WissenSlide 3

Sonne, Mond und Sterne im September

Venus glänzt im September besonders hell, verschwindet aber bald vom Abendhimmel. Was Himmelsbeobachter sonst noch erwartet.

  • Am Monatsende wird Venus unbeobachtbar. Im Fernrohr zeigt unser innerer Nachbarplanet eine Sichel, die rasch größer und schmaler wird. Schon Galileo Galilei hat mit seinem selbst gefertigten Teleskop die Sichelgestalt der Venus erkannt.Imago/ZUMA Press Wire

    Am Monatsende wird Venus unbeobachtbar. Im Fernrohr zeigt unser innerer Nachbarplanet eine Sichel, die rasch größer und schmaler wird. Schon Galileo Galilei hat mit seinem selbst gefertigten Teleskop die Sichelgestalt der Venus erkannt.Imago/ZUMA Press Wire

Venus läuft zur Hochform auf. Am 19. September erreicht sie ihre größte Helligkeit. Mit Einbruch der Dämmerung leuchtet der Abendstern im Südwesten auf. Allerdings verkürzt Venus ihre Abendsichtbarkeit drastisch.

Venus und Saturn

Am Monatsende wird sie unbeobachtbar. Im Fernrohr zeigt unser innerer Nachbarplanet eine Sichel, die rasch größer und schmaler wird. Schon Galileo Galilei hat mit seinem selbst gefertigten Teleskop die Sichelgestalt der Venus erkannt.

Saturn im Gebiet der Sternbilder Fische und Walfisch geht immer früher auf. Der Ring-Planet erscheint am 1. September um 21.13 Uhr über dem Osthorizont. Ende September erfolgt der Saturnaufgang bereits um 19.16 Uhr.

Mars und Jupiter am Morgen – Merkur nicht zu sehen

Mars im Sternbild der Zwillinge zeigt sich am Morgenhimmel. Ende September geht der rote Planet bereits eine Stunde nach Mitternacht auf. Auf der Marsnordhalbkugel beginnt am 30. September der Frühling.

Auch Jupiter kann am Morgenhimmel gesehen werden. Der Riesenplanet wandert durch das Sternbild Krebs und wechselt am 23. in das Sternbild Löwe. Anfang September geht Jupiter um 4.14 Uhr morgens auf. Am letzten Septembertag erfolgt der Aufgang des Riesenplaneten schon kurz vor 3 Uhr morgens. Merkur, der flinke und sonnennahe Planet, zeigt sich im September nicht.

Neptun ist der sonnenfernste Planet

Neptun im Sternbild Wassermann steht der Sonne in der Nacht vom 25. auf 26. September genau gegenüber – vom Standpunkt Erde aus betrachtet. Er geht somit abends im Osten auf und morgens im Westen unter. In Oppositionsstellung ist ein Planet die gesamte Nacht über beobachtbar.

Neptun ist der sonnenfernste Planet. Für einen Sonnenumlauf benötigt der bläuliche Planet 165 Jahre. Seit seiner Entdeckung im Jahre 1846 hat er bereits mehr als eine volle Sonnenumrundung zurückgelegt. Wegen seiner großen Sonnenentfernung ist Neptun so lichtschwach, dass man ihn nur in einem guten Fernglas oder Teleskop sehen kann.

Zur diesjährigen Opposition trennen Neptun 4319 Millionen Kilometer von der Erde. Das Neptunlicht ist somit vier Stunden zu uns unterwegs. Von der Sonne ist Neptun zur Opposition 4469 Millionen Kilometer entfernt. Damit ist der Planet des Meeresgottes dreißigmal so weit wie die Erde von der Sonne entfernt.

Sommersternbilder im Fokus

Am 11. September tritt um 5.27 Uhr die Neumondphase ein. Vollmond wird am 26. September um 18.49 Uhr im Sternbild Fische erreicht. Der Mond kommt am 6. September gegen Mitternacht mit 368.259 Kilometer in Erdnähe, während er sich am 19. September mit 404.221 Kilometer Distanz in Erdferne aufhält.

Noch beherrschen die Sommersternbilder die abendliche Himmelsszene. Gegenüber dem Vormonat hat sich der Anblick des Fixsternhimmels nicht allzu sehr verändert. Die gesamte Sternbilderkulisse ist lediglich um zwei Stunden nach Westen gerückt, wenn man den Himmel jeweils zur gleichen Uhrzeit betrachtet.

Vom Sommerdreieck steht Deneb fast im Zenit, Wega und Atair haben die Mittagslinie schon passiert. Der Skorpion ist allerdings schon untergegangen. Weit im Westen funkelt Arktur im Bootes. Im Südwesten schickt sich der Schütze an, die Himmelsbühne zu verlassen. Der Steinbock steht im Süden. Tief im Südosten flackert Fomalhaut, hellster Stern im Bild Südlicher Fisch. Mit 25 Lichtjahren ist Fomalhaut etwa gleich weit entfernt wie Wega in der Leier.

Ein Drache bewacht den Polarstern

Das Sternbild Pegasus steht schon hoch im Osten. Der Rumpf des geflügelten Pferdes wird durch ein großes Sternenquadrat markiert, zu dem man auch Herbstviereck sagt. Im Osten hat sich das kleine, aber gut erkennbare Sternbild Widder emporgeschwungen.

Der Große Wagen ist nach Nordwesten herabgesunken, im Nordosten steigt das Himmels-W, die Königin Kassiopeia, empor. Zwischen dem Großen Wagen und dem polnahen Kleinen Wagen schlängelt sich der Drache hindurch.

Das Sternbild Drache setzt sich nur aus lichtschwachen Sternen zusammen, ist aber sehr ausgedehnt. Als zirkumpolares Sternbild ist der Drache in unseren Breiten in jeder klaren Nacht zu sehen. Der Sage nach handelt es sich um den babylonischen Drachen, der den Polarstern bewacht. Er umrundet unablässig mit wachen Augen den Polarstern und begibt sich nie zur Ruhe. Die Griechen sahen in ihm den Drachen Ladon, der die goldenen Äpfel der Hesperiden bewacht.

Winterhalbjahr beginnt

Die Sonne wechselt am 17. in den frühen Morgenstunden vom Sternbild Löwe in das der Jungfrau. Am 23. September überschreitet sie exakt um 2.05 Uhr den Himmelsäquator in südlicher Richtung, das Herbstäquinoktium ist erreicht. Tag- und Nachtbogen der Sonne sind an diesem Tag gleich groß. Mit der Herbsttagundnachtgleiche beginnt das Winterhalbjahr. Der Herbstpunkt markiert den Anfang des Tierkreiszeichens Waage. (Text: Hans-Ulrich Keller, dpa)

Datenschutz-Einstellungen