Was taugt „Gefahrengebiet“? Der neue „Tatort“ aus Berlin im Schnellcheck.
Die Handlung in zwei Sätzen
Am Teufelsberg wird eine Wölfin und auch ein toter Obdachloser gesichtet. Susanne Bonard (Corinna Harfouch) will sich drei Tage vor ihrer Verabschiedung in die Rente weniger mit dem Fall als mit ihrem „inneren Wolf“ beschäftigen und haut ab in den Wald; unterdessen erhält Kollege Robert Karow (Mark Waschke) bei einem One-Night-Stand Einsichten in einen Top-Prepper-Bunker und darf unter Medikamenteneinfluss kräftig delirieren.
Zahl der Leichen
2
Dauerkrise
Wie sichert man sein Überleben, wenn „Klima, Krieg, KI-Krise“ zuschlagen? Darum geht’s in „Gefahrengebiet“. Ach, in Berlin sind eigentlich alle immer in der Krise.
Motzen ist gut
„Jetzt mal alle schön ergebnisoffen bitte! Spuren einholen und sichern, so wie wir es auf der Polizeischule gelernt haben“, schreit Karow entnervt, als alle vorschnell den Wolf für den Täter halten. Kratzbürstig steht ihm gut, zuletzt war eh zuviel Harmonie im Berliner LKA.
Klappt doch
Der Survival-Schüler Noah (Nils Kahnwald) spricht von Häutung, bei Bonard ist es eher eine Reinigung. Nachdem sie ihre Seele mit eiskaltem Seewasser von Zweifeln und Ängsten befreit hat, erledigt sie ihre Arbeit. Und lässt sich doch auf Sekt und Schnittchen ein, obwohl sie zuerst meinte, das sei nichts für sie.
Klappt nicht
Bei Noah hat die Krisenbewältigung nicht gut funktioniert. Erst ist sein Überlebensinstinkt so groß, dass er den Proviant klauenden Obdachlosen erschlägt, und nach der Liebesnacht mit Karow sieht er nur den Suizid als Ausweg? Echt jetzt?
Unser Fazit
Atmosphärisch stark, kriminalistisch schwach. Das ist nur gut auszuhalten, weil es a) Harfouchs Abschied ist und b) sie und Waschke schauspielerisch von der Leine gelassen werden. Von Harfouch hätte man sich solche Grenzgänge öfter mal gewünscht. Umso gespannter blicken wir der Zukunft des Berliner „Tatorts“ entgegen.
Spannung
Note 4
Logik
Note 4















