonnenfinsternis vorbereitet“, hieß es. Dieser europäische Verbund (ENTSO-E) habe eine Arbeitsgruppe eingerichtet, „um die Lage kontinuierlich zu bewerten“. Dadurch könnten bei Bedarf kurzfristig Maßnahmen eingeleitet werden.
Finsternis 2027 mit größeren Auswirkungen
2027 findet erneut eine Sonnenfinsternis statt. Sie wird etwa in Nordafrika als totale Sonnenfinsternis zu sehen sein, in Deutschland nur als partielle.
„Nach unseren Prognosen hat die Sonnenfinsternis am 2. August 2027 größere Auswirkungen auf die Solar-Einspeisung, da die Verdunkelung auf den frühen Morgen fällt“, so TransnetBW. Man werde sich „auch auf dieses Ereignis bestmöglich vorbereiten“.
Echtzeit-Überwachung sichert Stromversorgung
Grundsätzlich sei die Stromversorgung in Deutschland durch die „Regelleistung“ gesichert. So bezeichnet man die Energie, die benötigt wird, um unvorhergesehene Leistungsschwankungen im Stromnetz in Echtzeit auszugleichen.
Das deutsche Stromnetz läuft nur dann effizient, wenn Stromerzeugung und Stromverbrauch stets im Gleichgewicht sind. Die Netzfrequenz muss konstant bei 50 Hertz liegen. Die Regelleistung wird von den Kraftwerksbetreibern vorgehalten und im Stromnetz in Echtzeit durch die deutschen Übertragungsnetzbetreiber überwacht.

