Zum Erdüberlastungstag beklagt Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) einen fahrlässigen Umgang mit natürlichen Ressourcen. „Der jährliche globale Erdüberlastungstag ist dafür deutliche Mahnung: Ab heute leben wir auf Pump“, sagte Schneider der „Rheinischen Post“ (Donnerstag).
„Wir haben nur diese eine Erde, die uns Menschen versorgt, mit lebensnotwendigen Grundlagen: mit frischem Wasser, erholsamer Natur, mit Ackerland und auch mit kostbaren Rohstoffen, die wir für unsere Wirtschaft brauchen“, erläutert der Minister. Aber: "Wir gehen mit all dem viel zu fahrlässig um.“
Plädoyer für Kreislaufwirtschaft
Engagement für den Klimaschutz sei wichtig, erinnert Schneider. Daher werde man weiter erneuerbare Energien ausbauen und zerstörte Natur wiederherstellen, wo möglich. Auch Kreislaufwirtschaft spiele eine entscheidende Rolle, um Ressourcen langfristig zu schonen, sagte der Umweltminister.
Viele Unternehmen in Deutschland zeigten bereits, „wie aus wiedergewonnenen Rohstoffen neue Produkte werden und wie Materialien mehrfach genutzt werden können“, so Schneider. Darin liege die Zukunft der Wirtschaft: „weniger Verschwendung, mehr Innovation und mehr Unabhängigkeit“. Wer Rohstoffe im Kreislauf hält, schütze Klima und Natur - „und stärkt zugleich den Wirtschaftsstandort Deutschland“.
Ab Donnerstag leben die Bundesbürger ökologisch wieder auf Pump. Dann haben sie die ihnen zustehenden erneuerbaren Ressourcen des Globus für dieses Jahr verbraucht. Würden die Menschen überall nach dem deutschen Lebensstil leben, bräuchte die Menschheit knapp drei Erden.

