Wirtschaft

Rapper Haftbefehl nicht mehr in Lebensgefahr?

Deutschlands bekanntester Straßenrapper erneut am Limit – diesmal in einer Schweizer Klinik. Konzerte wurden abgesagt, aber das ist jetzt das kleinste Problem.

  • Damals Drehbuch, jetzt wieder tödlicher Ernst:Aykut Anhan und seine Frau Nina Anhan kommen zu einer Sonderaufführung der Dokumentation „Babo - Die Haftbefehl-Story“.Christophe Gateau/dpa

    Damals Drehbuch, jetzt wieder tödlicher Ernst:Aykut Anhan und seine Frau Nina Anhan kommen zu einer Sonderaufführung der Dokumentation „Babo - Die Haftbefehl-Story“.Christophe Gateau/dpa

Wer die aktuellen Ereignisse um Rapper Haftbefehl verstehen will, muss im Oktober 2025 beginnen. Damals veröffentlichte Netflix die Dokumentation „Babo – Die Haftbefehl-Story“, produziert von Schauspieler Elyas M'Barek und Journalist Juan Moreno. Die Doku zeigte schonungslos, was viele schon ahnten: exzessiver Kokainkonsum, Entzüge, Rückfälle, ein Leben am Abgrund.

Sein Bruder Capo und seine Frau Nina – mit der er im Raum Stuttgart lebt – kamen darin ebenfalls zu Wort. Gedreht wurde unter anderem auch in der Landeshauptstadt in seinem privaten Umfeld.

Die Doku schlug riesige Wellen. Beim ersten Konzert danach in Osnabrück rief Haftbefehl noch euphorisch ins Mikrofon: „Ich bin clean – scheiß auf Drogen!“ Doch die massive öffentliche Aufmerksamkeit durch die Doku belastete ihn nach eigenen Angaben enorm.

Im Juni 2026 zog er sich zurück. Im September 2026 folgte das Comeback in der Frankfurter Festhalle – mit schwarzer Maske im Gesicht, um seine durch den Drogenkonsum schwer geschädigte Nase zu verbergen. Nun, wenig später, folgt der nächste Absturz.

Rapper „Haftbefehl“ mit 30 Gramm Koks intus?

Der 40-jährige Rapper Haftbefehl, bürgerlich Aykut Anhan, soll nach einer mutmaßlichen Kokain-Überdosis in akuter Lebensgefahr geschwebt haben. Wie die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf das Umfeld des Musikers berichtet, soll er bis zu 30 Gramm Kokain auf einmal konsumiert haben – eine medizinisch potenziell lebensbedrohliche Menge.

Daraufhin wurde er laut Medienberichten in eine Schweizer Klinik eingeliefert, intensivmedizinisch behandelt, künstlich beatmet und zeitweise ins künstliche Koma versetzt.

Laut dem staatlichen Rundfunk SRF befindet er sich weiterhin in der Schweiz in Behandlung, liegt inzwischen aber nicht mehr im künstlichen Koma. Ein Familiensprecher erklärte gegenüber Bild: „Er ist wieder da, er ist auf dem Wege der Besserung. Nun muss man abwarten, was die Ärzte sagen, wie seine Werte sich entwickeln.“

Stuttgart als Refugium für „Haftbefehl“

Haftbefehl stammt zwar aus Offenbach am Main – das ist sein Ursprung, sein Ambiente, sein Markenzeichen. Aber sein Zuhause ist längst der Raum Stuttgart. Dort lebt er mit Ehefrau Nina und seinen Kindern.

Stuttgart ist sein privater Gegenpol zum lauten Offenbacher Image. Zwischen Drogenexzessen, Klinikaufenthalten und Comebacks ist es immer auch die schwäbische Wahlheimat, in die er etwas Ruhe findet. Ob er sich nach dem jüngsten Vorfall in der Schweizer Klinik wieder erholt und erneut zurückkehren kann, muss sich aber noch zeigen.

„Haftbefehl“-Konzerte vorerst abgesagt

Haftbefehls Drogenprobleme sind kein Geheimnis. In der Netflix-Doku wurden Entzüge und Rückfälle bereits detailliert dokumentiert. Im Februar 2026 gestand er per Podcast, zeitweise täglich bis zu 20 Gramm Kokain konsumiert zu haben. Im Januar 2026 unterzog er sich einer ersten Operation zur Rekonstruktion seiner kokaingeplagten Nase. Und nach eigenen Angaben musste er bereits früher einmal nach einer Überdosis reanimiert werden.

Ticket-Umtausch für Haftbefehl?

Sein Bruder „Capo“ – bürgerlicher Name Cem Anhan – informierte die Fans nun erneut via Instagram, dass Haftbefehl unter ärztlicher Aufsicht stehe. Die geplanten Konzerte in Düsseldorf und Berlin wurden abgesagt. Ob sie nachgeholt werden, ist offen. Auch zu Umtauschmöglichkeiten für Tickets war zunächst nichts bekannt. Aber das ist im Moment wohl das kleinere Problem: Seitens der Fans gab es jede Menge Anteilnahme auf Social Media. Man muss abwarten, ob „Haftbefehl“ nochmal die Kurve kriegt.

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