Kultur

„Und der Mensch heißt Mensch“: Herbert Grönemeyer kommt nach Tübingen

Über Musik sprechen und Musik machen: Herbert Grönemeyer ist neben Nora Gomringer und Michael Lentz im November Gast bei der Tübinger Poetik-Dozentur.

  • Herbert Grönemeyer, hier bei der Verleihung des Deutschen Nationalpreises 2026 in der Französischen Friedrichstadtkirche, ist im November zu Gast in Tübingen.Christoph Soeder/dpa

    Herbert Grönemeyer, hier bei der Verleihung des Deutschen Nationalpreises 2026 in der Französischen Friedrichstadtkirche, ist im November zu Gast in Tübingen.Christoph Soeder/dpa

„Und der Mensch heißt Mensch/Weil er vergisst, weil er verdrängt/Und weil er schwärmt und stählt/Weil er wärmt, wenn er erzählt/Und weil er lacht, weil er lebt.“ Ist das Pop oder Poesie oder beides? Wenn Bob Dylan den Literaturnobelpreis gewinnen kann, spricht jedenfalls nichts dagegen, Herbert Grönemeyer zu einer Poetik-Dozentur einzuladen. So sieht es zumindest die Uni Tübingen. Dort ist der 70-Jährige im November zu Gast – neben der Spoken-Word-Poetin Nora Gomringer und dem Performance-Künstler Michael Lentz.

Die Universität Tübingen lädt vom 16. bis 20. November zur 39. Tübinger Poetik-Dozentur ein: Gomringer, Grönemeyer und Lentz werden „über Literatur, Lyrik, Spoken-Word-Poetry, Songpoetik und Musik sprechen und auch selbst Musik machen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Vorlesungen, Gespräche und Konzerte finden jeweils um 19 Uhr in der Neuen Aula (Geschwister-Scholl-Platz, Tübingen) statt. Sie können auch über einen Livestream verfolgt werden. Nora Gomringer liest zudem am Sonntag, 15. November, um 16 Uhr, in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall. Ob Herbert Grönemeyer auch das Lied „Mensch“ interpretieren wird, aus dem die Zeilen oben stammen, wird noch nicht verraten.

Die Rolle der Kunst in einer sich wandelnden Gesellschaft

„Die Poetik-Dozentur steht für den offenen, interdisziplinären Austausch, den wir als Universität fördern“, sagt die Rektorin der Universität Tübingen, Karla Pollmann: „Dass profilierte Stimmen aus Literatur, Musik und Performance zusammenkommen, unterstreicht unseren Anspruch, kulturelle Vielfalt und internationales Renommee mit verantwortungsbewusster Bildungsarbeit zu verbinden. Solche Begegnungen stärken nicht nur die kreative Auseinandersetzung, sondern auch den gemeinsamen Blick auf die Rolle von Kunst in einer sich wandelnden Gesellschaft.“

Die Tübinger Poetik-Dozentur ist ein Projekt der Stiftung Würth und wird von der Adolf Würth GmbH & Co. KG gefördert. Einmal jährlich werden Autorinnen oder Autoren eingeladen, öffentliche Vorlesungen zu halten sowie Workshops für Studierende anzubieten. Den traditionellen Auftakt bildet eine Lesung in der Kunsthalle Würth.

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